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Pressestimmen zu Trump: "Feinsinnig wie ein U-Bahn-Zug"

Pressestimmen zum TV-Duell Trump gegen Clinton  

"Feinsinnig wie ein U-Bahn-Zug"

10.10.2016, 15:34 Uhr | Spiegel Online

Pressestimmen zu Trump: "Feinsinnig wie ein U-Bahn-Zug". Aggressives Geschniefe hinter Clintons Rücken: Trump bei der zweiten TV-Debatte der Präsidentschaftskandidaten in den USA. (Quelle: Reuters)

Aggressives Geschniefe hinter Clintons Rücken: Trump bei der zweiten TV-Debatte der Präsidentschaftskandidaten in den USA. (Quelle: Reuters)

Frankreichs "Libération" warnt vor "Frankentrump", der "Guardian" bemängelt aggressives Geschniefe - und die "Washington Post" einen neuen Tiefpunkt: Pressestimmen zum zweiten TV-Duell um das Weiße Haus.

Neues Streitgespräch, neues Setting, vertraute Kontrahenten: Donald Trump für die Republikaner, Hillary Clinton für die Demokraten trafen in der Nacht zu ihrem zweiten Rededuell im US-Fernsehen aufeinander.

Bei der Debatte in St. Louis im US-Bundesstaat Missouri konnten Bürger den US-Präsidentschaftsbewerbern Fragen stellen - doch im Fokus standen Trump und das extrem frauenfeindliche Video, das seine Wahlkampfkampagne am Wochenende entgleisen ließ.

Lesen Sie hier eine Auswahl internationaler Kommentare zum zweiten TV-Duell:

Die linksliberale französische Tageszeitung "Libération" kommentiert, um das "Ausbluten der republikanischen Präsidentschaftskampagne" zu verhindern, habe Trump die einzige Karte gespielt, die er hat: "Seit 30 Jahren" sei Clinton Politikerin - Trumps schwerster Vorwurf gegen die Demokratin sei deren Erfahrung im politischen Geschäft, genau das, was andere als ihre Stärke sehen.

Für "Libération" ist "Frankentrump" insgesamt "der klare Verlierer des Wochenendes": "Zurück in den Umfragen, isoliert wie nie, verlassen von amtierenden und ehemaligen Senatoren und Gouverneuren der Republikaner". Mit seiner zur Schau gestellten "Aggressivität gegen Clinton" habe Trump "zweifellos seine Stammwählerschaft begeistert". Vergrößert habe er sie aber nicht, so die Zeitung.

Die "New York Times" schreibt : "Schnüffelnd und finster dreinblickend, schlich Trump hinter Clinton umher, während sie wieder einmal die einzige Erwachsene auf der Bühne war. Die Einzige, die versuchte, die große Mehrheit der Amerikaner davon zu überzeugen, dass sie ihre Werte und Wünsche teilt." Trump hingegen nutzte "seine Tricks, die er in Jahren des Profi-Wrestlings und im Reality-TV gelernt hat, und zeigte, wie tief sein Zynismus reicht."

"Feinsinnig wie ein U-Bahn-Zug" hat der britische "Guardian" Donald Trump erlebt. Wie schon in der ersten TV-Debatte war sein deutlich hörbares Schniefen auch diesmal für den "Guardian" ein Thema. Trump "atmete so scharf durch die Nase ein, als ziehe er sich seine eigenen Beleidigungen rein". Eine weitere Kommentatorin der britischen Zeitung urteilte, Trumps Thema des Abends war "aggressive Verzweiflung" - nach dem "erschreckenden Video" über sexuelle Übergriffe, mit denen Trump sich brüstete. Es werde auch am Montag wieder Leute geben, die sagen, Trump habe gewonnen - einfach, "weil er nicht auf offener Bühne in Flammen aufging".

Für die "Washington Post" hat sich Donald Trump endgültig als "Autokrat" entlarvt, als wirklich gefährlicher Mann. Trump kündigte an, er werde als Präsident einen Sonderermittler auf Clinton ansetzen, um ihren E-Mail-Gebrauch in ihrer Amtszeit als Außenministerin zu untersuchen. Clinton konterte, es sei gut, dass Trump keinen Einfluss auf die Gesetzgebung habe. Trump schoss zurück: "Dann wären Sie nämlich im Gefängnis." Trump verstehe "den Unterschied zwischen Rechtsstaat und Willkürherrschaft nicht", wenn er einer politischen Gegnerin öffentlich mit Rache droht, auch wenn sie bereits von einer unabhängigen Untersuchungskommission freigesprochen wurde, so die "Post".

"Al Jazeera" griff eine Einlassung Clintons und Trumps auf, Muslime sollten beim Anti-Terror-Kampf helfen und melden, wenn sie "stuff" - also "irgendetwas" - bemerkten. Unter dem Hashtag #Muslimsreportstuff machen sich schon jetzt Muslime in aller Welt über die ungeschickte Formulierung lustig und melden per Twitter allerlei "stuff": nicht ordentlich zusammengelegte Wäsche, Schlucke direkt aus Getränkepackung - und, dass in St. Louis ein Mann die englische Sprache vernichtet, indem er Adjektive aneinander reiht und tut, als wären es Sätze.

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