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US-Wahlen 2016: Hillary Clinton jetzt offiziell nominiert

Clinton jetzt offiziell nominiert  

Die erste Frau ist auf dem Weg ins Weiße Haus

27.07.2016, 14:41 Uhr | dpa

US-Wahlen 2016: Hillary Clinton jetzt offiziell nominiert. Hillary war selbst nicht anwesend, als die US-Demokraten sie zu ihrer Kandidatin machten. Später wurde sie per Videobotschaft eingeblendet. (Quelle: Reuters)

Hillary war selbst nicht anwesend, als die US-Demokraten sie zu ihrer Kandidatin machten. Später wurde sie per Videobotschaft eingeblendet. (Quelle: Reuters)

Hillary Clinton hat in der für Amerikaner geschichtsträchtigen Stadt Philadelphia Geschichte geschrieben: Die 68-jährige Demokratin ist die erste Frau, die für eine der beiden großen US-amerikanischen Parteien ins Rennen ums Weiße Haus geht.

In Philadelphia wurde unter anderem einst 1776 die Unabhängigkeitserklärung der USA verkündet. Beim Parteitag der US-Demokraten dort konnte sich die frühere Außenministerin und First Lady in einer historischen Abstimmung klar die absolute Mehrheit von mehr als 2383 Stimmen sichern.

Fast 100 Jahre, nachdem in den USA das vollständige Wahlrecht für Frauen eingeführt wurde, könnte damit die erste Frau ins Weiße Haus einziehen.

Sanders lässt sie triumphieren

Der unterlegene Bernie Sanders ergriff zum Schluss der Abstimmung das Wort und verkündete de facto den Sieg Clintons. Er bat um eine Abstimmung per Akklamation - damit machte er ihren Sieg praktisch einstimmig.

"Ich beantrage, dass der Parteitag die Geschäftsordnung ändert. Ich beantrage, dass Hillary Clinton zur Kandidatin der Demokratischen Partei für das Präsidentenamt der Vereinigten Staaten nominiert wird", sagte Sanders. Die Delegierten stimmten in ein lautstarkes "Aye" ein und bestätigten das Ergebnis.

Große Geste: Der unterlegene Bernie Sanders lässt seine Konkurrentin schließlich per Akklamation ausrufen, was Hillary Clintons Sieg quasi einstimmig macht. (Quelle: Reuters)Große Geste: Der unterlegene Bernie Sanders lässt seine Konkurrentin schließlich per Akklamation ausrufen, was Hillary Clintons Sieg quasi einstimmig macht. (Quelle: Reuters)

Clinton wird bei der Präsidentschaftswahl am 8. November gegen den umstrittenen Republikaner -Kandidaten Donald Trump antreten. Der Immobilien-Milliardär und politische Seiteneinsteiger war in der vergangenen Woche in Cleveland zum Kandidaten seiner Partei gekürt worden war.

Die ehemalige Außenministerin setzte sich bei der Abstimmung in Philadelphia klar gegen ihren parteiinternen Rivalen Bernie Sanders durch. Der Senator aus Vermont hatte am Vortag in einem leidenschaftlichen Appell seine Anhänger dazu aufgerufen, sich hinter Clinton zu stellen. "Hillary Clinton muss Präsidentin der Vereinigten Staaten werden", hatte Sanders erklärt.

Hartnäckig bis zum Schluss

Allerdings trat Sanders am Dienstagabend doch nochmal offiziell wie angekündigt als Gegenkandidat Clintons an, obwohl er keine Chance hatte. Dies hatte er im Vorfeld angekündigt. Parteistrategen hatten noch bis zuletzt versucht, eine Kampfabstimmung zu verhindern. Am Ende der Auszählung trat ein umjubelter und sichtlich bewegter Sanders an das Mikrofon, um Hillary Clintons Sieg zu bestätigen.

Auch First Lady Michelle Obama hatte sich in einer vielbeachteten und sehr persönlich gehaltenen Rede für Clinton stark gemacht. Ihr Ehemann Bill, selbst Präsident von 1993 bis 2001, würdigte seine Frau als eine Politikern, die die Fähigkeit habe, Dinge zu verändern. "Hillary ist in einzigartiger Weise dazu geeignet, die Möglichkeiten, die sich uns bieten, zu ergreifen, und den Risiken, denen wir gegenüberstehen, zu begegnen", sagte Bill Clinton.

Sanders Anhänger sind enttäuscht

Die Anhänger von Sanders unter den über 4700 Delegierten konnte das nicht beruhigen. Viele von ihnen verließen verärgert das Plenum, um im Arbeitsbereich der Medien gegen die aus ihrer Sicht stattgefundene Ungleichbehandlung zu demonstrieren.

Die Polizei sperrte die Pressebereiche ab. Die Demonstranten setzten sich vor den Zelten auf die Straße, einige klebten sich den Mund mit Klebeband zu. "Dies ist ziviler Ungehorsam", sagte Deane Evans aus dem Bundesstaat Washington.

Obwohl sich Bernie Sanders schließlich doch für seine Konkurrentin stark machte, sind viele seiner Anhänger enttäuscht über die Entscheidung. (Quelle: Reuters)Obwohl sich Bernie Sanders schließlich doch für seine Konkurrentin stark machte, sind viele seiner Anhänger enttäuscht über die Entscheidung. (Quelle: Reuters)

Die Entscheidung für Clinton hätten Superdelegierte gebracht, die sich schon für die Favoritin der Parteiführung ausgesprochen hätten, bevor das Rennen überhaupt begonnen hatte. Sanders selbst erkannte das Vorgehen der Parteiführung jedoch an.

"Es ist jetzt einfach, Buhrufe auszustoßen. Aber es ist schwierig, unseren Kindern in die Augen zu sehen, die in einem Land leben, das von Donald Trump regiert wird", sagte er.

Die Lager von Clinton und Sanders waren schon zuvor nach einem energisch geführten Vorwahlkampf tief zerstritten. Dies hatte noch unmittelbar vor Beginn des viertägigen Konvents zum Rücktritt von Parteichefin Debbie Wasserman Schultz geführt. Die Parteiführung fühlte sich zu einer Entschuldigung bei Sanders genötigt, weil der offenbar im Vorwahlkampf benachteiligt worden war.

"Das ist Euer Abend"

Hillary Clinton selbst wird erst am Donnerstag am Rednerpult in Philadelphia erwartet. Dann wird sie aller Voraussicht nach ihre Nominierung formell annehmen. In der Nacht zum Mittwoch hatte sie sich lediglich in einer aufgezeichneten Videobotschaft an ihre Anhänger gewandt.

"Das ist wirklich Euer Sieg, das ist wirklich Euer Abend", rief sie den Delegierten in Philadelphia aus New York per Video zu. Das Rennen zwischen Clinton und ihrem Kontrahenten Trump ist nach Meinungsumfragen offen. Clinton gilt weiterhin als Favoritin, auch wenn Trump zuletzt vergleichsweise deutlich zulegen konnte.


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