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USA: Dick Cheney wegen Äußerungen zu Verhörmethoden in der Kritik

Umstrittenes Interview  

Cheney löst Folter-Debatte aus

28.10.2006, 16:06 Uhr | AFP, t-online.de

US-Vizepräsident Dick Cheney hat mit einem Interview zu Foltertechniken einen Aufschrei der Empörung ausgelöst. In einem Radiointerview hatte er am Dienstag gesagt, für ihn sei es eine Selbstverständlichkeit, Terrorverdächtige unter Wasser zu drücken, wenn dadurch Informationen über bevorstehende Anschläge gewonnen werden könnten. Menschenrechtsorganisationen protestierten gegen die Äußerungen des Vize-Staatschefs. US-Präsident George W. Bush und das Weiße Haus versuchten am Freitag, Cheneys Äußerungen zu relativieren. Bush betonte, die USA folterten nicht und würden dies auch in Zukunft nicht tun.

"Robustes Verhörprogramm"
Der konservative Radiomoderator Scott Hennen hatte den US-Vizepräsidenten am Dienstag gefragt, ob für ihn "das Untertauchen unter Wasser eine Selbstverständlichkeit" sei, wenn ein Verhörter dadurch Informationen über Anschläge preisgebe und somit Leben gerettet werden könne. Cheney sagte daraufhin: "Das ist eine Selbstverständlichkeit für mich." Er sei eine Zeit lang als Vize-Präsident "für Folter" kritisiert worden, erklärte er. Die USA folterten aber nicht. Das Land habe vielmehr "ein ziemlich robustes Verhörprogramm ohne Folter - und das ist es auch, was wir tun müssen".

AI rechnet mit schlimmen Folgen
Menschenrechtsgruppen reagierten empört auf die Äußerungen Cheneys. Der Geschäftsführer von Amnesty International USA, Larry Cox, sagte, die aktuelle US-Regierung breche "radikal mit der Tradition der Verteidigung der Menschenrechte, die der Stolz dieses Landes gewesen ist". Ein Sprecher der Menschenrechtsgruppe Human Rights Watch sagte, Cheney habe de facto dem Iran oder auch Syrien grünes Licht für das "water boarding" bei US-Bürgern gegeben, falls diese Länder das Gefühl hätten, dies könne Iranern oder Syrern das Leben retten.

"Water boarding" verboten
Beim "water boarding" werden Gefangene so lange unter Wasser getaucht, bis sie das Gefühl haben zu ertrinken. In den USA ist diese Foltertechnik seit einigen Monaten offiziell verboten. Der Sprecher des Weißen Hauses, Tony Snow, sagte am Freitag, Cheney habe nie vom "water boarding" gesprochen. Der US-Vizepräsident habe lediglich vom "Untertauchen" geredet. Außerdem sei die Frage des Interviewers "vage formuliert" gewesen, kritisierte der Sprecher.

"Dieses Land foltert nicht"
Der US-Präsident schaltete sich auch persönlich ein. "Dieses Land foltert nicht, wir werden nicht foltern", sagte Bush. "Wir verhören Leute, die wir auf dem Schlachtfeld fassen, um herauszufinden, ob sie Informationen haben, die dem Schutz des Landes dienen."


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