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USA organisierten von Deutschland aus Folter und Entführung

Recherche von NDR und SZ  

USA organisierten Folter und Entführung von Deutschland aus

14.11.2013, 17:18 Uhr | dpa

USA organisierten von Deutschland aus Folter und Entführung. Das US-Generalkonsulat in Frankfurt am Main - in dem Gebäude soll die NSA einen Stützpunkt unterhalten. (Quelle: dpa)

Das US-Generalkonsulat in Frankfurt am Main - in dem Gebäude soll die NSA einen Stützpunkt unterhalten. (Quelle: dpa)

Die USA organisierten nach gemeinsamen Recherchen des NDR und der "Süddeutschen Zeitung" von Deutschland aus Entführung und Folter. US-Sicherheitskräfte hätten auf deutschen Flughäfen Verdächtige festgenommen, berichten die Medien - alles im Kampf gegen den Terror.

Agenten hätten für die USA Asylbewerber ausgeforscht und Informationen gesammelt, die bei der Bestimmung von Drohnen-Zielen eine Rolle spielen könnten. Ein CIA-Stützpunkt in Frankfurt sei für die Einrichtung geheimer Foltergefängnisse verantwortlich gewesen. Wann genau all dies stattgefunden haben soll, dazu machten die Medien keine Angaben.

"Pensionierte Sicherheitsmenschen sind gesprächig"

Nach Darstellung des Journalisten John Goetz (ARD-Magazin "Panorama") basieren die Ergebnisse auf Gesprächen mit Informanten aus den USA und der Recherche in US-Datenbanken. "Pensionierte US-amerikanische Sicherheitsmenschen sind sehr gesprächig", sagte Goetz. Er hatte kürzlich auch den Grünen-Bundestagsabgeordneten Hans-Christian Ströbele beim Treffen mit dem Geheimdienst-Enthüller Edward Snowden begleitet. 

Die Ergebnisse unter dem Titel "Geheimer Krieg" sollen von Freitag an in NDR-Programmen und in der "Süddeutschen Zeitung" (SZ) veröffentlicht werden. Die investigative Zusammenarbeit zwischen den Medien besteht den Angaben zufolge seit zwei Jahren. "Wir wollen in dichter Folge Enthüllungen bringen", sagte der Leiter des SZ-Ressorts Investigative Recherche, Hans Leyendecker. Fazit der Autoren: Deutschland ist längst Bestandteil der US-Sicherheitsarchitektur geworden.

Kidnapping-Flüge und Drohnenangriffe

Nach Recherchen der Medien soll eine US-Geheimdienstfirma, die für die "National Security Agency" (NSA) tätig ist und Kidnapping-Flüge für die CIA plante, bis heute Millionenaufträge von der deutschen Regierung erhalten. Christoph Heinzle vom Radioprogramm NDR Info erklärte zudem, Reporter hätten Verbindungen zwischen dem US-Militär und deutschen Hochschulen aufgedeckt. Konkrete Namen wollte er aber noch nicht nennen.

Bereits Ende Mai hatten der NDR und die Zeitung berichtet, die USA steuerten ihre völkerrechtlich umstrittenen Drohnenangriffe auch von Militär-Stützpunkten in Deutschland aus. Von Stuttgart und Ramstein würden die amerikanischen Drohnen mitbedient und töteten mutmaßliche Terroristen und Zivilisten in Afrika und dem Nahen Osten, betonten die Reporter: "Die Entscheidung, wann und wie wo hingerichtet wird, findet in Stuttgart statt", sagte Goetz. US-Präsident Barack Obama hatte im Juni versichert, dass Deutschland nicht als Ausgangspunkt für US-Drohnenangriffe in Afrika genutzt werde.

Schwerpunkt in der ARD

Höhepunkt der Berichterstattung über den "Geheimen Krieg" soll am 28. November ein Schwerpunkt im Ersten sein - die Sendungen "Panorama" und "Beckmann" beschäftigen sich mit den Recherchen über das US-Militär und die US-Geheimdienste. Anschließend wird die Dokumentation "Schmutzige Kriege" des Autors Jeremy Scahill gezeigt.

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