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USA: Hinrichtung mit Tier-Narkosemittel

Hinrichtung mit Tier-Narkosemittel

17.12.2010, 08:56 Uhr | dpa, AFP

USA: Hinrichtung mit Tier-Narkosemittel. Todeszelle in den USA: Die Giftspritze ist die gebräuchlichste Methode, mit der Todeskandidaten in den USA hingerichtet werden (Foto: dpa)

Todeszelle in den USA: Die Giftspritze ist die gebräuchlichste Methode, mit der Todeskandidaten in den USA hingerichtet werden (Foto: dpa)

In den USA ist zum ersten Mal ein Mörder mit einem Mittel hingerichtet worden, das normalerweise zum Einschläfern von Tieren verwendet wird. Die Behörden im Bundesstaat Oklahoma mussten nach eigenen Angaben darauf zurückgreifen, weil das sonst verwendete Hinrichtungs-Gift knapp geworden sei.

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Der 58 Jahre alte John David Duty starb am Donnerstagabend durch einen Gift-Cocktail, der auch Pentobarbital enthielt, berichteten US-Medien. Dutys Anwälte hatten gegen den Einsatz protestiert und dem Bundesstaat Oklahoma vorgeworfen, ihren Mandanten als "Versuchskaninchen" zu missbrauchen.

Duty hatte 2001 seinen damaligen Mithäftling erwürgt, während er eine dreifache lebenslange Haftstrafe wegen Vergewaltigung, Raubüberfalls und einer Schießerei mit Tötungsabsicht absaß. Seine Hinrichtung begann um 18.12 Uhr Ortszeit mit der ersten Spritze, sechs Minuten später wurde er für tot erklärt, teilte die Gefängnisbehörde von Oklahoma mit.

"Ideales Mittel für humanes Einschläfern von Tieren"

Ein Bezirksrichter hatte die Exekution mit dem Betäubungsmittel Ende November genehmigt. Er war der Argumentation des Bundesstaates gefolgt, dass Pentobarbital "ein ideales Mittel für das humane Einschläfern von Tieren" sei. Es sei somit dem rar gewordenen Natrium-Thiopental ähnlich, das bei Exekutionen zuerst verabreicht wird, um den Todeskandidaten bewusstlos zu machen. Zwei darauf injizierte Mittel führen dann zur Lähmung und schließlich zum Herzstillstand.

Anwälte von Todeskandidaten in Oklahoma hatten gegen den Einsatz des Tier-Betäubungsmittels protestiert und argumentiert, der Staat dürfe keine unerprobten Substanzen verwenden. Laut Verfassung seien Häftlinge vor grausamer oder ungewöhnlicher Strafe geschützt. Pentobarbital sei noch nie bei Exekutionen benutzt worden. Der Staat führte dagegen an, dass das Mittel auch schon eingesetzt worden sei, um menschliche Patienten im Krankenhaus in ein Koma zu versetzen.

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