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Texas richtet verurteilten Mörder hin

Trotz internationaler Proteste  

Texas richtet verurteilten Mörder hin

21.01.2016, 07:17 Uhr | AFP , AP

Texas richtet verurteilten Mörder hin. Der verurteilte Mörder Richard Masterson starb in Texas durch die Giftspritze. (Quelle: AP/dpa)

Der verurteilte Mörder Richard Masterson starb in Texas durch die Giftspritze. (Quelle: AP/dpa)

Der Anwalt hatte bis zur letzten Minute gekämpft: Trotz internationaler Appelle ist im US-Bundesstaat Texas ein 43-jähriger Mann für den Mord an einem Transvestiten hingerichtet worden. Auch der Papst hatte sich gegen die Hinrichtung gewandt.

Richard Masterson sei am Mittwochabend (Ortszeit) mit einer Giftspritze getötet worden, sagte ein Sprecher der örtlichen Strafvollzugsbehörde.

"Ich bezahle für meine Entscheidungen"

"Es ist in Ordnung für mich", sagte Masterson, bevor er die tödliche Spritze bekam. "Manchmal musst du für die Entscheidungen, die du machst, leben und sterben. Ich habe meine gemacht und ich bezahle dafür."

Zu Angehörigen und Freunden, die bei der Exekution zuschauten, sagte er, dass sie er liebe. Um 18:53 Uhr wurde er für tot erklärt.

Masterson war verurteilt worden, 2001 in Houston den Transvestiten Darin Honeycutt erwürgt zu haben. Bis zuletzt hatte der Anwalt die Unschuld seines Mandanten beteuert.

War es ein Sexunfall?

Masterson hatte versichert, das Opfer sei während einvernehmlichen Sexualverkehrs an einem Herzstillstand gestorben. Honeycutt habe ihn zuvor gebeten, ihm den Hals zuzudrücken, um eine Atemnot zur erotischen Stimulation herbeizuführen. Bei dieser Sexualpraxis kann durch den Sauerstoffmangel im Gehirn der Orgasmus verstärkt werden.

Mastersons Anwalt Gregory Gardner hatte vor dem Obersten Gerichtshof der USA versucht, die Hinrichtung in letzter Minute zu verhindern. Er argumentierte mit schwerwiegenden Unregelmäßigkeiten bei der Autopsie von Honeycutts Leiche.

Die Geständnisse, die sein drogenabhängiger Mandant abgelegt habe, nachdem er wegen seiner Inhaftierung eine Depression mit Selbstmordgedanken bekommen habe, hätten keine Gültigkeit.

"Ich habe den Supreme Court angerufen, weil erstens Herr Masterson unschuldig ist, zweitens der Staat Beweise für die Unschuld von Herrn Masterson vernichtet hat und drittens die vorherigen Anwälte von Herrn Masterson wegen Unfähigkeit Beweise für seine Unschuld nicht vorgebracht haben", sagte Gardner.

Texas hat die meisten Hinrichtungen

Gegen die Hinrichtung hatte sich auch Papst Franziskus gewandt, der grundsätzlich ein entschiedener Gegner der Todesstrafe ist. Der Papst verfolge Mastersons Schicksal sehr genau, hatte der österreichische Kardinal Christoph Schönborn bei einer Pressekonferenz gesagt.

In den USA wurden im vergangenen Jahr 28 Menschen hingerichtet. Das war die niedrigste Zahl an Hinrichtungen seit 1991. Texas ist der US-Bundesstaat mit den meisten Exekutionen.

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