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US-Präsident Obama hält Folter von Terrorverdächtigen für falsch

Obama räumt mit Bush-Ära auf  

"Wir haben einige Leute gefoltert"

02.08.2014, 15:26 Uhr | AP, dpa

US-Präsident Obama hält Folter von Terrorverdächtigen für falsch. Obama will das Thema Folter aufarbeiten: " Wir müssen als Nation dafür die Verantwortung tragen". (Quelle: dpa)

Obama will das Thema Folter aufarbeiten: " Wir müssen als Nation dafür die Verantwortung tragen". (Quelle: dpa)

"We tortured some folks" - "Wir haben einige Leute gefoltert": Mit banaler Sprache macht US-Präsident Obama noch einmal deutlich, was er von den "erweiterten Verhörmethoden" seines Vorgängers George W. Bush für Terrorverdächtige nach den Angriffen vom 11. September 2001 hält. "Wir haben einige Dinge gemacht, die falsch waren."

Zugleich räumte er ein, dass die Nervosität und der Druck bei den US-Sicherheitsbehörden damals sehr groß gewesen seien. "Es ist wichtig, im Nachhinein nicht zu scheinheilig zu sein", meinte er.

Verharmlosung von "Waterboarding"

Die CIA selbst spricht stets von "erweiterten Verhörmethoden". Dazu gehören das berüchtigte "Waterboarding" (simuliertes Ertrinken), Dunkelhaft und der Zwang, unter Musik-Dauerbeschallung oder schmerzhafter Körperstellung auszuharren. Auch Obamas Vorgänger George W. Bush und dessen enger Berater nehmen das Wort Folter bis heute nicht in den Mund.

Ein 6300 Seiten langer Geheimbericht des Senats kommt offenbar zu einem anderen Schluss und verurteilt die zwischen 2002 und 2009 eingesetzten und vom US-Justizministerium abgesegneten Methoden anscheinend als übermäßig brutal. Obama kündigte an, das Papier in Teilen zu veröffentlichen. Über diesen Schritt war zuvor jahrelang gestritten worden.

"Jeder vernünftige Mensch findet, dass es Folter war"

Der Präsident hatte schon zuvor mehrfach von Folter gesprochen. "Ich meine, jeder vernünftige Mensch findet, dass es Folter war, dass wir eine Linie überschritten haben", sagte er. "Wir müssen als Nation dafür die Verantwortung tragen, damit wir es in der Zukunft hoffentlich nicht wieder tun."

Kritikern zufolge machte Obama mit der Formulierung aber auch klar, einzelne Verantwortliche nicht bestrafen zu wollen. Auch störten manche sich daran, dass er die Opfer als "folks" bezeichnete. Mit der Wahl dieses umgangssprachlichen Wortes für "Leute" lasse er das Eingeständnis der Folter zu lapidar klingen. Allerdings benutzt Obama den Begriff häufig, auch wenn er mit Respekt über Menschen spricht.

Obama stellt sich hinter CIA-Chef

Die jahrelange Arbeit des Senats an dem Geheimbericht hatte auch einen neuerlichen Skandal um die CIA ausgelöst. Die Behörde entschuldigte sich am Mittwoch dafür, vor einigen Jahren Computer von Mitarbeitern des verantwortlichen Ausschusses ausgespäht zu haben. Geheimdienst-Direktor John Brennan bat persönlich um Verzeihung, auch wenn er zu der Zeit noch nicht CIA-Chef war. Obama stärkte ihm nun den Rücken: "Ich habe volles Vertrauen in John Brennan." Er habe die Aufklärung des Falles schließlich selbst gefordert.

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