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Schwarzgeld: Trumps Wahlkampfmanager gerät ins Zwielicht

Korruption in der Ukraine  

Trumps Wahlkampfmanager gerät ins Zwielicht

15.08.2016, 17:14 Uhr | AFP

Schwarzgeld: Trumps Wahlkampfmanager gerät ins Zwielicht. Donald Trump mit seinem Wahlkampfmanager Paul Manafort: Die jüngsten Schlagzeilen hätten sie sich sicherlich anders gewünscht. (Quelle: Reuters)

Donald Trump mit seinem Wahlkampfmanager Paul Manafort: Die jüngsten Schlagzeilen hätten sie sich sicherlich anders gewünscht. (Quelle: Reuters)

Donald Trumps Wahlkampfmanager Paul Manafort müht sich ab, die ständigen Fehltritte des republikanischen Präsidentschaftskandidaten auszubügeln und die Kampagne wieder auf Kurs zu bringen. Nun könnte er selber zur Belastung werden - wegen seiner fragwürdigen früheren Dienste für prorussische Kräfte in der Ukraine.

Manafort ist einer der einflussreichsten und versiertesten US-Politikmanager der vergangenen Jahrzehnte. Und seit einigen Monaten arbeitet er nun für Donald Trump. Zuletzt war der Wahlkampfmanager aber vor allem als Krisenmanager nach Patzern des republikanischen Kandidaten gefragt. Jetzt gerät er selbst in den Fokus.

Dass Manafort jahrelang für Viktor Janukowitsch, den im Februar 2014 gestürzten Staatschef der Ukraine und Verbündeten des russischen Präsidenten Wladmir Putin tätig war, ist zwar bekannt. Die "New York Times" berichtet nun allerdings, dass ukrainische Anti-Korruptions-Ermittler den Namen Manaforts in einer von Janukowitschs Partei geführten Liste von Schwarzgeldempfängern gefunden hätten - der Lobbyist werde dort als Empfänger von 12,7 Millionen Dollar (rund 11,35 Millionen Euro) im Zeitraum von 2007 bis 2012 geführt.

Schwarzgeld-Verdacht politisch brisant

Der Trump-Manager weist den Schwarzgeld-Verdacht als "haltlos, widersinnig und töricht" zurück. Doch ist er damit nun selber ins Zentrum der politischen Kontroverse gerückt. Das Team der Trump-Rivalin Hillary Clinton sprach von "Besorgnis erregenden Verbindungen" zwischen dem Wahlkampfstab des Republikaners und "Kreml-freundlichen Elementen in der Ukraine".

Der Schwarzgeld-Verdacht gegen Manafort ist politisch insofern brisant, als Trump im Geruch steht, Putin übermäßig freundlich gesonnen zu sein. Der rechtspopulistische Immobilienmillardär hat nicht nur immer wieder die Führungsqualitäten des russischen Staatschefs angepriesen, sondern sich auch verständnisvoll über dessen Ukraine-Politik geäußert.

Hackerangriffe auf die Demokraten

Zudem besteht der Verdacht, dass Russland hinter Hackerangriffen auf die Parteizentrale der Demokraten steckt. Trump war sogar so weit gegangen, die russischen Geheimdienste zur Cyberattacke auf Clinton aufzufordern. Nach einem Sturm der Entrüstung versuchte er, diese Aufforderung als Sarkasmus abzutun.

Die neuesten Enthüllungen werfen die Frage auf, in welchem Maße die russlandfreundlichen Äußerungen des Republikaners auf den Einfluss seines Wahlkampfmanagers zurückzuführen sind.

Beziehung reicht weit zurück

Als Trump im März Manafort engagierte, galt dies als veritabler Coup. Schließlich hatte der Politikberater bereits in den Wahlkampagnen der Ex-Präsidenten Gerald Ford, Ronald Reagan und George Bush senior gearbeitet. Doch Manafort ist es bislang nicht gelungen, die Trump-Kampagne auf Effektivität zu trimmen. Das liegt in erster Linie am Kandidaten, dessen Temperament nur schwer unter Kontrolle zu bringen ist.

Die Beziehung zwischen Trump und seinem Wahlkampfstrategen reicht weit zurück. Sie lernten sich in den achtziger Jahren kennen, als der Baulöwe für sein Casino-Business die Dienste von Manaforts Washingtoner Firma in Anspruch nahm. Der junge und smarte Lobbyist hatte damals bereits eine steile Karriere hingelegt.

Spezialität autokratische Herrscher

Manafort wuchs im Neuenglandstaat Connecticut als Sohn eines populären republikanischen Lokalpolitikers auf. Nach dem Jurastudium an der Washingtoner Georgetown-Universität stieg er bald in das Politikmanagement ein. Die Lobbyistenfirma, die er Anfang der achtziger Jahre mit mehreren Partnern gründete, wuchs rasch zu einer der mächtigsten der Hauptstadt heran.

Manafort arbeitete damals nicht nur für einheimische Politik- und Wirtschaftsgrößen, sondern auch für mächtige ausländische Kunden. Die Image-Arbeit für autokratische Herrscher wurde eine seiner Spezialitäten - zu seiner Kundschaft gehörten etwa Mobutu Sese Seko aus Zaire (der heutigen Demokratischen Republik Kongo) und Ferdinand Marcos von den Philippinen.

Korruption war hinlänglich bekannt

Später konzentrierte sich Manafort dann auf seine Arbeit für Janukowitsch, dem er half, sein Image aufzupolieren und Wahlen zu gewinnen. Der US-Lobbyist müsse gewusst haben, worauf er sich damals einließ, sagte ein früherer hochrangiger Mitarbeiter der Staatsanwaltschaft in Kiew, Witali Kasko, der "New York Times". "Jeder vernunftbegabten Person" hätte klar sein müssen, dass der Janukowitsch-Clan sich der Korruption hingeben würde.

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