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Donald Trump: Immer neue Sex-Vorwürfe gegen den Präsidentschaftskandidaten

Immer mehr Sex-Vorwürfe  

Trump verspottet Frau, die ihm Missbrauch vorwirft

15.10.2016, 08:37 Uhr | t-online.de, dpa, AP, AFP

Donald Trump: Immer neue Sex-Vorwürfe gegen den Präsidentschaftskandidaten. Donald Trump präsentiert sich als Opfer einer Lügenkampagne. (Quelle: Reuters)

Donald Trump präsentiert sich als Opfer einer Lügenkampagne. (Quelle: Reuters)

Die Luft für Donald Trump wird immer dünner: Zwei weitere Frauen haben dem Multimilliardär sexuelle Belästigung vorgeworfen. Der republikanische Präsidentschaftskandidat sieht sich indes als Opfer einer Lügenkampagne und macht sich über eine Frau lustig, die ihn beschuldigt. Die Gräben innerhalb der Partei werden tiefer.

Bei einer Wahlkampfveranstaltung in North Carolina verspottete Trump die 74-jährige Jessica Leeds, die dem Immobilienmilliardär vorwirft, sie vor mehr als 35 Jahren während eines Fluges betatscht zu haben. "Glaubt mir, sie wäre nicht meine erste Wahl, das kann ich Euch sagen", sagte Trump. Bei seinen Anhängern erntete er damit Gelächter.

"Er begann, mich aggressiv zu küssen"

Unterdessen erhoben zwei weitere Frauen Sex-Vorwürfe gegen Trump. "Er begann mich aggressiv zu küssen und legte seine Hand auf meine Brust", berichtete Summer Zervos bei einer Pressekonferenz in Los Angeles. Zervos hatte an Trumps Realityshow "The Apprentice" teilgenommen. Nachdem sie "gefeuert" worden war, war sie mit Trump in Kontakt geblieben und hatte 2007 den Milliardär in einem Hotel in Beverly Hills getroffen.

Sie habe über einen Job reden wollen, doch sei sie bei ihrer Ankunft in einen Bungalow geführt worden, wo Trump sie geküsst und begrapscht habe. "Er umarmte mich und ich versuchte, ihn wegzudrängen. Ich drückte gegen seine Brust, um Raum zwischen uns zu bringen und sagte 'Hey Mann, komm runter'." Er aber habe sie mit seinen Genitalien bedrängt. Zervos sagte, sie habe sich entschlossen, an die Öffentlichkeit zu gehen, nachdem Trump bestritten hatte, jemals Frauen belästigt zu haben.

Summer Zervos (re.) bei der besagten Pressekonferenz. (Quelle: AP/dpa)Summer Zervos (re.) bei der besagten Pressekonferenz. (Quelle: AP/dpa)


Auch das frühere Model Kristin Anderson erhob Vorwürfe gegen Trump: Sie sagte der "Washington Post", dass Trump in den frühen 90er Jahren in einem Nachtclub ihr unter den Rock gegriffen und zwischen die Beine gefasst habe.


Die heute 46-Jährige erzählte der Zeitung, sie habe mit Freunden auf einer Couch gesessen, als eine Hand ihren Rock hochgezogen und sie durch ihre Unterwäsche berührt habe.

"Donald ist ekelhaft"

Sie habe die Hand weggestoßen, sich umgedreht und Trump als den Mann erkannt, der sie begrapscht habe. Die Frau erzählte weiter: "Er sah so unverwechselbar aus - mit den Haaren und den Augenbrauen. Ich meine, niemand sonst hat solche Augenbrauen."

Der Übergriff sei zufällig gewesen. Es habe keine Unterhaltung gegeben. Der Vorfall habe nicht länger als 30 Sekunden gedauert. Sie und ihre Begleiter seien angeekelt und völlig baff gewesen. Sie hätten gedacht: "Ok, Donald ist ekelhaft. Wir alle wissen, dass er ekelhaft ist. Lass uns weiterziehen."

Sie habe den Übergriff bislang für sich behalten. Aber wenn man unsittlich berührt werde, dann sollte man darüber sprechen. "Genau genommen sollte man zu den Behörden gehen und Anzeige erstatten. Es ist nicht okay." Damals habe sie versucht, eine Model-Karriere zu starten.

Trump: "Lügen, Lügen, Lügen"

Trump selbst sieht sich als Opfer einer Lügenkampagne. "Lügen, Lügen, Lügen", sagte Trump in Greensboro im Bundesstaat North Carolina über die Anschuldigungen.

Mehrere US-Medien hatten zuletzt über Frauen berichtet, die Trump unabhängig voneinander beschuldigen, sie gegen ihren Willen geküsst und begrapscht zu haben. Zuvor hatte die "Washington Post" ein Video veröffentlicht, auf dem Trump angibt, sich bei Frauen alles erlauben zu können, weil er ein Star sei. 

Republikaner zusehends gespalten

Die Vorwürfe heizen den Streit unter den US-Republikanern weiter an und spalten die Partei zusehends. Der ranghöchste Parteipolitiker, der Vorsitzende des Repräsentantenhauses Paul Ryan, hielt am Freitag eine Wahlkampfrede, in der er komplett auf die Nennung des Präsidentschaftskandidaten Trump verzichtete.

Ryan konzentrierte sich vollkommen auf Fortschritte im Rennen um Sitze im Senat und im Abgeordnetenhaus. Zum Präsidentschaftswahlkampf machte er keinen Aussagen. Ryan hatte bereits zuvor erklärt, er werde Trump nicht mehr unterstützen. 

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