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Syrien-Krieg: Tote bei türkischem Luftangriff auf zivilen Konvoi

Syrien-Krieg im Newsblog  

Damaskus entsendet Truppen in den Norden Syriens

13.10.2019, 23:02 Uhr | AP, dpa, rtr, AFP, pdi, aj

 (Quelle: t-online.de - Reuters)
Syrien-Offensive: Lage immer unübersichtlicher

Die Türkei dringt bei ihrer Militäroperation gegen die Kurdenmiliz YPG immer tiefer nach Nordsyrien vor. Am Sonntagmorgen gingen erneut Bomben über den Grenzstädten Ras al-Ain und Tal Abjad nieder. Die Lage wird immer unübersichtlicher. (Quelle: t-online.de)

Mehrere Tote durch Syrien-Offensive: Nach weiteren Bombenangriffen wird die Lage in der Region immer unübersichtlicher. (Quelle: t-online.de)


Nach der türkischen Invasion im Norden Syriens spitzt sich die Lage in der Region zu. Aktivisten berichten von einem Angriff der türkischen Luftwaffe auf einen Konvoi mit Zivilisten. Mehrere Menschen sterben, darunter möglicherweise ein Journalist. Alle Informationen im Newsblog.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan führt seine Militäroffensive gegen die kurdischen Milizen im Norden Syriens unbeirrt fort. Mittlerweile ist die Zahl der toten Zivilisten auf mindestens 26 gestiegen, wie die Aktivisten der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte mitteilte. International ruft der Einmarsch scharfe Kritik hervor. Die Lage in der Region wird immer unübersichtlicher.


23.55 Uhr: Kurden verkünden Einigung über syrische Truppenstationierung

Die Kurdenverwaltung in Nordsyrien hat eine Einigung mit der Regierung in Damaskus über eine Stationierung syrischer Truppen nahe der Grenze zur Türkei bekannt gegeben, um die türkische Offensive in Nordsyrien zurückzuschlagen. "Um diese Aggression zu verhindern und sich ihr entgegenzustellen, wurde mit der syrischen Regierung eine Vereinbarung erzielt", teilte die Kurdenverwaltung am Sonntag in einer Erklärung auf Facebook mit.

Die Armee solle die Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF), ein Bündnis der kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG) und arabischer Milizen, unterstützen, hieß es von Seiten der Kurden. Weitere Angaben zu der Vereinbarung, etwa ob die Kurden Kompromisse bei ihrer Selbstverwaltung im Norden machen würden, wurden nicht gemacht.

19.36 Uhr: Damaskus entsendet Truppen in den Norden

Als Reaktion auf die türkische Offensive in Nordsyrien entsendet die syrische Armee nach Angaben von Staatsmedien Truppen in das Gebiet. Die Armee werde sich der türkischen "Aggression" entgegenstellen, meldete die staatliche syrische Nachrichtenagentur Sana am Sonntag. Nähere Details zu der Mobilmachung wurden zunächst nicht genannt.

17.55 Uhr: Zehn Tote bei Angriff auf zivilen Konvoi

Bei einem türkischen Luftangriff auf einen Konvoi mit Zivilisten und ausländischen Journalisten in Nordsyrien sind laut einer Aktivistengruppe am Sonntag zehn Menschen getötet worden. Wie die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mitteilte, traf der Angriff den Konvoi in der nordsyrischen Grenzstadt Ras al-Ain. Damit sei die Zahl der zivilen Opfer der türkischen Offensive am Sonntag auf mindestens 26 gestiegen.

Die französische Journalistin Stephanie Perez vom öffentlich-rechtlichen Fernsehsender "France 2" schrieb auf Twitter, sie sei in dem Konvoi gewesen. Ihrem Team gehe es gut, doch Kollegen seien tot.

Die Beobachtungsstelle sprach von einem toten Journalisten, konnte aber keine Angaben zu seiner Identität machen. Das türkische Verteidigungsministerium betont angesichts von Berichten über getötete Zivilisten immer wieder, dass alle möglichen Maßnahmen zum Schutz der Bevölkerung ergriffen würden.

16.00 Uhr: Trump ordnet Rückzug weiterer US-Soldaten aus Nordsyrien an

Inmitten der Militäroffensive der Türkei hat US-Präsident Donald Trump den Rückzug weiterer US-Soldaten aus Nordsyrien angeordnet. Es bestehe die Gefahr, dass die USA zwischen zwei sich gegenüberstehenden Armeen gerieten, die in Nordsyrien vorrückten, sagte US-Verteidigungsminister Mark T. Esper am Sonntag dem US-Sender CBS. Das sei eine "sehr unhaltbare" Situation. Die US-Regierung wolle sicherstellen, dass keine US-Soldaten verletzt oder getötet würden, sagte Esper. Im Nordosten Syriens befanden sich zuletzt rund 1000 US-Soldaten.

15.00 Uhr: Berlin an Istanbul: Die Militäroffensive "umgehend" stoppen

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan zum Stopp der Militäroffensive im Nordosten Syriens aufgefordert. Die Kanzlerin habe sich am Sonntag in einem Telefonat mit Erdogan für eine "umgehende Beendigung der Militäroperation" ausgesprochen, teilte eine Regierungssprecherin mit.

Erdogan attakierte die Bundesregierung auf einer Rede in Istanbul am Sonntag, weil sie am Vortag angekündigt hatte, die Waffenexporte in die Türkei einzuschränken. "Steht ihr auf unserer Seite oder auf jener der Terrororganisation?", fragte Erdogan mit Bezug auf die kurdische Miliz YPG.

13.42 Uhr: Kurdische Politikerin und Frauenrechtlerin in Syrien getötet

Wenige Tage nach Beginn der türkischen Offensive in Nordsyrien ist dort eine bekannte kurdische Politikerin und Frauenrechtlerin getötet worden. Havrin Khalaf, Generalsekretärin der Partei Zukunft Syriens (FSP), sei am Samstag auf einer Landstraße in einen Hinterhalt geraten, teilten die von Kurdenmilizen angeführten Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) mit.

Die SDF machte die Türkei und deren Verbündete für Khalafs Tod verantwortlich. "Dies zeigt, dass der türkische Einmarsch nicht zwischen einem Soldaten, einem Zivilisten oder einem Politiker unterscheidet", hieß es in einer Mitteilung der SDF.

Von türkischer Seite gab es zunächst keine offizielle Bestätigung. Die regierungsnahe Zeitung "Yeni Safak" meldete am Samstagabend unter Berufung auf Quellen vor Ort, Khalaf sei bei einer Operation "außer Gefecht gesetzt worden". Sie sei bei einem Luftschlag auf dem Weg von Rakka nach Kamischli getötet worden, der auf Basis von Geheimdienstinformationen durchgeführt worden sei.

12.36 Uhr: Kurden können Grenzstadt angeblich zurückerobern

Nach dem Einmarsch türkischer Truppen in Ras al-Ain, in Nordsyrien, haben Kurdenmilizen den strategisch wichtigen Grenzort laut Aktivisten wieder weitgehend unter ihrer Kontrolle. Die von Kurdenmilizen angeführten Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) hätten die meisten Stadtteile von Ras al-Ain nach einem Gegenangriff zurückerobert, teilte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit. Mindestens 17 mit türkischen Truppen verbündete Kämpfer sowie vier SDF-Kämpfer seien dabei getötet worden. Der TV-Sender CNN Türk berichtete dagegen, türkische Truppen würden in Ras al-Ain nach Verstecken kurdischer Kämpfer suchen.

Ras al-Ain liegt direkt an der türkischen Grenze entlang einer wichtigen Versorgungsroute zwischen den Städten Tal Abjad im Westen und Kamischli im Osten. Beide gehören bisher zum Herrschaftsgebiet der SDF. Allerdings ist auch Tal Abjad umkämpft. Die türkische Armee habe den südöstlich von Tal Abjad gelegenen Ort Suluk erobert und rücke weiter vor, meldete die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu am Sonntag.

11.15 Uhr: Fast 800 IS-Angehörige sollen aus Camp geflohen sein

Mehr als hundert Angehörige von Kämpfern der Terrormiliz "Islamischer Staat "(IS) sind nach kurdischen Angaben aus einem Lager in Nordsyrien geflohen. Die Frauen und Kinder seien nach Luftangriffen der türkischen Armee aus der Einrichtung in Ain Issa geflüchtet, teilten die kurdischen Behörden mit.

Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte erklärte ebenfalls, dass "rund hundert" ausländische Frauen und Kinder aus dem Lager geflüchtet seien. Zu ihren Nationalitäten machte die Organisation keine Angaben.

In den von Kurden kontrollierten Lagern sind insgesamt etwa 12.000 ausländische Angehörige von IS-Mitgliedern untergebracht – 4.000 Frauen und 8.000 Kinder. Insgesamt sind in den Lagern mehrere zehntausend Familien mit Kindern. In den kurdischen Gefängnissen in Nordsyrien sind außerdem rund 12.000 IS-Kämpfer inhaftiert, unter ihnen bis zu 3.000 ausländische Dschihadisten aus insgesamt 54 Ländern.

10.45 Uhr: Kramp-Karrenbauer warnt vor türkischer Besatzungszone

CDU-Chefin und Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer hat vor einer türkischen Besatzungszone in Syrien gewarnt. "Die Türken sind ein Nato-Partner. Und die Nato ist ein Bündnis, das auf Werten beruht", sagte sie beim Deutschlandtag der Jungen Union in Saarbrücken. Demnach müssten die Nato-Mitglieder zur Stabilisierung des Weltfriedens beitragen und diesen nicht destabilisieren.

Zum türkischen Militäreinsatz in Syrien sagte sie: "Wenn es Hinweise gibt, dass die Türkei wirklich plant, in Nordsyrien als eine Art Besatzungsmacht auf Dauer zu bleiben, dann muss es von uns eine klare Antwort geben. Das geht nicht."

8.20 Uhr: Trump droht Ankara mit Sanktionen

US-Präsident Donald Trump hat der Türkei nach deren Einmarsch in Syrien erneut mit Sanktionen gedroht. "Ich habe der Türkei klargemacht, dass wir sehr schnelle, starke und harte Wirtschaftssanktionen verhängen, wenn sie ihre Verpflichtungen nicht einhalten", sagte Präsident Donald Trump am Samstagabend (Ortszeit) vor Anhängern in Washington. Zu diesen Verpflichtungen gehöre der "Schutz religiöser Minderheiten und auch die Überwachung von IS-Häftlingen, die wir gefangen haben". Die USA hatten Anfang der Woche ihre Einheiten von der türkisch-syrischen Grenze abgezogen und damit der türkischen Offensive den Weg bereitet.

7.59 Uhr: Kundgebung gegen Türkei-Offensive in Stuttgart eskaliert

In der Stuttgarter Innenstadt ist es am Samstag nach einer Demonstration gegen die türkische Militäroffensive in Nordsyrien zu Ausschreitungen gekommen. Nach Angaben der Polizei hatten sich am Nachmittag rund 1000 Menschen zu der Auftaktkundgebung versammelt. Im Anschluss zogen die Teilnehmer demnach weiter, dabei seien aus der Menge Gegenstände wie Böller auf Einsatzkräfte geworfen worden.

Nach Ende der Veranstaltungen seien mehrere Gruppierungen zum Teil vermummt durch die Innenstadt gezogen. Dabei seien erneut Böller gegen Polizisten geflogen. Die Polizei setzte Pfefferspray ein und nahm mehrere Tatverdächtige fest. Sie wurden nach Feststellung der Personalien wieder auf freien Fuß gesetzt. Am Abend beruhigte sich die Lage. Die Polizei meldete mehrere leicht verletzte Beamte, konnte aber zur Zahl noch keine Angaben machen.

7.07 Uhr: Donald Trump rät Kurden zum Rückzug

US-Präsident Donald Trump hat den kurdischen Kämpfern in Nordsyrien geraten, sich aus dem umkämpften Grenzgebiet zur Türkei zurückzuziehen. Es sei sehr schwierig, eine Streitmacht zu schlagen, die – anders als die eigenen Einheiten – über eine Luftwaffe verfüge, sagte Trump. Deshalb hoffe er, dass sich die Kurdenmilizen von der Grenze zur Türkei entfernen.

Kurz vor Beginn der türkischen Offensive, die seit Mittwoch läuft, hatte Trump den Abzug von US-Soldaten aus dem Gebiet in Nordostsyrien veranlasst. Kritiker werteten das als Freifahrtschein für den türkischen Staatschef Recep Tayyip Erdogan, gegen die kurdische YPG-Miliz vorzugehen, gegen die sich die Offensive richtet. Die von der YPG angeführten Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) waren im Kampf gegen den IS ein wichtiger Verbündeter der USA. Die Türkei sieht in ihr einen Ableger der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK und damit eine Terrororganisation.

6.14 Uhr: Ex-US-Verteidigungsminister warnt vor Wiedererstarken des IS

Der ehemalige US-Verteidigungsminister und General James Mattis hat mit Blick auf die Syrien-Offensive der Türkei vor einem Wiedererstarken der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) gewarnt. Die USA müssten den Druck auf den IS aufrechterhalten, damit er nicht wieder auflebe, sagte Mattis dem US-Sender NBC in einem Interview.

Der IS sei nicht besiegt – man müsse sehen, ob die Kurden trotz des türkischen Militäreinsatzes in der Lage sein werden, den Kampf gegen die Terrormiliz aufrechtzuerhalten. "Es wird Auswirkungen darauf haben. Die Frage ist, wie stark."

Indirekt äußerte Mattis scharfe Kritik an US-Präsident Trump. "Wir möchten vielleicht, dass ein Krieg vorbei ist, wir mögen ihn sogar für beendet erklären", sagte er. Am Ende habe der Feind die entscheidende Stimme. "Wenn wir in diesem Fall nicht den Druck beibehalten, wird der IS wieder aufleben." Es sei "völlig klar", dass die Terroristen zurückkommen würden.

Samstag, 12.10.2019, 21.45 Uhr: Auch Frankreich schränkt Waffenexporte an Türkei ein

Nach Deutschland und weiteren europäischen Staaten schränkt auch Frankreich seine Rüstungsexporte an die Türkei ein. Alle Exportprojekte mit Rüstungsgütern, die von der Türkei in Syrien eingesetzt werden könnten, würden mit sofortiger Wirkung ausgesetzt, teilten das französische Außen- und das Verteidigungsministerium am Samstag in einer gemeinsamen Erklärung mit.

15.10 Uhr: Außenminister Maas kündigt Stopp von Waffenexporten in Türkei an

Die Bundesregierung will wegen der türkischen Offensive in Nordost-Syrien die Waffenexporte in die Türkei weitgehend stoppen. Es würden keine neuen Genehmigungen erteilt "für alle Rüstungsgüter, die durch die Türkei in Syrien eingesetzt werden könnten", sagte Bundesaußenminister Heiko Maas der "Bild am Sonntag".

Bereits seit 2016 gelte eine sehr restriktive Linie für Rüstungsexporte an die Türkei, sagte Maas. Allerdings verkauft Deutschland weiterhin im großen Stil Waffen an das Nato-Land. Lieferungen an die Türkei machten 2018 mit 242,8 Millionen Euro fast ein Drittel aller deutschen Kriegswaffenexporte aus. In den ersten vier Monaten dieses Jahres erhielt Ankara Kriegswaffen für weitere 184,1 Millionen Euro.

11.32 Uhr: Türkische Truppen nehmen laut Ankara syrische Grenzstadt ein

Die türkische Armee hat nach Angaben der Regierung in Ankara die syrische Grenzstadt Ras al-Ain erobert. Die Stadt sei unter Kontrolle der türkischen Truppen, teilte das Verteidigungsministerium in Ankara mit. Die Türkei hatte am Mittwoch nach einem Rückzug von US-Soldaten aus dem syrischen Grenzgebiet ihre lange angedrohte Militäroffensive gegen die Kurdenmiliz YPG in Nordsyrien begonnen.

10.59 Uhr: Grüne fordern Ende der Rüstungsexporte an Türkei

Die Grünen haben angesichts der türkischen Offensive in Nordsyrien ein Ende der deutschen Rüstungsverkäufe an Ankara gefordert. Die Exporte müssten "sofort gestoppt werden", sagte die Parteivorsitzende Annalena Baerbock den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland. "Bereits erteilte Genehmigungen müssen widerrufen werden."

Baerbock verlangte noch weitere Maßnahmen, um Druck auf die Türkei auszuüben. So sollten keine sogenannten Hermes-Bürgschaften für das Land mehr erteilt werden, mit denen die Bundesregierung wirtschaftliche Aktivitäten im Ausland absichert. Außerdem solle die EU die Verhandlungen über eine Ausweitung der Zollunion so lange auf Eis legen, "bis die Türkei zu einem Kurs der Demokratie und Rechtsstaatlichkeit zurückkehrt".

Baerbock warf dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan vor, diese Begründung sei "offenkundig vorgeschoben". Es gehe vielmehr darum, "gegen die mehrheitlich kurdische Bevölkerung in Nordsyrien vorzugehen", sagte die Grünen-Chefin. Erdogan heize damit den Krieg in Syrien weiter an, "sorgt für zusätzliches Leid und massenhafte Vertreibung in einer Region, die ohnehin schon einem Pulverfass gleicht".

7.00 Uhr: US-Armee berichtet von Beschuss durch türkische Artillerie

Ein brisanter Vorfall erhöht inmitten der Offensive der Türkei in Nordsyrien die Spannungen mit dem Nato-Partner USA. Nahe der Stadt Kobane sollen US-Soldaten unter Beschuss geraten sein. Washington droht. Ankara dementiert. Lesen Sie hier mehr über den Vorfall.

Freitag, 11.10.2019, 23.40 Uhr: Erdogan: "Wir werden nicht stoppen." 

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan will die Militäroffensive seines Landes gegen die Kurdenmiliz YPG in Nordsyrien trotz "Drohungen" fortführen. Die Türkei erhalte zurzeit "von rechts und links Drohungen", sagte Erdogan am Freitagabend bei einer Rede in Istanbul. "Aber wir werden nicht stoppen. Wir werden keinen Schritt mehr zurückgehen."

Man werde "die Terroristen" bis 32 Kilometer südlich der Grenze zurückdrängen. Damit bezog sich Erdogan auf die Einrichtung einer sogenannten Sicherheitszone. Als "Terroristen" bezeichnet er die Kurdenmiliz YPG. "Sie werden dieses Gebiet verlassen", sagte er.

20.30 Uhr: USA planen "sehr harte" Sanktionen

"We can shut down the Turkish economy if we need to" – Wenn wir müssen, können wir die türkische Wirtschaft stilllegen, sagte der amerikanische Finanzminister Steven Mnuchin am Freitag im Weißen Haus. Die USA bereiten wegen des türkischen Einmarschs in Nordsyrien Sanktionen gegen die Türkei vor.

Diese Sanktionen würden noch nicht in Kraft treten. US-Präsident Donald Trump werde aber eine Verfügung unterzeichnen, die den Finanzminister in Absprache mit dem Präsidenten und dem Außenminister ermächtige, Sanktionen gegen "jede Person mit Verbindungen zur türkischen Regierung" zu verhängen. "Das sind sehr harte Sanktionen. Ich hoffe, dass wir sie nicht einsetzen müssen", sagte Mnuchin. Er fügte hinzu: "Wenn wir müssen, können wir die türkische Wirtschaft stilllegen."

19.51 Uhr: Niederlande stoppen Waffenlieferungen an Türkei

Die Niederlande haben den Waffenexport in die Türkei wegen der Angriffe in Nordsyrien vorläufig gestoppt. Solange die türkischen Angriffe andauerten, werde es keine Zustimmung zu Waffenlieferungen geben, erklärte der stellvertretende Ministerpräsident Hugo de Jonge am Freitag in Den Haag. Die Niederlande lieferten bisher Ersatzteile für Waffen an die Türkei, und das werde nun auch eingestellt. Im vergangenen Jahr hatten die Lieferungen nach Medienberichten ein Volumen von 29 Millionen Euro.

18.21 Uhr: UN: Rund 100.000 Menschen vor türkischen Angriffen auf der Flucht

Im Nordosten Syriens sind nach Angaben der Vereinten Nationen rund 100.000 Menschen auf der Flucht vor Angriffen des türkischen Militärs. Die Auswirkungen des Militäreinsatzes auf die Zivilbevölkerung sei bereits zu spüren, teilten die UN am Freitag mit. Rund 100.000 Menschen hätten ihre Häuser verlassen. Die meisten seien in anderen Ortschaften untergekommen. Aber eine immer größer werdende Zahl komme inzwischen in den Lagern in Al Hassake und Tal Tamer an. Andere Flüchtlinge suchten Unterschlupf in Schulen und anderen öffentlichen Gebäuden.

17.00 Uhr: Türkei verlangt Solidarität von Nato

Die Türkei verlangt angesichts der internationalen Kritik an ihrer Militäroffensive in Syrien von der Nato ein "klares und deutliches" Bekenntnis der Solidarität. In einer Pressekonferenz mit Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg sagte der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu am Freitag, es reiche nicht, dass die Nato-Partner sagten, "wir verstehen die legitimen Sorgen der Türkei. Wir wollen diese Solidarität klar und deutlich sehen", sagte Cavusoglu. Das Pentagon rief derweil die Türkei zum Abbruch der Offensive in Nordsyrien auf.

16.40 Uhr: Schweden befürwortet EU-weites Waffenembargo

Nach dem Einmarsch türkischer Truppen in Nordsyrien spricht sich Schweden für ein EU-weites Waffenembargo gegen die Türkei aus. Beim für die kommende Woche geplanten Treffen der EU-Außenminister werde Schweden um Unterstützung dafür werben, sagte die schwedische Außenministerin Ann Linde am Freitag dem öffentlich-rechtlichen Sender Sveriges Radio.

16.15 Uhr: "Verräter" – 121 Festnahmen in der Türkei

Die Türkei hat wegen kritischer Internet-Beiträge gegen die Syrienoffensive 121 Menschen festgenommen. Außerdem habe man rund 500 Konten auf sozialen Medien überprüft, die den Einsatz als "Besatzung" bezeichnet und ihn "beleidigt" hätten, sagte Innenminister Süleyman Soylu am Freitag während einer Veranstaltung mit Angehörigen des Militärs in Ankara. "Diejenigen, die das Krieg nennen, begehen Verrat. Krieg führt man gegen einen Staat." Weitere Ermittlungen seien im Gang. Die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu berichtete, einigen Betroffenen würden Terrorpropaganda und Aufwiegelung vorgeworfen.

12.24 Uhr: Putin warnt vor Flucht von IS-Terroristen

Russlands Präsident Wladimir Putin befürchtet angesichts der türkischen Militäroffensive in Nordsyrien ein Erstarken der Terrormiliz Islamischer Staat. Noch würden Kämpfer von den Kurden bewacht, sagte der Kremlchef. Wenn die Armee der Türkei nun einmarschiere, "werden die Kurden diese Lager verlassen". Dann könnten sich die Terroristen "zerstreuen", meinte Putin der Agentur Interfax zufolge. "Ich bin mir nicht sicher, ob die türkische Armee schnell die Kontrolle darüber übernehmen kann."

10.01 Uhr: Frankreich droht der Türkei mit EU-Sanktionen

Frankreich hat der Türkei wegen ihrer Offensive in Nordsyrien mit EU-Sanktionen gedroht. Europa-Staatssekretärin Amélie de Montchalin sagte im Radiosender France Inter, Strafmaßnahmen lägen natürlich "auf dem Tisch". Nach ihren Angaben werden die Staats- und Regierungschefs der Europäischen Union darüber auf ihrem Gipfeltreffen in der kommenden Woche beraten.

Die fünf europäischen Mitglieder des UN-Sicherheitsrates hatten Ankara zuvor aufgerufen, ihre Offensive in Nordsyrien zu stoppen. "Wir fordern die Türkei auf, die einseitige Militäraktion einzustellen", hieß es in einer am Donnerstag von Frankreich, Deutschland, Belgien, Großbritannien und Polen veröffentlichten Erklärung.

9.16 Uhr: Auto der türkischen Botschaft angezündet

Unbekannte haben in der Nacht in Berlin-Kreuzberg ein Auto der türkischen Botschaft in Brand gesetzt. Wie die Polizei mitteilte, wurden Einsatzkräfte gegen 03.45 Uhr ans Hallesche Ufer gerufen, um das Feuer am Wagen zu löschen. Der Pkw sei schwer beschädigt worden. Der Polizeiliche Staatsschutz ermittelt wegen des Verdachts auf Brandstiftung. Zuvor hatte die "B.Z" darüber berichtet.

In Berlin und anderen deutschen Städten hatten am Donnerstagabend zahlreiche Menschen gegen die türkische Militäroffensive in Nordsyrien demonstriert. Eine "untere vierstellige Zahl" war nach Polizeiangaben in Kreuzberg zusammengekommen.

8.04 Uhr: Türkischer Soldat bei Offensive getötet

Bei Gefechten in Nordsyrien ist ein türkischer Soldat getötet worden. Das meldete das Verteidigungsministerium in Ankara auf Twitter. Die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu berichtete, drei weitere Soldaten seien verletzt worden. Außerdem habe man während der Nacht auf Freitag 49 weitere "Terroristen" getötet. Insgesamt sei damit deren Zahl auf 277 angewachsen, hieß es in einem weiteren Tweet aus dem Ministerium. Mit "Terroristen" sind die Kämpfer der kurdischen YPG-Miliz gemeint, die auf syrischer Seite der Grenze ein großes Gebiet kontrolliert. Die Miliz ist das Ziel der türkischen Offensive. Die Türkei sieht in ihr einen Ableger der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK in der Türkei und damit eine Terrororganisation.

2.40 Uhr: Trump: USA könnten zwischen Türkei und Kurden vermitteln 

US-Präsident Donald Trump hat die USA als möglichen Vermittler in der militärischen Auseinandersetzung zwischen der Türkei und den kurdischen Milizen in Nordsyrien ins Spiel gebracht. "Ich hoffe, dass wir vermitteln können", sagte Trump am Donnerstagabend (Ortszeit) in Washington mit Blick auf die beiden Konfliktparteien. Zugleich drohte er der Türkei erneut mit Sanktionen oder harten Strafmaßnahmen gegen die türkische Wirtschaft. Diese Drohung hatte Trump bereits zuvor ausgesprochen für den Fall, dass sich die Türkei gegenüber den Kurden "inhuman" verhalten würde – ohne jedoch konkreter zu werden.

Aus dem US-Außenministerium hieß es auf die Frage, was genau die Regierung als mögliches "inhumanes" Verhalten der Türkei ansehe, dazu gehörten etwa "ethnische Säuberungen" in Kurden-Gebieten. Bislang gebe es keine Hinweise darauf. Man beobachte die Lage aber intensiv. Trump hatte auf Twitter geschrieben, die USA hätten drei Optionen in dem Konflikt: die Entsendung tausender Soldaten in das Gebiet, harte wirtschaftlichen Strafmaßnahmen gegen die Türkei oder eine Vermittlung zwischen beiden Seiten. Trump betonte in Washington, eine Entsendung von Truppen sei das, was er am wenigsten wolle.

Aus dem Außenministerium hieß es mit Blick auf die Militäroffensive der Türkei: "Wir werden unser Bestes tun, um diese Sache zu stoppen." Der Präsident habe die Anweisung gegeben, nach möglichen Wegen zu einem Waffenstillstand zwischen beiden Seiten zu suchen.

Donnerstag, 10. Oktober, 23.00 Uhr: Offensive geht weiter

Die türkische Armee und ihre Verbündeten setzten ihre Angriffe auf syrische Grenzorte auch am späten Donnerstagabend fort. Kurdische Quellen berichteten von schweren Kämpfen am Stadtrand von Ras al-Ain. Die von den Kurdenmilizen angeführten Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) hätten dort einen Versuch türkischer Truppen abgewehrt, den Grenzort einzunehmen.

Laut der Hilfsorganisation Kurdischer Roter Halbmond wurden bei Angriffen am Donnerstag sieben Menschen getötet und 25 weitere verletzt. Das türkische Verteidigungsministerium teilte der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu zufolge mit, dass 228 "Terroristen" seit Beginn der Offensive getötet worden seien. Elf syrische Dörfer seien "befreit" worden. Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte hatte erklärte, türkische Truppen hätten innerhalb von 24 Stunden sieben syrische Dörfer eingenommen. Hier lesen Sie die gesamte Zusammenfassung. 

21.00 Uhr: Kurden demonstrieren in Deutschland

Mehrere Tausend Menschen demonstrierten am Donnerstag gegen die türkische Offensive in Nordsyrien. Schwerpunkt dabei war Nordrhein-Westfalen. In Münster berichtete ein Polizeisprecher von rund 1.000 Demonstranten, in Köln waren es laut einem Sprecher mehrere Hundert. Bis zum Abend blieben alle Kundgebungen weitgehend friedlich, wie Polizeisprecher vor Ort sagten.

Auch in Berlin, Stuttgart und Magdeburg gingen Demonstranten auf die Straße.

20.40 Uhr: Türkei will Verantwortung für IS-Gefangene nehmen

Die Türkei wird nach eigener Darstellung die Verantwortung für die IS-Gefangenen im Nordosten Syriens übernehmen, sobald sie dort die sogenannte Sicherheitszone errichtet hat. Wenn IS-Lager oder -Gefängnisse in der Zone lägen, dann sei die Türkei dafür verantwortlich, sagte Außenminister Mevlüt Cavusoglu am Donnerstag in Ankara.

Die Türkei werde die Heimatländer ausländischer IS-Angehöriger auffordern, diese zurückzunehmen. Sollten sich die Herkunftsländer weigern, wie das viele täten, dann sei es die Aufgabe der Türkei dafür zu sorgen, dass die IS-Kämpfer nicht freikämen.

19.14 Uhr: Türkei – Offensive geht nicht über 30-Kilometer-Zone hinaus

Die Türkei will ihren Vormarsch in den Nordosten Syriens nach eigenen Angaben nicht über eine Zone von 30 Kilometern hinaus vorantreiben. "Wir gehen 30 Kilometer weit in die Sicherheitszone hinein, dort wird der Terror beseitigt werden", sagte der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu am Donnerstagabend. 

Die Türkei will durch ihren "Quelle des Friedens" genannten Militäreinsatz entlang der Landesgrenze eine sogenannte Sicherheitszone auf syrischem Boden errichten und verlangt den Abzug der YPG aus dem 30 Kilometer breiten Streifen. Dort sollen dann bis zu zwei Millionen in die Türkei geflohene meist arabische Syrer angesiedelt werden. Die Türkei befürchtet ein Erstarken der Kurden jenseits ihrer Südgrenze und damit auch der nach Autonomie strebenden Kurden im eigenen Land.

19.04 Uhr: Deutschland fordert bei UN Ende von türkischer Offensive

Deutschland und fünf weitere EU-Länder haben bei den Vereinten Nationen erneut ein Ende der türkischen Militäroffensive in Syrien gefordert. "Neue bewaffnete Auseinandersetzungen im Nordosten werden die Stabilität der ganzen Region weiter gefährden, das Leid der Zivilisten vergrößern und weitere Vertreibungen mit sich bringen, die die Zahl der Flüchtlinge in Syrien und der Region vergrößern werden", teilten Deutschland, Belgien, Frankreich, Polen, Großbritannien und Estland am Donnerstag in einer gemeinsamen Erklärung mit. Estland sitzt ab dem kommenden Jahr im UN-Sicherheitsrat, Deutschland, Belgien und Polen derzeit, Frankreich und Großbritannien sind ständige Mitglieder.

Deutschland verurteile diese Offensive "auf schärfstmögliche Weise", hatte der stellvertretende deutsche UN-Botschafter Jürgen Schulz am Donnerstag vor einer Sitzung des UN-Sicherheitsrats in New York gesagt. "Wir glauben, dass diese Offensive das Risiko einer weiteren Destabilisierung der gesamten Region und eines Wiedererstarkens des Islamischen Staats mit sich bringt." 

Anstelle dessen müsse der politische Prozess fortgesetzt werden. "Aber die türkische Offensive droht eine weitere humanitäre Katastrophe und weitere Flüchtlingsbewegungen zu entfesseln." Am Mittwoch hatte Deutschland im Namen der fünf EU-Mitgliedsländer des Rates - neben Deutschland sind das Polen, Belgien, Frankreich und Großbritannien - beantragt, das Thema am Donnerstag in einer Sitzung des Gremiums anzusprechen. Das Treffen lief hinter verschlossenen Türen.

18.23 Uhr: Stopp von Waffenexporten gefordert: Grüne und Linke wollen Türkei unter Druck setzen

Nach dem Einmarsch türkischer Truppen in Nordsyrien haben Grüne und Linke einen Stopp aller Rüstungsexporte in die Türkei gefordert. Führende Politiker beider Parteien verlangten am Donnerstag unabhängig voneinander, alle Lieferungen von Waffen und anderen Rüstungsgütern an den Nato-Partner einzustellen.

"Der Normalisierungskurs der Bundesregierung gegenüber Ankara ist gescheitert und hat Präsident Erdogan nur bestärkt in seinem autokratischen, anti-demokratischen Kurs", erklärten der Bundestagsabgeordnete Cem Özdemir und Parlamentsvizepräsidentin Claudia Roth (beide Grüne). Es seien auch wirtschaftlicher Druck und die Einbestellung des türkischen Botschafters notwendig.

18.15 Uhr: Türkisches Militär und Verbündete kesseln zwei Städte in Syrien ein

Das türkische Militär und verbündete Rebelleneinheiten haben nach eigenen Angaben bei ihrer Offensive im Nordosten Syriens zwei Städte eingekesselt. Die Grenzstädte Ras al Ain und Tel Abjad seien nun umzingelt, erklärte am Donnerstag ein Sprecher der Miliz Nationale Armee, die das türkische Militär im Kampf gegen die von der Kurden-Miliz YPG geführten Syrischen Demokratischen Streitkräfte (SDF) unterstützt. Türkische Bodentruppen und Kämpfer der Nationalen Armee hätten zuvor mehrere Dörfer in der Umgebung der Städte unter ihre Kontrolle gebracht, sagte der Sprecher.


In den beiden Städten, die unter Kontrolle der SDF stehen, leben überwiegen arabische Syrer. Die Orte sind ein wichtiges Ziel der türkischen Führung, die hofft, dass sich die dortige arabische Bevölkerung von der kurdischen Regionalverwaltung lossagt.

18.05 Uhr: Zwei Zivilisten bei Beschuss durch kurdische Miliz in der Türkei getötet

Bei dem Beschuss der türkischen Grenzstädte Akcakale und Ceylanpinar durch eine kurdische Miliz in Nordsyrien sind am Donnerstag zwei Zivilisten getötet worden. Bei den Opfern handele es sich um ein syrisches Baby und einen 46 Jahre alten Mitarbeiter des Finanzamts in Akcakale, teilte das örtliche Gouverneursamt in Sanliurfa mit. Beim Einschlag von Raketen und Geschossen seien zudem 46 Menschen verletzt worden.

17.44 Uhr: Türkische Justiz nimmt Kritiker von Militäroffensive ins Visier

Nach dem Beginn der türkischen Offensive in Nordsyrien hat die Justiz in der Türkei Ermittlungen gegen dutzende Kritiker des Militäreinsatzes eingeleitet und zahlreiche Menschen festgenommen. In der südöstlichen Stadt Mardin wurden am Donnerstag 21 Menschen unter dem Vorwurf der "Terrorpropaganda" festgenommen, wie die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu meldete. Gegen 78 Internetnutzer wurden demnach bereits zuvor Ermittlungen eingeleitet.

Die Staatsanwaltschaft in Ankara teilte mit, sie habe Ermittlungen gegen die beiden Vorsitzenden der prokurdischen Demokratischen Partei der Völker (HDP), Sezai Temelli und Pervin Buldan, sowie weitere Abgeordnete der Partei eingeleitet. Sie hatten die türkische Offensive zuvor als "Invasion" bezeichnet. Temelli erneuerte trotz der Ermittlungen seine Kritik und sprach von einer "Aggression" und einer "versuchten Besatzung".

Auch damals wurden in der Türkei hunderte Kritiker des Einsatzes festgenommen. Die oppositionelle Zeitung "Birgün" teilte am Donnerstag mit, dass der Chef ihrer Website, Hakan Demir, am Morgen festgenommen worden sei. Später kam er unter Auflagen wieder frei. "Birgün" war am Mittwoch im Internet scharf kritisiert worden für einen Artikel, in dem sie über zivile Opfer der Offensive geschrieben hatte. Die türkische Armee betont, alle Maßnahmen zum Schutz der Zivilisten zu ergreifen und nur gegen "Terroristen" vorzugehen.

15.43 Uhr: Tolu über Meinungsfreiheit in der Türkei

"Es sind bereits 78 Menschen festgenommen worden," schreibt die Journalistin Meşale Tolu auf Twitter. Die türkische Polizei habe angekündigt, dass kritische Beiträge auf dem Kurznachrichtendienst "zu Konsequenzen führen würden." Die Deutsche mit kurdischer Herkunft war 2017 selbst in der Türkei im Rahmen ihrer Pressetätigkeit festgenommen worden und saß mehrere Monate im Gefängnis. Mittlerweile ist sie wieder in Deutschland.

15.33 Uhr: Aktivisten: Mehr als 60.000 Menschen fliehen

Die türkische Offensive in Nordsyrien hat in nur einem Tag Zehntausende Menschen in die Flucht getrieben, erklärte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Donnerstag. Die meisten stammten demnach aus den syrischen Grenzstädten Ras al-Ain, Tal Abjad und Derbasije und würden nach Osten in Richtung der Stadt Hasake fliehen. Reporter der Nachrichtenagentur AFP sahen in Ras al-Ain zahlreiche Einwohner, die zu Fuß, in Autos und auf Motorrädern mit ihrem Gepäck aus der Kampfzone flohen.

14.12 Uhr: Frankreich bestellt türkischen Botschafter ein

Frankreich hat im Zusammenhang mit dem Beginn der türkischen Militäroffensive in Nordsyrien den türkischen Botschafter einbestellt. Das bestätigten diplomatische Quellen. Frankreich hatte die Militäroffensive zuvor verurteilt. Sie laufe Gefahr, die Sicherheit der Europäer zu gefährden und müsse enden, hatte Außenminister Jean-Yves Le Drian erklärt.

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hatte sich am Dienstagabend mit der Kurdenvertreterin Ilham Ahmed getroffen und bekräftigt, dass Frankreich an der Seite der kurdisch geführten Syrisch-Demokratischen Kräfte (SDF) stehe.

13.46 Uhr: Erdogan: 109 "Terroristen" getötet

Das türkische Militär hat bei seinem Einsatz gegen kurdische Milizen in Nordsyrien laut Präsident Recep Tayyip Erdogan bisher 109 "Terroristen" getötet. Das sagte er bei einer Veranstaltung seiner Regierungspartei AKP in Ankara. Mit "Terroristen" sind die Kämpfer der kurdischen YPG-Miliz gemeint, die auf syrischer Seite der Grenze ein großes Gebiet kontrolliert. Die Miliz ist das Ziel der türkischen Offensive. Die Türkei sieht in ihr einen Ableger der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK in der Türkei und damit eine Terrororganisation.

Auch Verletzte habe es gegeben, sagte Erdogan. Manche Kämpfer der Gegenseite hätten sich ergeben. "Mit Beteiligung aller Kräfte wird unsere Operation in den Regionen Tall Abjad und Ras al-Ain fortgesetzt", kündigte er an.

13.07 Uhr: Erdogan droht mit Öffnung der Grenze

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat die Kritik der Europäer an der türkischen Militäroffensive in Nordsyrien reagiert und damit gedroht, die Grenzen für syrische Flüchtlinge zu öffnen. "Hey EU, wach auf! Ich sage erneut: Wenn ihr unsere Operation als Invasion darzustellen versucht, ist unsere Aufgabe einfach: Wir werden die Türen öffnen und 3,6 Millionen Menschen werden zu euch kommen", sagte Erdogan in Ankara.

13.04 Uhr: "Ein Schlag in unser Gesicht"

Erdogan bringt den Krieg zurück nach Nordsyrien und riskiert mit seiner Bodenoffensive einen Flächenbrand. Deutschland darf nicht akzeptieren, dass ein Nato-Partner das Völkerrecht bricht, kommentiert Patrick Diekmann.

8.01 Uhr: Türkisches Militär rückt weiter vor

Das türkische Militär hat seine Offensive gegen Kurdenmilizen in Nordsyrien in der Nacht fortgesetzt. In einem Tweet des Verteidigungsministeriums in Ankara vom frühen Morgen hieß es, "die heldenhaften Soldaten" rückten mit der "Operation Friedensquelle" im Osten des Flusses Euphrat weiter vor.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hatte den Beginn des lange geplanten Militäreinsatzes am Mittwochnachmittag per Twitter bekanntgegeben. In den ersten Stunden der türkischen Angriffe waren nach Angaben von Aktivisten mindestens 15 Menschen getötet worden. Unter den acht zivilen Opfern seien auch zwei Kinder.

7.55 Uhr: Warnungen vor neuer Flüchtlingskrise

Das UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR warnt angesichts der türkischen Offensive in Nordsyrien vor neuen Fluchtbewegungen. Er fürchte, dass "erneute Kampfhandlungen zu neuen Fluchtbewegungen und neuer Vertreibung innerhalb Syriens führen werden", sagte der UNHCR-Repräsentant in Deutschland, Dominik Bartsch, der "Welt". Bartsch betonte zudem, dass die "Ressourcen der humanitären Akteure in und um Syrien im neunten Kriegsjahr längst am Limit" seien.

Auch der Präsident der Gesellschaft für Sicherheitspolitik Johannes Varwick warnte in der Zeitung vor neuen Fluchtbewegungen und den Auswirkungen des türkischen Einmarsches auf die Region. "Wenn nun die Kurden im Zuge der türkischen Invasion aus Nordsyrien vertrieben werden, dann löst das gewiss eine neue Flüchtlingskrise aus, die die Region weiter destabilisiert", sagte Varwick. Davon werde sich auch Deutschland nicht abschotten können. Die bisherige "westliche Passivität" kritisierte er.

6.18 Uhr: USA übernehmen mehrere IS-Kämpfer von Kurdenmilizen

Das US-Militär hat angesichts des türkischen Einmarschs in Nordsyrien mehrere Kämpfer der Terrororganisation Islamischer Staat (IS) aus den Händen der Kurdenmilizen übernommen. Darunter seien die für ihre Brutalität berüchtigten Briten Alexanda Kotey und El Schafi Elscheich, die in den Irak gebracht werden sollten, berichteten die "Washington Post" und die "New York Times". Die beiden sollen an der Enthauptung von Geiseln beteiligt gewesen sein und zu einer IS-Zelle gehört haben, die wegen ihrer Herkunft und ihres britischen Akzents auch "The Beatles" genannt wurde.

Kotey und Elscheich waren nach Angaben des US-Militärs im Januar vergangenen Jahres gefangen genommen worden. Sie wurden danach den Syrischen Demokratischen Kräften (SDF) übergeben, einem US-Verbündeten. Bislang wurden gefangene IS-Kämpfer in Nordsyrien von SDF-Kräften bewacht, die sich nun aber auf den Kampf gegen die türkischen Streitkräfte konzentrieren dürften. US-Präsident Donald Trump hatte dem türkischen Einmarsch am Mittwoch mit dem Rückzug von US-Truppen aus dem syrischen Grenzgebiet zur Türkei den Weg geebnet.

4.00 Uhr: Tausende Menschen nach Offensive in Syrien auf der Flucht

Die Offensive türkischer Truppen auf Kurdengebiete in Nordsyrien hat nach Augenzeugenberichten die Flucht Tausender Menschen ausgelöst. Massen von Zivilisten würden die Stadt Tel Abyad, die auf der syrischen Seite der Grenze genau gegenüber der türkischen Stadt Akcakale liegt, verlassen, sagte ein Zeuge am Telefon. Von Akcakale aus sahen Reuters-Journalisten Einschläge in Tel Abyad. Mehrfach wurden Raketen von türkischer Seite aus auf die Stadt oder deren Umgebung abgeschossen. Per Tweet teilte der Sprecher der von Kurden dominierten Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) mit, ein Bodenangriff der türkischen Armee sei abgewehrt worden.

Auch aus der ebenfalls unmittelbar an der Landesgrenze gelegenen Stadt Ras al Ain flohen Tausende Menschen. Nach SDF-Angaben wurden bei Luftangriffen mindestens fünf Zivilisten und drei SDF-Kämpfer getötet, Dutzende Menschen seien verletzt worden.

2.00 Uhr: Trump: "Kurden haben uns nicht in der Normandie geholfen"

Mit einem absurden historischen Vergleich hat US-Präsident Donald Trump den Abzug von US-Soldaten aus Nordsyrien verteidigt: Die jetzt von einer türkischen Militäroffensive betroffenen Kurden hätten die USA schließlich nicht im Zweiten Weltkrieg und bei der Alliierten-Landung in der Normandie 1944 unterstützt. "Sie haben uns nicht im Zweiten Weltkrieg geholfen, sie haben uns beispielsweise nicht mit der Normandie geholfen", sagte Trump am Mittwoch in Washington. Die Kurden würden vielmehr für "ihr Land" kämpfen.

Der US-Präsident verwies bei seiner Argumentation auf einen "sehr, sehr starken Artikel" vom Mittwoch. Offenbar meinte Trump damit einen Kommentar auf der konservativen Website Townhall, in dem seine Entscheidung zum Abzug der US-Truppen aus Nordsyrien verteidigt wurde.

Die USA hätten den Kurden bereits viel Unterstützung zukommen lassen, führte Trump aus. "Wir haben enorme Geldbeträge ausgegeben, um den Kurden zu helfen, mit Munition, mit Waffen, mit Geld, mit Sold." Zugleich betonte Trump: "Wir mögen die Kurden".

1.55 Uhr: Republikaner kritisieren Trump wegen Truppenabzug aus Syrien

Senator Lindsey Graham – einer der engsten Vertrauten von Trump im Kongress und Republikaner wie er – kritisierte den Präsidenten offen: "Dies ist die Mentalität vor dem 11. September, die den Weg für den 11. September ebnete: Was in Afghanistan passiert, geht uns nichts an. Wenn er damit weitermacht, ist dies der größte Fehler seiner Präsidentschaft", sagte Graham dem Sender "Fox News" mit Blick auf die Angriffe von Islamisten in den USA mit vier gekaperten Flugzeugen im Jahr 2001.

Auch Liz Cheney aus der Fraktionsführung der Republikaner im Repräsentantenhaus kritisierte Trump. Seine Entscheidung werde "schlimme und vorhersehbare Folgen" haben. "Die USA lassen unsere verbündeten Kurden im Stich, die vor Ort gegen den islamischen Staat (IS) gekämpft und zum Schutz des US-Heimatlandes beigetragen haben. Diese Entscheidung hilft den Gegnern der USA, Russland, dem Iran und der Türkei und ebnet den Weg für ein Wiederaufleben des IS." Sie kündigte an: "Der Kongress muss und wird handeln, um die katastrophalen Auswirkungen dieser Entscheidung zu begrenzen."

Mittwoch, 9. Oktober, 23.55 Uhr: US-Senatoren wollen Erdogan persönlich mit Sanktionen belegen

Nach dem türkischen Einmarsch in Nordsyrien wollen Senatoren im US-Kongress den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan persönlich mit Sanktionen belegen. Das geht aus dem Entwurf für eine parteiübergreifende Resolution der Senatoren Lindsey Graham (Republikaner) und Chris Van Hollen (Demokraten) hervor, den Graham am Mittwoch auf Twitter veröffentlichte. Der Entwurf sieht vor, dass etwaiger Besitz Erdogans, des türkischen Vizepräsidenten und mehrerer Minister in den USA eingefroren würde. Außerdem würden Visabestimmungen für die politische Führung des Landes verschärft.

Der Entwurf sieht zahlreiche weitere Strafmaßnahmen gegen die Türkei vor. Unter anderem würde der Verkauf von US-Rüstungsgütern für die türkischen Streitkräfte verboten. Auch Ausländer, die Rüstungsgeschäfte mit den türkischen Streitkräften machten, würden mit Sanktionen belegt. Dasselbe gilt für Geschäfte mit dem türkischen Energiesektor. Aus dem Kongress hieß es, der Entwurf der Resolution werde vermutlich nächste Woche eingebracht, wenn das Repräsentantenhaus und der Senat wieder zusammenkommen.

Graham hatte zuvor mitgeteilt, er erwarte, dass die Resolution eine Zweidrittelmehrheit bekomme. Damit könnte dann auch ein etwaiges Veto von US-Präsident Donald Trump überstimmt werden. Graham hatte der Regierung in Ankara im Falle des am Mittwoch erfolgten Einmarsches in Nordsyrien mit "Sanktionen aus der Hölle" gedroht.

21.41 Uhr: Türkei beginnt Bodenoffensive in Nordsyrien

Die Türkei ist am Mittwochabend mit Bodentruppen nach Nordsyrien eingedrungen. Die türkische Armee habe mit Unterstützung syrischer Milizen eine Bodenoffensive gegen die kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG) in Nordsyrien begonnen, teilte das Verteidigungsministerium in Ankara mit. Ein Sprecher von einer der beteiligten syrischen Rebellengruppen sagte, der Angriff habe in der syrischen Grenzstadt Tal Abjad begonnen.

In der Nähe von Akcakale, im Südosten der Türkei, sind offenbar Mörsergranaten eingeschlagen.  (Quelle: AP/dpa)In der Nähe von Akcakale, im Südosten der Türkei, sind offenbar Mörsergranaten eingeschlagen. (Quelle: AP/dpa)

21.11 Uhr: 15 Tote bei türkischen Angriffen auf Syrien

In den ersten Stunden nach Beginn des türkischen Angriffs auf die Kurden im Norden Syriens sind nach Berichten von Aktivisten mindestens 15 Menschen getötet worden, darunter acht Zivilisten. Unter den zivilen Opfern seien auch zwei Kinder, erklärte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Mittwoch. Bei den anderen Toten handele es sich um Kämpfer der von Kurden angeführten Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF). Die Menschenrechtler berichteten zudem von mehr als 40 Verletzten, darunter 13 Zivilisten.

Die prokurdischen Medienaktivisten des Rojava Informationszentrums meldeten fünf getötete Zivilisten und beriefen sich dabei auf kurdische Sicherheitskräfte.

20.34 Uhr: EU-Staaten fordern Abbruch von türkischer Militäroffensive

Die EU-Staaten haben die Türkei in einer gemeinsamen Erklärung zum Abbruch der Militäroffensive in Nordsyrien aufgefordert. "Erneute bewaffnete Auseinandersetzungen im Nordosten werden die Stabilität in der ganzen Region weiter untergraben, das Leiden der Zivilisten verschlimmern und zusätzliche Vertreibungen provozieren", heißt es in dem am Mittwochabend veröffentlichten Text. Die unilateralen Handlungen der Türkei gefährdeten zudem die Erfolge der internationalen Koalition gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS). Als Beispiel wurde das Risiko genannt, dass durch die Kämpfe inhaftierte IS-Terroristen freikommen könnten.

Die EU-Staaten machten zudem deutlich, dass sie eine Zwangsumsiedlung von Syrien-Flüchtlingen in eine sogenannte "Sicherheitszone" in Nordsyrien nicht akzeptieren würden. Wo die Rechte der örtlichen Bevölkerung ignoriert würden, werde es auch keine Stabilisierungs- und Entwicklungshilfe geben, heißt es in der von der EU-Außenbeauftragten Federica Mogherini verschickten Erklärung.

Nach Angaben von Diplomaten hatten die Mehrheit der EU-Staaten die Türkei eigentlich bereits vor dem Start der Militäroffensive mit einer EU-Erklärung vor den möglichen Folgen warnen wollen. Der Plan sei aber letztlich an der zunächst fehlenden Zustimmung von Ungarn gescheitert, hieß es. Dies habe viel Unmut ausgelöst.

19.11 Uhr: Trump: Türkischer Einmarsch in Syrien ist "eine schlechte Idee"

US-Präsident Donald Trump hat die neue türkische Militäroffensive gegen kurdische Kräfte in Nordsyrien als "schlechte Idee" verurteilt. In einer am Mittwoch veröffentlichten Erklärung betonte Trump erneut, dass seine Regierung diese Operation "nicht unterstützt".

Trump teilte zudem mit, die Türkei habe sich dazu verpflichtet, dass die Offensive keine neue "humanitäre Krise" auslöse. Seine Regierung werde gegenüber Ankara darauf pochen, dass diese Verpflichtung eingehalten werde.

19.09 Uhr: Kurdische Truppen in Syrien stoppen Kampf gegen IS-Terrormiliz

Nach dem Beginn des türkischen Angriffs auf Syrien haben die von Kurden angeführten Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) alle Operationen gegen die IS-Terrormiliz gestoppt. Die SDF-Truppen konzentrierten sich nun darauf, sich der türkischen Offensive entgegenzustellen, hieß es am Mittwoch aus kurdischen Sicherheitskreisen in Syrien. "Alle Kräfte der SDF sind in den Gebieten nahe der Grenze zur Türkei mobilisiert worden", erklärte ein Sprecher, der namentlich nicht genannt werden wollte.

Die SDF werden von der Kurdenmiliz YPG angeführt. Sie sind in Syrien ein wichtiger Partner der USA im Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS). Die Türkei betrachtet sie hingegen als Terrororganisation und will sie von der Grenze vertrieben.

SDF-Truppen hatten in diesem Frühjahr mit US-Unterstützung die letzte IS-Bastion in Syrien eingenommen. Zellen der Extremisten sind aber weiterhin in dem Bürgerkriegsland aktiv und für Angriffe verantwortlich. Zudem werden Tausende IS-Kämpfer von den Kurden gefangen gehalten, darunter auch deutsche Extremisten.

18.57 Uhr: Syrische Kurden melden zwei zivile Tote bei türkischen Angriffen

Bei der türkischen Offensive in Nordsyrien sind nach Angaben der syrischen Kurden mindestens zwei Zivilisten getötet worden. Die Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) teilten am Mittwoch mit, bei Angriffen auf das Dorf Mischarrafa seien zwei Zivilisten getötet und zwei weitere verletzt worden. Auch in den Städten Tal Abjad, Ras al-Ain, Kamischli und Ain Issa habe es "intensive Bombenangriffe" auf militärische Stellungen und zivile Siedlungen gegeben.

Die SDF sind ein Bündnis der kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG) mit kleineren arabischen Milizen. Ihren Angaben zufolge flogen mindestens 25 türkische Kampfflugzeuge über die Grenzregion. 

Tausende Zivilisten würden von der syrischen Grenzstadt Ras al-Ain nach Süden fliehen, erklärte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte. Aus dem Umland würden die Menschen zudem ins Zentrum von Tal Abjad fliehen, wo es noch keine Angriffe gab. Ein AFP-Reporter sah in Ras al-Ain Einwohner, die zu Fuß mit ihrem Gepäck vor den Angriffen flohen. Auch vollgepackte Autos und Motorräder verließen in langen Schlangen die Stadt.

18.50 Uhr: Geschosse schlagen aus Syrien in der Türkei ein

Nach dem Start der türkischen Militäroffensive gegen die Kurdenmiliz YPG in Nordsyrien sind nach türkischen Medienberichten mehrere Geschosse in der Türkei eingeschlagen. Zwei Mörsergranaten seien aus der von der YPG kontrollierten Stadt Ras al-Ain in Nordsyrien abgefeuert worden und im Zentrum des türkischen Grenzbezirks Ceylanpinar eingeschlagen, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu am Mittwoch.

Aus der weiter im Nordosten Syriens gelegenen Stadt Kamischli seien sechs Raketen abgefeuert worden. Sie seien im Zentrum des türkischen Grenzbezirks Nusaybin eingeschlagen. Verletzte gebe es nicht.

Kamischli liegt im Nordosten Syriens und außerhalb der Region, auf die die Türkei ihre Offensive zurzeit zu fokussieren scheint. Das türkische Militär hatte den Einsatz gegen die YPG am Mittwochnachmittag mit Luftangriffen auf die Grenzstadt Tall Abjad und Ras al-Ain begonnen. Die beiden syrischen Städte liegen rund 120 Kilometer auseinander.

Das Gouverneursamt der Provinz Sanliurfa teilte mit, an der Grenze sei auf türkischer Seite eine militärische Sperrzone eingerichtet worden, um die Sicherheit der Bevölkerung zu gewährleisten.

16.57 Uhr: Maas verurteilt türkische Syrien-Offensive "auf das Schärfste"

Bundesaußenminister Heiko Maas hat die türkische Offensive im Nordosten Syriens "auf das Schärfste" verurteilt. "Die Türkei nimmt damit in Kauf, die Region weiter zu destabilisieren und riskiert ein Wiedererstarken des IS", sagte Maas am Mittwoch in Berlin. Es drohe nun eine weitere humanitäre Katastrophe sowie eine neue Fluchtbewegung. "Wir rufen die Türkei dazu auf, ihre Offensive zu beenden und ihre Sicherheitsinteressen auf friedlichem Weg zu verfolgen." Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hatte zuvor den Beginn der Militäroffensive in Nordsyrien verkündet. Sie richtet sich gegen die kurdische YPG-Miliz, die von der Türkei als Terrororganisation angesehen wird.

Türkei, Sanliurfa: Artilleriegeschütze der türkischen Streitkräfte werden an ihre neuen Positionen nahe der Grenze zu Syrien in der türkischen Provinz Sanliurfa gebracht. (Quelle: dpa)Türkei, Sanliurfa: Artilleriegeschütze der türkischen Streitkräfte werden an ihre neuen Positionen nahe der Grenze zu Syrien in der türkischen Provinz Sanliurfa gebracht. (Quelle: dpa)

16.38 Uhr: Trittin fordert Folgen für das Nato-Mitglied Türkei

Der Außenpolitiker der Grünen Jürgen Trittin hat vor der Jahrestagung der Nato am Wochenende in London einen Brief an Außenminister Heiko Maas (SPD) und Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) geschrieben. Darin ruft er die beiden auf, Konsequenzen zu ziehen. Das Schreiben liegt t-online.de vor. 

Trittin, der als Mitglied der Parlamentarischen Versammlung der Nato an der Herbsttagung teilnehmen wird, nennt die türkische Invasion einen "Verstoß gegen das Völkerrecht". "Ich gehe davon aus, Sie teilen die Einschätzung", schreibt er an Maas und Kramp-Karrenbauer. "Dies darf für das NATO-Mitglied Türkei nicht ohne Folgen bleiben."

Unter anderem müsse der Türkei klar gemacht werden, dass sie sich nicht auf die Beistandsverpflichtung der Nato berufen und auch nicht mit Unterstützung rechnen könne. Deutsche Luftaufklärung dürfe auch nicht von der Türkei im Einsatz gegen die syrischen Kurden genutzt werden. 

15.19 Uhr: Erdogan bestätigt Beginn der Kampfhandlungen

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat den Beginn eines Militäreinsatzes gegen die kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG) in Nordsyrien verkündet. Die "Operation Friedensquelle" gegen die YPG und die Dschihadistenmiliz "Islamischer Staat" (IS) habe begonnen, schrieb Erdogan am Mittwoch im Kurzmitteilungsdienst Twitter. Sie solle die "terroristische Bedrohung" an der türkischen Grenze beseitigen und Frieden schaffen.

Zudem solle bei dem gemeinsamen Einsatz mit der Syrischen Nationalarmee eine "Sicherheitszone" geschaffen werden, um die Rückkehr syrischer Flüchtlinge zu erleichtern, schrieb Erdogan. Die Syrische Nationalarmee ist der neue Name eines Zusammenschlusses von syrischen Rebellengruppen, die an der Seite der türkischen Streitkräfte kämpfen. Die Schaffung der "Sicherheitszone" war im August mit den USA vereinbart worden.

15.02 Uhr: Damaskus kündigt für den Fall eines türkischen Einmarsches Gegenschlag an

Das syrische Außenministerium hat einen Gegenschlag angekündigt, sollte das türkische Militär in Nordsyrien einmarschieren. In diesem Zuge verurteilte Damaskus die "kriegerischen Erklärungen, feindlichen Absichten und das Zusammenziehen von Truppen" an der Grenze. Das Vorgehen der türkischen Regierung zeige deren "expansionistische Ambitionen".

13.57 Uhr: Assad-Regierung kritisiert geplanten Angriff des "Erdogan-Regimes"

Syrien zeigt sich entschlossen, gegen die geplante Offensive der Türkei im Norden des Bürgerkriegslandes vorzugehen. Bei den "rücksichtslosen Erklärungen und feindlichen Absichten des türkischen Regimes" handele es sich um einen offenen Verstoß gegen die Souveränität des Landes, hieß es aus dem Außenministerium in Damaskus, wie die staatliche Agentur Sana meldete. Syrien bekräftige seinen Willen, sich der "Aggression" entgegenzustellen.

Das "feindselige Verhalten des Erdogan-Regimes" zeige die Expansionsbestrebungen der Türkei, hieß es weiter. Zugleich beschuldigte Syriens Regierung die Kurden, sie trügen die Verantwortung für die Ereignisse, weil sie sich den US-Amerikanern ausgeliefert hätten.

11.45 Uhr: Bericht: Erste türkische Truppen überqueren Grenze

Die Türkei soll begonnen haben, mit kleinen Militärgruppen die Grenze zu Syrien zu überqueren. Das berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf einen nicht näher benannten türkischen Offiziellen. Vorabgruppen hätten am frühen Mittwoch an zwei Orten die Grenze überschritten, nahe den Städten Tall Abyad und Ra's al-'Ain. Sie sollen dem Offiziellen zufolge die Offensive vorbereiten. 

Nach Angaben der türkischen Regierung hat die geplante Offensive noch nicht begonnen. Der türkische Verteidigungsminister Hulusi Akar sagte laut staatlicher Nachrichtenagentur Anadolu, die Vorbereitungen dafür gingen weiter. "Unsere Anstrengungen für die Operation werden fortgesetzt." Auch kurdische Quellen bestätigten den Beginn der Offensive zunächst nicht.

10.35 Uhr: Kurden verkünden Generalmobilmachung gegen türkischen Angriff

Vor der geplanten türkischen Offensive im Norden Syriens bringen die Kurden ihre Truppen in Stellung. Die kurdische Autonomieverwaltung in der Region verkündete am Mittwoch eine dreitägige Generalmobilmachung. Angesichts der zunehmenden Drohungen der Türkei und ihrer syrischen "Söldner" würden alle aufgerufen, sich an die Grenze zu begeben, um in diesen "kritischen historischen Momenten" Widerstand zu leisten, hieß es in einer Erklärung. Kurden weltweit wurden aufgefordert, gegen die Offensive zu demonstrieren.

Die türkische Regierung hatte zuvor bekräftigt, eine Offensive gegen die Kurden in Nordsyrien werde "in Kürze" beginnen. Auch die mit der Türkei verbündeten syrischen Rebellen verlegten ihre Truppen in das betroffene Gebiet. Die Offensive soll sich gegen kurdische Truppen östlich des Flusses Euphrat richten. Die Kurdenmiliz YPG kontrolliert dort ein großes Gebiet an der Grenze zur Türkei. Ankara sieht in der Miliz eine Terrororganisation. Die YPG ist zugleich ein wichtiger Verbündeter der USA im Kampf gegen die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) in Syrien.

9.50 Uhr: Moskau warnt: US-Truppenabzug könnte "ganze Region in Brand setzen"

Russlands Außenminister Sergej Lawrow hat die Syrien-Politik der USA scharf kritisiert. Der Truppenabzug der USA aus Nordsyrien könne "die ganze Region in Brand setzen", warnte Lawrow am Mittwoch in der kasachischen Hauptstadt Nur-Sultan.

Die USA spielten ein "sehr gefährliches Spiel", indem sie widersprüchliche Signale zum US-Truppenabzug nach Syrien schickten, sagte Lawrow. Die Äußerungen aus Washington hätten die Kurden "extrem beunruhigt". Verwirrung und Angst könnten "die ganze Region in Brand setzen". Dies müsse "um jeden Preis" verhindert werden, fügte Lawrow hinzu.

8.31 Uhr: CDU-Politiker Röttgen: Türkischer Einmarsch wäre "eindeutig völkerrechtswidrig"

Der CDU-Politiker Norbert Röttgen geht von einer baldigen Militäroffensive der Türkei in Nordsyrien aus. US-Präsident Trump habe der Türkei mit dem Abzug der US-Streitkräfte von der syrisch-türkischen Grenze "grünes Licht" für einen Einmarsch gegeben, sagte Röttgen im "ZDF-Morgenmagazin". Ein solches militärisches Eingreifen wäre allerdings "eindeutig völkerrechtswidrig", warnte Röttgen.

Röttgen warf Trump vor, die Kurden in Nordsyrien, die "am Boden gegen den IS gekämpft haben, wie eine heiße Kartoffel fallen gelassen" zu haben. Mit Blick auf den erwarteten türkischen Militäreinsatz warnte der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses im Bundestag vor einer neuen Kriegsfront, die zu "Destabilisierung" in der Region, "Unberechenbarkeit" und "Flucht" führen werde. Die Kurden müssten sich nun einen neuen Partner suchen, um "ihre Heimat zu verteidigen". Dafür habe sich bereits "der Staatsterrorist Assad" angeboten.
 


Mit dem Truppenabzug marginalisierten sich die USA weiter, kritisierte Röttgen. Die USA seien eine "unersetzbare Führungsmacht", die sich an die Spitze des Kampfes gegen die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) gestellt habe. Die neue Situation in Nordsyrien sei aber auch ein "Desaster der deutschen Außenpolitik beziehungsweise Nicht-Außenpolitik". Deutschland müsse Teil einer europäischen Außenpolitik sein, um "dieses Desaster zu beenden", forderte Röttgen.

8. Oktober, 19.24 Uhr: Türkei meldet Militärschlag an syrisch-irakischer Grenze

Die Türkei hat vor ihrer geplanten Offensive im Nordosten Syriens nach eigenen Angaben eine Nachschubroute kurdischer Kämpfer an der syrisch-irakischen Grenze angegriffen. Eines der Hauptziele des Militärschlags in der Nacht zum Dienstag sei es gewesen, "vor dem Einsatz in Syrien" eine häufig von Kurden genutzte Transitstrecke zwischen dem Irak und Syrien zu unterbrechen, sagte ein Vertreter der Sicherheitskräfte. "Auf diese Weise sind der Transit der Gruppe nach Syrien und Versorgungslinien, einschließlich Munition, abgeschnitten."

Ob es bei dem Angriff Opfer gegeben hat oder welcher Schaden entstanden ist, war zunächst nicht klar. Es soll sich um eine gemeinsame Operation des türkischen Geheimdiensts und des Militärs gehandelt haben. Details waren jedoch nicht eindeutig. Ein Regierungsvertreter sprach von einem Luftangriff. Ein anderer sagte, das Gelände sei "durch verschiedene Maßnahmen unbrauchbar" gemacht worden.

19.03 Uhr: Türkei mobilisiert Rebellen in Syrien

Vor einer geplanten türkischen Offensive gegen Kurdenmilizen in Nordsyrien haben von der Türkei unterstützte syrische Rebellen Truppen in Richtung des betroffenen Gebietes verlegt. Einige gepanzerte Fahrzeuge und Kämpfer der sogenannten Syrischen Nationalarmee seien aus der Region westlich des Flusses Euphrat Richtung Osten unterwegs, meldete die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu am Dienstagabend. 

Azaz: Ein Soldat der "Freien syrischen Armee", die von der Türkei unterstützt wird, steht während eines militärischen Trainingsmanövers auf einem militärischen Fahrzeug und feuert ein schweres Maschinengewehr ab. (Quelle: dpa)Azaz: Ein Soldat der "Freien syrischen Armee", die von der Türkei unterstützt wird, steht während eines militärischen Trainingsmanövers auf einem militärischen Fahrzeug und feuert ein schweres Maschinengewehr ab. (Quelle: dpa)

Bei der Stadt Manbidsch, die noch westlich des Flusses liegt, sollten die Rebellen mögliche Angriffe "der PKK" abwehren, berichtete Anadolu weiter. Aus Sicht der Türkei sind die YPG-Milizen ein Ableger der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK und damit Terroristen. Die YPG kontrolliert Gebiete östlich des Euphrat, die die Türkei in eine sogenannte Sicherheitszone verwandeln will.

Wann die Offensive beginnen soll, blieb weiter unklar. Die türkische Armee hat am Dienstag weitere Soldaten und gepanzerte Fahrzeuge an die Grenze verlegt.

15.33 Uhr: Trump – Die USA haben die Kurden in Nordsyrien nicht im Stich gelassen

US-Präsident Donald Trump hat Vorwürfe auch aus den eigenen Reihen zurückgewiesen, sein Land habe die Kurden in Nordsyrien im Stich gelassen. Dies sei "keineswegs" der Fall, schrieb Trump am Dienstag im Kurzbotschaftendienst Twitter. Die USA hätten in der Region, in die nun die Türkei einmarschieren will, lediglich 50 Soldaten gehabt. Den Kurden, die "besonders" und "wunderbare Kämpfer" seien, werde weiter mit Waffen und Geld geholfen, erklärte Trump.

Der US-Präsident bekräftigte zugleich seine Drohung gegen Ankara vom Vortag, das Land wirtschaftlich zu zerstören. "Jegliche unerzwungenen oder unnötigen Kämpfe der Türkei" würden "verheerende" Konsequenzen für die Wirtschaft des Landes nach sich ziehen.

11.17 Uhr: Türkischer Vizepräsident nach Trump-Tweet: Drohungen bewegen uns nicht

Die Türkei gibt sich nach Drohungen von US-Präsident Donald Trump wegen einer geplanten türkischen Offensive in Nordsyrien sowie internationalen Protesten gegen den Plan unbeeindruckt. "Unsere Botschaft an die internationale Gemeinschaft ist klar – die Türkei ist kein Land, das sich von Drohungen bewegen lässt", sagte Vizepräsident Fuat Oktay.

Oktay reagierte damit unter anderem auf einen Tweet von Trump, der am Vortag mit der Zerstörung der türkischen Wirtschaft gedroht hatte, sollte die Türkei etwas unternehmen, das er für tabu halte.

Oktay bekräftigte, dass die Türkei zu dem Plan stehe, in Nordsyrien gegen Kurdenmilizen vorzugehen. Die Türkei werde niemals zulassen, dass unmittelbar an ihrer Grenze "ein Terrorkorridor, ein Terrorstaat" entstehe, was auch immer die Kosten seien. Es sei an der Zeit eine "Sicherheitszone östlich des Euphrat"-Flusses zu schaffen.

3.45 Uhr: Türkei für Offensive in Nordsyrien bereit

Nach der Verlegung von US-Soldaten aus dem Grenzgebiet zwischen der Türkei und Syrien hat die türkische Regierung bekräftigt, für die angekündigte Militäroffensive in Nordsyrien bereit zu sein. Die Türkei sei entschlossen, Terroristen östlich des Euphrat-Flusses zu vertreiben, um das eigene Überleben zu sichern und eine sichere Zone einzurichten, zitierte die türkische Nachrichtenagentur Anadolu am frühen Dienstagmorgen den Sprecher des Außenministeriums, Hami Aksoy. "Auf diese Weise wird eine ernste Bedrohung für die territoriale Ganzheit und Einheit Syriens beseitigt, und es wird eine starke Grundlage geschaffen, um die Rückkehr der Terroristen von Deash und ähnliche Probleme in der Zukunft zu verhindern."

Das Weiße Haus hatte am Sonntag mitgeteilt, US-Streitkräfte würden sich nicht an einer geplanten Offensive der Türkei in Nordsyrien beteiligen und künftig nicht mehr "in der unmittelbaren Region sein". Im Morgengrauen am Montag begannen US-Truppen mit dem Abzug von dort. Der Schritt sorgte sowohl in den USA als auch international für Irritationen und Besorgnis. 

Ziel der Türkei ist es, in Nordsyrien entlang der Grenze zur Türkei eine Zone unter ihrer eigenen Kontrolle einzurichten. Die Türkei nennt sie wahlweise "Sicherheitszone" oder "Friedenszone". Die Zone soll 30 Kilometer tief sein und sich ab dem Euphrat nach Osten bis an die irakische Grenze erstrecken.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagenturen Reuters, dpa, AFP, AP

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