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Barack Obama - ein politischer Senkrechtstarter

Porträt  

Barack Obama - ein politischer Senkrechtstarter

| t-online.de

Von Sascha Hornung

Barack Obama - neuer Stern am Demokratenhimmel (Quelle: Reuters)Barack Obama - neuer Stern am Demokratenhimmel (Quelle: Reuters) "JFK in Schwarz" nennen US-Medien Barack Obama. Vor drei Jahren war der Senator aus Illinois noch weitgehend unbekannt - jetzt will er Geschichte schreiben und erster afroamerikanischer Präsident der USA werden. Seine Chancen, George W. Bush im Oval Office zu beerben, stehen nicht schlecht. #

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Hunger nach einer anderen Politik
Der drahtige 47-Jährige "spürt den Hunger" nach einer anderen Politik. Die Mehrheit der Amerikaner hat genug vom Kriegskurs im Weißen Haus. Umfragen belegen das Woche für Woche. Seine geringe Erfahrung in der Schlangengrube Washington - Obama sitzt erst seit 2005 im US-Senat - scheint für den verheirateten Vater zweier Töchter eher ein Vorteil zu sein. Viele Wähler sind vom politischen Establishment enttäuscht. Nach zahlreichen Korruptions- und Sexskandalen sehnen sich viele nach einem frischen Gesicht.

Auf den Spuren von Lincoln
"Ich weiß, dass ich wenig Zeit hatte zu lernen, wie Washington funktioniert. Aber ich bin lange genug dabei, um zu wissen, dass sich Washington verändern muss", sagte Obama im Frühjahr in Springfield. Nicht zufällig gab er seine Kandidatur vor dem Capitol in der Hauptstadt von Illinois bekannt. 1858 hielt dort ein Abgeordneter eine Grundsatzrede zur Sklavenfrage. Zwei Jahre später eroberte er das Weiße Haus - es war Abraham Lincoln.

Wandel oder Erfahrung?
Seiner großen parteiinternen Rivalin, Hillary Clinton wirft Obama vor, als Teil des Washingtoner Establishments einem echten Politikwechsel nach Bushs Ausscheiden aus dem Amt im Wege zu stehen. Der Zweikampf bei den US-Demokraten reduziert sich auf eine einfache Formel: Wandel oder Erfahrung? Obama verkörpert die Sehnsucht nach Wandel, während Clinton ihre als First Lady erprobte Professionalität anführt.

Aufgewachsen in Hawaii und Indonesien
Obama ist multikulturell geprägt: Sein Vater - ein Kenianer - hütet Ziegen, bevor er ein Stipendium für die USA gewinnt. 1959 lernt Barack Obama senior an der Universität von Hawaii Ann Durham aus Kansas kennen. Obama junior kommt am 4. August 1961 zur Welt. Die Ehe seiner Eltern hält nur kurz. Ann heiratet erneut und nimmt den Zweijährigen mit nach Indonesien, der Heimat ihres zweiten Mannes. Mit zehn kehrt Obama nach Hawaii zurück. Er lebt bei seinen Großeltern und besucht eine Privatschule. Seine Wut über den Rassismus weißer Mitschüler kompensiert er mit Drogen und Alkohol.

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Einsatz für die Armen
Obama schafft den Absprung, geht nach New York und studiert an der Columbia Universität Politik und Jura. 1985 zieht es ihn nach Chicago. Dort leistet er drei Jahre gemeinnützige Arbeit für eine Kirchengruppe. Sein Lohn: 13.000 Dollar im Jahr. In dieser Zeit lernt er die "wahre Bedeutung christlichen Glaubens kennen". Obama geht zurück an die Uni, absolviert 1991 die Harvard Law School mit "magna cum laude" und wird erster schwarzer Chefredakteur der renommierten "Harvard Law Review". Anschließend arbeitet er für eine kleine, auf Bürgerrechte spezialisierte Anwaltskanzlei. Seine Politikerkarriere beginnt 1996 mit der Wahl in den Senat von Illinois, dem er acht Jahre angehört.

Die Menschen im Blick
Obama tritt gern hemdsärmelig auf, häufig auch ohne Krawatte. Den bei US-Politikern oft überstrapazierten Pathos setzt er wohl dosiert ein. Überzeugen will Obama mit Sachargumenten. Die Menschen stellt er in den Mittelpunkt seiner Politik. Das kommt an - parteiübergreifend. "Man kann nicht einfach nur Präsident der USA werden wollen. Man muss das Land verändern wollen", sagt er.

Mission Einheit
Obama versteht sich als Brückenbauer. Er polarisiert nicht, er will das politisch geteilte Land wieder einen: "Es gibt kein liberales Amerika und kein konservatives Amerika, es gibt nur die Vereinigten Staaten von Amerika. Es gibt kein schwarzes Amerika und kein weißes Amerika, kein Latino-Amerika und kein asiatisches Amerika, es gibt nur die Vereinigten Staaten von Amerika“, lautet das Credo seiner Rede, mit der er sich auf dem Parteitag 2004 in die erste Garde der US-Demokraten katapultiert hat.

Wahlkampftour mit Oprah Winfrey
Obama lässt die Grenzen zwischen Politik und Show-Business verschwimmen. Der 46-Jährige wirkt wie ein Fernsehprediger, wenn er von der Wahlkampfbühne seine Heilsbotschaft von einem anderen, gerechteren Amerika verkündet. Zum umjubelten Triumphzug geriet seine Wahlkampftournee mit der in den USA immens beliebten Talkshow-Königin Oprah Winfrey: Zehntausende Besucher strömten in Messehallen und Stadien, um die beiden afroamerikanischen Publikumslieblinge live zu erleben.

Keine Alleingänge
Obama passt in keine Schublade. Das begeistert seine Anhänger und verwirrt seine Gegner. Als gläubiger Christ befürwortet er die Abtreibung und nennt seinen möglichen republikanischen Konkurrenten, Senator John McCain, ein Vorbild. Er ist gegen die Todesstrafe, will die Mittelschicht stärken, Amerika von der "Tyrannei des Öls" befreien, alternative Energien fördern und international Alleingänge der USA vermeiden. Obama sucht den Konsens, aber ohne seine Prinzipien zu verraten. Die Veröffentlichung zweier Bestseller "Dreams from my Father" und "The Audacity of Hope" steigert seine Popularität zusätzlich. Er gesteht freimütig, die beiden autobiografischen Bücher vor allem aus finanziellen Gründen geschrieben zu haben und punktet wiederum mit seiner Offenheit.

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