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Kommentar zum US-Haushaltsstreit: Der Lack ist ab

Kommentar zur US-Haushaltskrise  

Der Lack ist ab

17.10.2013, 09:14 Uhr

Kommentar zum US-Haushaltsstreit: Der Lack ist ab. Gekämpft und verloren: Republikaner John Boehner zieht sich zurück (Quelle: Reuters)

Gekämpft und verloren: Republikaner John Boehner zieht sich zurück (Quelle: Reuters)

Ein Kommentar von Christian Kreutzer, t-online.de

Der Shutdown wird beendet, das Schuldenlimit erhöht, Amerika bleibt zahlungsfähig. Frohe Weihnachten 2013, möchte man sagen – das Fest ist wohl gerettet. Bis Anfang Januar dürften die Angreifer aus der Tea-Party Ruhe geben. Spätestens aber in der ersten Januarwoche werden ihre Wortführer wie der Texaner Ted Cruz ihre Truppen wieder sammeln und den Kampf aufs Neue beginnen. Bis zum 7. Februar - dem nächsten Stichtag - wird dann Amerika wieder zittern und wir mit ihm. Und doch ist die Lage jetzt anders.

Während nämlich Obamas Widersacher, der Republikaner und Sprecher des Repräsentantenhauses John Boehner, zusehen musste, wie seine Partei und das ganze Land zur Geisel der radikalen Tea-Party-Fraktion wurden, hat sich die Umfragelandschaft in den USA dramatisch geändert.

Rund drei Viertel der Amerikaner schieben mittlerweile der Republikanischen Partei den Schwarzen Peter zu. Die Tea-Party selbst ist bei 80 Prozent der Amerikaner unten durch. Selbst Ted Cruz – potenzieller Präsidentschaftskandidat 2016 – gab am Ende klein bei. Auch seine Zustimmung ist auf 22 Prozent gefallen. Der Lack der ultrakonservativen Revolte ist ab.

32 Millionen Mittellose dürfen aufatmen

In künftigen Auseinandersetzungen werden die Republikaner, die zuletzt nur noch panisch versuchten, aus der selbst verursachten Blockade herauszukommen, wohl wieder Kompromisse anstreben, statt Widerstand um jeden Preis zu leisten.

Derweil hat Barack Obama Führungsstärke bewiesen. Ruhig und entschlossen hat er in den vergangenen Wochen den Erpressungsversuchen standgehalten. Eisern, wie nie zuvor hat er seine – vom Obersten Gericht abgesegnete – Gesundheitsreform "Obamacare" verteidigt. Auch er ging dabei aufs Ganze und nahm den finanziellen Zusammenbruch in Kauf.

32 Millionen Mittellose, die durch Obamacare erstmals eine Gesundheitsversorgung erhalten, wie sie hierzulande seit Otto von Bismarck selbstverständlich ist, dürfen dadurch erst einmal aufatmen. Ihr Fürsprecher ist ein Präsident mit "sozialem Gewissen" – ein Begriff, der in einer Welt allmächtiger Märkte schon fast antiquiert klingt.

Und wie alle Menschen ist auch Obama eitel. Sein Ziel: Er will dereinst als größter Sozialreformer seit Harry Truman in die Geschichtsbücher eingehen. Man sollte ihm Glück wünschen.

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