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Demokraten-Parteitag: Bernie Sanders stiehlt Hillary Clinton die Show

Erst Spalter, dann Versöhner  

Bernie Sanders' letzte Show, Michelle Obama umjubelt

26.07.2016, 17:59 Uhr | dpa

Demokraten-Parteitag: Bernie Sanders stiehlt Hillary Clinton die Show. Sie hängen ihm an den Lippen: weibliche Fans von Bernie Sanders. (Quelle: dpa)

Sie hängen ihm an den Lippen: weibliche Fans von Bernie Sanders. (Quelle: dpa)

Bernie Sanders, kometenhaft aufgestiegener Volkstribun der politischen Linken in den USA, hat noch einmal eine große Show. Auf dem Parteitag der Demokraten stellt er sich mit breiter Brust hinter Hillary Clinton. Seine Anhänger sollen folgen.

So hart müssen die Spin-Doktoren der US-amerikanischen Demokraten selten ran: Der Parteitag in Philadelphia, der eigentlich zum großen Schaulaufen für Hillary Clinton aufgebaut worden war, drohte schon zur Eröffnung zu kippen. Die Anhängerschaft ihres parteiinternen Rivalen Sanders war auch im Parteitagssaal kaum zu bändigen.

Superstar Paul Simon und dessen Bau einer Brücke über tosenden Wassern ("Bridge Over Troubled Water") waren nötig, um die Stimmung zu besänftigen. Fünf Erkenntnisse von einem turbulenten Parteitagsauftakt, der bei dem frisch gekürten republikanischen Kandidaten Donald Trump  Freude hervorrief: "Was für ein Chaos bei denen!" 

Bernie Sanders lebt 

Der 74 Jahre alte Senator aus Vermont war am ersten Tag des Parteitags der eigentliche Star von Philadelphia. Dass der Konvent nicht ausartete, ist seiner Um- und Einsicht zu danken. Er zwang nicht nur seine parteiinterne Feindin, Parteichefin Debbie Wasserman Schultz, zum Rücktritt und nahm massiv Einfluss auf das Parteiprogramm.

Sanders nötigte der Parteiführung auch eine genauso förmliche wie peinliche Entschuldigung für die Ungleichbehandlung im Vorwahlkampf ab. Gleichzeitig nahm er zum Schluss die Rolle des Versöhners und Brückenbauers ein. "Trump verhindern, Clinton wählen", heißt seine Devise.

Hillary Clinton ist verletzlich 

Die frühere Außenministerin und First Lady tut sich bei ihrer Kandidatur viel schwerer als erwartet. Auch wenn die Parteitagsregie alles versucht hat, um die künftige Kandidaten im rechten Licht darzustellen: Die Partei bewegt sich nur zögernd auf die 68-Jährige zu, vielen gilt sie weiter als sperrig und unnahbar.

68 Prozent der Amerikaner halten sie nicht für glaubwürdig. Gegen Donald Trump liegt sie, früher scheinbar uneinholbar vorne, in manchen Umfragen inzwischen sogar zurück. "Clinton muss die Südstaaten gewinnen", sagt ein Parteitagsdelegierter aus Kalifornien

Für jeden das richtige Schild: Der Auftritt von Michelle Obama begeistert nicht nur ihren Ehemann. (Quelle: AP/dpa)Für jeden das richtige Schild: Der Auftritt von Michelle Obama begeistert nicht nur ihren Ehemann. (Quelle: AP/dpa)

Michelle Obama ist eine Wahlkampf-Wunderwaffe

Der First Lady fliegen dagegen die Sympathien zu. Ihr Auftritt in Philadelphia wird heftig umjubelt und trägt mehr zur Einheit der Partei bei und hilft mehr bei der Unterstützung Hillary Clintons im Kampf gegen Trump als alle anderen Redner vor ihr.

"Wegen Hillary Clinton nehmen es meine Töchter als gegeben an, dass eine Frau Präsidentin der Vereinigten Staaten werden kann", sagt sie. "Unglaubliche Rede einer unglaublichen Frau", lobte auch "Chef" Barack Obama.

Die Demokraten setzen auf Diversifizierung

Schon der erste Tag in Philadelphia machte es deutlich: Die Demokraten und Hillary Clinton setzen bei der Wahl am 8. November auf die Stimmen der Minderheiten. Latinos, Schwarze, Schwule, Lesben, Behinderte und Zuwanderer ohne Registrierung bekamen auf dem Podium eine Stimme - und setzen damit einen Kontrapunkt zu Donald Trump, dessen Anhängerschaft vor allem aus Männern besteht, fast 100 Prozent sind weißer Hautfarbe.

Der gemeinsame Gegner eint 

Wie bei den Republikanern Clinton, so ist bei den Demokraten Trump das Feindbild, gegen das sich alle Lager in Stellung bringen. "Wir müssen Donald Trump schlagen", sagt Bernie Sanders.

Das verstehen auch seine Anhänger, von denen manche angekündigt hatten, lieber den Immobilienmilliardär als Clinton wählen zu wollen. Für diese Gruppe hat die Kabarettistin und Sanders-Anhängerin Sarah Silverman auf dem Parteitag eine klare Ansage: "Ihr seid lächerlich."

So sieht Material zum Politikmachen auf einem amerikanischen Parteitag aus. (Quelle: Reuters)So sieht Material zum Politikmachen auf einem amerikanischen Parteitag aus. (Quelle: Reuters)

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