Angriff aus dem Gazastreifen

Extremisten feuern erneut Raketen auf Israel ab

03.01.2018, 18:25 Uhr | dpa, dru, t-online.de

Abschuss von Raketen aus dem Gazastreifen: Die Zahl der Angriffe nahm zuletzt wieder zu.

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Das neue Jahr beginnt in Israel mit neuer Gewalt: Extremisten haben wieder Raketen aus dem Gazastreifen abgefeuert, bei Zusammenstößen im Westjordanland starb ein junger Palästinenser.

Drei Raketen sind am Mittwoch aus dem Gazastreifen nach Israel abgefeuert worden. Alle Geschosse schlugen im Süden des Landes in offenem Gelände ein, teilte die israelische Armee mit. Es sei niemand dabei verletzt worden, kein Schaden entstanden.

Seit der Anerkennung Jerusalems als israelische Hauptstadt durch US-Präsident Donald Trump vor fast einem Monat kommt es wieder verstärkt zu Raketenangriffen auf Israel aus dem Palästinensergebiet am Mittelmeer. Meist gehen die Geschosse über unbewohntem Gelände nieder oder werden von der israelischen Raketenabwehr abgefangen. Jedoch schlagen sie hin und wieder auch in kleinen Ortschaften im Grenzgebiet ein.

Israels Luftwaffe hatte erst in der Nacht zum Dienstag nach einem Raketenangriff militanter Palästinenser aus dem Gazastreifen ein Ziel in dem schmalen Küstenstreifen beschossen. Eine militärische Einrichtung der dort herrschenden Hamas sei angegriffen worden, teilte die Armee mit.

Palästinenser bei Protesten erschossen

Im Westjordanland kam es am Mittwoch erneut zu gewaltsamen Protesten. Dabei wurde nach Angaben von Rettungskräften ein 17-jähriger Palästinenser getötet. Offenbar traf ihn ein Schuss im Nacken.

Nach Angaben von Bewohnern des Dorfes Dir Nisam nahe Ramallah waren die Demonstranten zuvor mit den israelischen Soldaten aneinandergeraten. Das Militär teilte mit, die Soldaten hätten auf einen mit einer Pistole bewaffneten Demonstranten geschossen. Der Vorfall werde untersucht.

Todesstrafe für "Terroristen" könnte kommen

Unterdessen hat das israelische Parlament einem Gesetzentwurf zur Einführung der Todesstrafe für "Terroristen" in erster Lesung mit knapper Mehrheit zugestimmt. 52 Abgeordnete votierten am Mittwoch für die Gesetzesinitiative. 49 Abgeordnete stimmten dagegen. Das Gesetz wurde von Verteidigungsminister Avigdor Lieberman eingebracht und wird von Regierungschef Benjamin Netanjahu unterstützt.

Vor der endgültigen Annahme des Gesetzentwurfs sind in der Knesset noch drei weitere Lesungen vorgesehen. Israels Oberstes Gericht könnte das Gesetz nach der Verabschiedung noch kippen.

Quellen:
- dpa, AP
- Bericht der Zeitung Haaretz

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