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USA: Donald Trump gesteht Fehler ein

Angebliche Lösegeldzahlung  

Donald Trump gesteht Fehler ein

06.08.2016, 10:37 Uhr | AP, AFP

USA: Donald Trump gesteht Fehler ein. US-Präsidentschaftsbewerber Donald Trump fällt immer wieder mit seinen Ausfällen auf.  (Quelle: Reuters)

US-Präsidentschaftsbewerber Donald Trump fällt immer wieder mit seinen Ausfällen auf. (Quelle: Reuters)

Donald Trump schaltet offenbar einen Gang zurück. Erst behauptete der US-Präsidentschaftskandidat der Republikaner, ein Video gesehen zu haben, das eine Lösegeldzahlung von 400 Millionen an den Iran zeigt. Jetzt kam ein überraschendes Eingeständnis.

Seine Behauptung, er habe Aufnahmen gesehen, die Lösegeldzahlungen der US-Regierung an den Iran belegten, sei falsch gewesen, schrieb Trump im Online-Dienst Twitter. Das Video, auf das er seine Behauptung bezog, habe vielmehr die Rückkehr von fünf US-Bürgern gezeigt, die nach ihrer Haft im Iran in Genf gelandet seien.

"Das Flugzeug, das ich im Fernsehen sah, war ein Geisel-Transport in Genf. Nicht das Flugzeug, das 400 Millionen in den Iran bringen sollte", schreibt der Kandidat für das Weiße Haus.

Waffenlieferung für 1,7 Milliarden Dollar

Die US-Regierung hatte Berichte über angebliche Lösegeldzahlungen bereits zuvor zurückgewiesen. Bei den 400 Millionen Dollar habe es sich um eingefrorenes Geld gehandelt, das der Iran 1979 für eine Waffenlieferung auf ein US-Konto eingezahlt habe, erklärte das Weiße Haus. Die USA hatten damals insgesamt 1,7 Milliarden Dollar aus Teheran erhalten. Die Waffen waren wegen der Islamischen Revolution aber nie geliefert worden.

Nach einer von Skandalen geprägten Wahlkampfwoche schlägt Donald Trump nun auch im Streit mit ranghohen Mitgliedern seiner Partei versöhnliche Töne an.

Er stellte sich nach anfänglichem Zögern hinter den Vorsitzenden des Repräsentantenhauses, Paul Ryan. Zudem bekundete Trump seine Unterstützung für die Senatoren John McCain und Kelly Ayotte, mit denen er ebenfalls im Clinch liegt.

Trump braucht Unterstützung

"Wir müssen uns vereinen", erklärte Trump bei einem Auftritt in Green Bay im Staat Wisconsin. Als Präsident werde er Unterstützung im Senat und Repräsentantenhaus brauchen, um alle seine Änderungsvorschläge umsetzen zu können. In "einigen Dingen möge" er sich mit Ryan zwar nicht einig seien, doch gebe es auch viele Schnittmengen, sagte Trump weiter.

Ryan bekleidet das wichtigste Amt im US-Kongress. Kommende Woche muss er sich in einer parteiinternen Vorwahl um den ersten Wahlbezirk seines Heimatstaats Wisconsin dem Außenseiter Paul Nehlen stellen.

Bis zuletzt hatte sich Trump geweigert, für Ryan eine Wahlempfehlung abzugeben. "Ich bin im Moment einfach noch nicht soweit", beschied der Immobilienmogul kürzlich in einem Interview. Seine Wortwahl verstanden Beobachter prompt als Retourkutsche. Denn mit einem ähnlichen Kommentar hatte sich Ryan im Mai von Trump distanziert, ihm dann aber doch formal seine Unterstützung zugesichert.

Trumps überraschende Kehrtwende nehme Ryan mit Wohlwollen auf, sagte einer seiner Berater in einer Reaktion. Ryan wisse die Geste zu schätzen. Wenige Stunden vor Trumps Erklärung hatte der mächtige Republikaner aus Wisconsin zwar klargestellt, dass er weiter hinter Trump stehe. Doch sei dies kein "Blankoscheck." Falls nötig, werde er sich weiterhin gegen umstrittene Positionen Trumps wenden, sagte Ryan.

Die Worte warfen ein Schlaglicht auf die tiefen Gräben, die Trumps Kandidatur offenbar bei den Republikanern aufgerissen hat. So blieb etwa Wisconsins Gouverneur Scott Walker dem Wahlkampfevent Trumps in Green Bay fern und nahm stattdessen an einem Spaghetti-Büffet teil.

Fehde mit muslimischer Familie

Neben internen Querelen hatte zuletzt Trumps Fehde mit der Familie eines im Irak gefallenen muslimischen US-Soldaten die Kritik an dem Kandidaten auch in seinen eigenen Reihen befeuert.

Später versuchte Trump in Wisconsin mit neuen, heftigen Attacken auf seine demokratische Rivalin Hillary Clinton zu punkten. "Einerseits ist sie ein Monster", erklärte er vor seinen Anhängern. "Andererseits ist sie eine schwache Person." Clinton bezeichnete er zudem als "total unausgewogen" und als zu uninteger fürs Weiße Haus.

Trump versuchte zuvor mit der Bekanntgabe seines Beraterteams für Wirtschaftsfragen, Zuversicht zu streuen. Diesem sollen der Hedgefonds-Milliardär John Paulson, ein ehemaliger Mitarbeiter des Haushaltsausschusses des US-Senats, Dan Kowalski, und der New Yorker Investor Steven Mnuchin angehören.

Vor allem unter den jungen Wählern ist das Vertrauen in Trump jedoch äußerst gering. Nur 21 Prozent der 18- bis 30-Jährigen hätten ein positives Bild von dem Immobilienunternehmer und Milliardär, heißt es in einer neuen Umfrage des Instituts GenForward. Aber auch Clinton schneidet nicht viel besser ab. 38 Prozent haben demnach ein positives Bild von ihr, jedoch glauben 43 Prozent der Befragten auch, dass sie im umstrittenen Umgang mit ihren E-Mails als Außenministerin absichtlich das Gesetz gebrochen habe.

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