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Bush sieht Millionen Arbeitsplätze in Gefahr

Finanzkrise in den USA  

Bush sieht Millionen Arbeitsplätze in Gefahr

25.09.2008, 14:39 Uhr | dpa

US-Präsident Bush warnt vor totalem Kollaps der US-Wirtschaft (Quelle: Reuters)US-Präsident Bush warnt vor totalem Kollaps der US-Wirtschaft (Quelle: Reuters) US-Präsident George W. Bush hat in einer überraschend einberufenen Fernsehansprache vor dramatischen Konsequenzen in der schwelenden Finanzkrise gewarnt. Falls sich Kongress und Regierung nicht "so schnell wie möglich" auf das vorgeschlagene Rettungspaket einigen könnten, drohe eine Rezession mit kaum absehbaren Folgen.

"Unsere gesamte Wirtschaft ist in Gefahr und Millionen Amerikaner könnten ihren Arbeitsplatz verlieren", sagte Bush am Mittwochabend. Zudem drohe Panik auf dem Finanzsektor. Zugleich lud Bush die beiden Präsidentschaftskandidaten Barack Obama und John McCain zu einem Krisengespräch ins Weiße Haus ein. Das Treffen sei gemeinsam mit anderen Senatoren für diesen Donnerstag vorgehen. Ziel sei es, eine schnelle Verabschiedung des Rettungsplans zu erreichen. Wie der TV-Sender CNN meldete, haben beide Kandidaten bereits zugesagt, nach Washington zu kommen.

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McCain unterbricht den Wahlkampf

Zugleich überschattet die Finanzkrise immer mehr den Präsidentschaftswahlkampf: Angesichts der ernsten Lage und der stockenden Beratungen über einen Rettungsplan unterbricht der republikanische US-Präsidentschaftskandidat McCain von diesem Donnerstag an seinen Wahlkampf. Er werde sich persönlich in die Beratungen zwischen Kongress und Regierung einschalten.

Obama will TV-Duell nicht verschieben

Der 72-jährige Senator forderte, die für Freitag geplante erste Fernsehdebatte mit seinem demokratischen Gegner Barack Obama zu verschieben. Dies lehnte Obama, der ebenfalls dem Senat angehört, ab. "Das ist genau die Zeit, in der die Amerikaner etwas von uns hören wollen", begründete der 47-jährige schwarze Senator seine Haltung. Kommentatoren im US-Fernsehen gingen davon aus, dass die Debatte dennoch wie geplant stattfindet.

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Kandidaten wollen zusammenarbeiten

In einer gemeinsamen Erklärung riefen beide Kandidaten dazu auf, die Parteipolitik hinter sich zu lassen und zusammenzuarbeiten. "Jetzt ist die Zeit, dass Demokraten und Republikaner im Geist der Zusammenarbeit zum Wohle des amerikanischen Volkes zusammenkommen", hieß es in der von einem Obama-Sprecher verbreiteten Erklärung. Das von der Regierung vorgelegte Rettungspaket sei zwar fehlerhaft, dennoch dürften die Bemühungen um eine Lösung nicht fehlschlagen. "Wir dürfen keine wirtschaftliche Katastrophe riskieren."

Zum Durchklicken Obamas politische Standpunkte
Zum Durchklicken McCains politische Standpunkte

Einwände gegen Rettungsprogramm

Das erst am vergangenen Freitag von der Regierung vorgeschlagene Rettungspaket ist im Kongress auf scharfe Kritik von Demokraten und Republikanern gestoßen. 700 Milliarden Dollar sollen in die angeschlagene Finanzbranche gepumpt werden. Zwar herrscht grundsätzliche Bereitschaft zu schnellem Handeln, doch gibt es ernste Einwände.

Demokraten fordern Hilfe für Hausbesitzer

Vor allem wird eine parlamentarische Aufsicht über das Milliardenprogramm an in Not geratene Bankhäuser gefordert. Außerdem müssten die Manager solcher Finanzinstitute, denen unter die Arme gegriffen wird, auf ihre extrem hohen Gehälter verzichten. Vor allem die Demokraten verlangen auch Hilfen für Hausbesitzer, die im Zuge der Krise in Not geraten sind. Trotz der Kritik an dem Projekt soll es inzwischen laut CNN bei den Gesprächen nicht näher beschriebenen Fortschritt geben.

"Derzeit keine normalen Bedingungen"

"Ich bin ein starker Anhänger des freien Unternehmertums", sagte Bush. Daher habe auch er zunächst Einwände gegen das staatliche Hilfsprogramm gehabt. "Aber derzeit herrschen keine normalen Bedingungen". Deshalb habe er sich für die geplanten Eingriffe der Zentralbank entschieden.

McCain vergleicht Krise mit 9/11

"Lasst uns die Politik beiseite stellen", begründete McCain die Unterbrechung seines Wahlkampfes. "Es ist Zeit, dass beide Parteien zusammenkommen". Er verglich die derzeitige Finanzkrise mit den Terroranschlägen vom 11. September 2001. Jetzt sei erneut Patriotismus und gemeinsames Zusammenrücken notwendig. Auch Finanzminister Henry Paulson und Zentralbankchef Ben Bernanke hatten am Mittwoch erneut zu einer raschen Einigung aufgerufen.

Medien sehen Risiken in McCain-Strategie

Wie es heißt, will McCain "alle Parteiauftritte und TV-Werbespots" für die nächsten Tage aussetzen. TV-Kommentatoren werteten den Schritt des 72-Jährigen als einen Versuch, sich als "staatsmännischer Retter" zu präsentieren, der die Streitereien der Politik überwinden könne. Man erwarte von dem langjährigen Senator jetzt besonderen Einsatz. "Allerdings ist McCains Strategie mit erheblichen Risiken verbunden", meinte der TV-Sender CNN.

Obama liegt bei Wirtschaftskompetenz vorn

McCain hatte im Wahlkampf bereits mehrfach versucht, Obama als einen Politiker darzustellen, der seine persönlichen politischen Interessen über die des Landes stellt. Die Rivalen McCain und Obama lagen in Umfragen seit Wochen gleichauf. Doch Obama trauen die Wähler mehr bei der Lösung der Wirtschafts- und Finanzkrise zu. In den letzten Umfragen lag er deshalb leicht vorn. Die Präsidentschaftswahl ist am 4. November.

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