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Republikaner rebellieren gegen Donald Trump: "Befreit die Delegierten"

"Befreit die Delegierten"  

Republikaner rebellieren gegen Trump

20.06.2016, 22:26 Uhr | AFP

Republikaner rebellieren gegen Donald Trump: "Befreit die Delegierten". Verliert die Unterstützung der eigenen Leute: Donald Trump. (Quelle: Reuters)

Verliert die Unterstützung der eigenen Leute: Donald Trump. (Quelle: Reuters)

Ausgerechnet Anhänger der Republikaner wollen die Präsidentschaftskandidatur von Donald Trump auf den letzten Metern verhindern. Die neu formierte Gruppe rechnet sich für den Nominierungsparteitag im Juli gute Chancen aus - und hat prominente Unterstützer.

Wie die Zeitung "Washington Post" berichtete, will eine Gruppierung innerhalb der Republikanischen Partei dazu die Regeln für den Nominierungsparteitag ändern. Die Delegierten sollen dann in ihrem Votum über den Kandidaten nicht mehr an die Vorwahlergebnisse gebunden sein.

Der Immobilienmilliardär und politische Quereinsteiger hatte die Vorwahlen souverän gewonnen und dabei 16 Rivalen aus dem Weg geräumt. 1415 Delegierte sind nach den Regeln der Partei beim Parteitag vom 18. bis 21. Juli in Cleveland bislang dazu verpflichtet, für Trump zu stimmen. 1237 Stimmen braucht er für die Nominierung.

Bereits hunderte Anhänger

Die neu formierte Gruppe der Trump-Gegner bei den Republikanern nennt sich "Befreit die Delegierten" und hat nach eigenen Angaben bereits die Unterstützung hunderter Delegierter und Ersatzdelegierter. Die Gruppe sammelt laut "Washington Post" Gelder für einen Fonds, aus dem Rechtsstreitigkeiten um die Parteitagsregeln finanziert werden sollen. Der Parteivorsitzende der Republikaner, Reince Priebus, hält eine solche Reform der Regeln für ausgeschlossen.

Trump selbst wiederum nannte eine solche Regeländerung "total illegal" und warf seinen früheren Vorwahl-Rivalen Jeb Bush und Ted Cruz vor, seine Kandidatur unterminieren zu wollen.

Ermutigt fühlt sich die Gruppierung "Befreit die Delegierten" auch durch jüngste Äußerungen des mächtigen Vorsitzenden des Repräsentantenhauses, Paul Ryan. Dieser hatte in einem Fernsehinterview gesagt, es sei nicht "sein Job", den Delegierten zu sagen, wie sie sich verhalten sollten: "Sie machen die Regeln. Sie treffen ihre Entscheidungen", sagte er. Ryan hatte Trump nur sehr zögerlich seine Unterstützung für die Präsidentschaftskandidatur ausgesprochen.

Angst vor Wahlniederlage

Trump sorgt nach wie vor mit seinen Positionen und Äußerungen bei vielen in der Partei für Unbehagen bis Entsetzen. Seine radikalen Forderungen zu Einreiseverboten und Abschiebungen werden von vielen im Partei-Establishment abgelehnt. Auch seine nach dem Anschlag von Orlando signalisierte Bereitschaft, eine vorsichtige Einschränkung des Waffenrechts zu erwägen, hat Misstrauen geschürt.

Mit Entsetzen haben zudem viele in der eigenen Partei seine Attacken auf einen Bundesrichter verfolgt, der mit den Klagen gegen eine einst von Trump betriebene Fortbildungseinrichtung, die Trump University, befasst ist. Trump hatte dem Richter vorgeworfen, wegen seiner mexikanischen Herkunft befangen zu sein.

Hinzu kommt die Furcht vor der Wahlniederlage: Laut jüngsten Umfragen hat Trump unter den Wählern an Unterstützung verloren und liegt nun deutlich hinter der voraussichtlichen Präsidentschaftskandidatin der Demokraten, Hillary Clinton. Einer vergangenen Woche veröffentlichten Umfrage der "Washington Post" und des TV-Senders ABC News zufolge haben 70 Prozent der US-Wähler ein negatives Bild von Trump. Zwar hat auch Clinton einen hohen Negativwert. Dieser liegt mit 55 Prozent aber deutlich unter dem ihres Rivalen.

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