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TV-Duell mit Clinton: Donald Trump "ist einfach nur eine Peinlichkeit"

Nach umstrittener Aussage  

Experte: "Damit hat sich Trump endgültig ruiniert"

20.10.2016, 15:10 Uhr | ckr mit Material von dpa/AFP

TV-Duell mit Clinton: Donald Trump "ist einfach nur eine Peinlichkeit". Hat auch in der letzten TV-Debatte wieder für Ärger gesorgt: Donald Trump. (Quelle: dpa)

Hat auch in der letzten TV-Debatte wieder für Ärger gesorgt: Donald Trump. (Quelle: dpa)

Donald Trump steht zunehmend auf verlorenem Posten: Seine Drohung, das Wahlergebnis nicht anzuerkennen und die USA damit in schwere Turbulenzen zu stürzen, geht immer stärker nach hinten los. Das zeigt sich besonders deutlich nach dem dritten und letzten TV-Duell mit seiner Konkurrentin Hillary Clinton.

"Der Mann ist einfach nur eine Peinlichkeit für die Amerikaner und für jeden anderen", so Eberhard Sandschneider, Direktor der "Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik" zu t-online.de.

Trump hatte sich beim letzten TV Duell mit Clinton am Mittwoch nicht festlegen wollen, ob er eine Wahlniederlage am 8. November anerkennen wird. "Ich werde mir das dann anschauen. Ich schaue es mir nicht jetzt an", sagte Trump. "Ich werde Sie weiter auf die Folter spannen."

"Damit hat sich Trump endgültig ruiniert", so Sandschnneider. Das Gefühl, dass man so etwas nicht tue - in einem Land wie den USA Zweifel am Wahlsystem zu säen - greife um sich.

"Partei und Land einen Bärendienst erwiesen"

"Er steht völlig alleine da", sagte der amerikanische Botschafter in Deutschland, John B. Emerson, im "Morgenmagazin" der ARD. Eine solche Aussage habe es noch nie gegeben.

Nach Einschätzung von Botschafter Emerson wird das letzte Duell nicht mehr viele Wähler umstimmen. Es werde jedoch den Schwung aufrecht erhalten, den Clinton in den letzten Wochen des Wahlkampfes entwickelt habe. "Grundsätzlich würde ich sagen, das Ergebnis war gut für sie", sagte Emerson.

In den USA geben heute Morgen immer mehr der republikanischen Anhänger auf, die bis jetzt immer wieder einen Grund gefunden haben, an Trumps Seite zu bleiben: "In dieser Debatte hat er der Partei und dem Land einen großen Bärendienst erwiesen", sagte der republikanische Senator Lindsey Graham, ein innerparteilicher Trump-Kritiker.

Nur 39 Prozent sehen TV-Sieg Trumps

Selbst die TV-Moderatorin Laura Ingraham, eine glühende Trump-Befürworterin bei den Republikanern erklärte auf Twitter: "Er hätte sagen sollen, dass er das Ergebnis der Wahl akzeptieren wird. Es gibt keine andere Möglichkeit, wenn wir nicht eine Nachzählung haben", schrieb sie.

Der Sprecher des Nationalkomitees der Republikaner, Sean Spicer, erklärte, dass die Partei das Ergebnis in jedem Falle akzeptieren werde. "Wir werden den Willen des Volkes achten", so Spicer.

Mit seinen Vorwürfen der Wahlfälschung und seinem Bruch der politischen Konventionen könnte sich Trump möglicherweise weiter selbst beschädigt haben. Ersten Blitzumfragen nach der Debatte zufolge ist er jedenfalls klarer Verlierer.

In einer Erhebung des Senders CNN sehen 52 Prozent der Zuschauer Clinton vorn, Trump kam nur auf 39 Prozent. Dem YouGov-Institut zufolge gewann Clinton mit 49 zu 39 Prozent gegen den Republikaner.

Wütende weiße Männer abgeschlagen

Trumps Wahlkampfmanagerin versuchte verzweifelt, die Wogen zu glätten: "Er wird das Ergebnis akzeptieren, weil er die Wahl gewinnen wird", sagte Kellyanne Conway nach der dritten TV-Debatte.

Doch was kommt nach Trump? Mit der "Bewegung" der wütenden weißen Männer - sie werden vor allem hinter Trumps bisherigen Erfolgen, wie auch denen der Teaparty gesehen - müsse man weiter rechnen, so Sandschneider.

Bei voranschreitender "Hispanisierung" Amerikas, werde sich deren Frust und Verweigerungshaltung vermutlich auch nicht ändern - auch nicht nach der zu erwartenden Wahlniederlage dieser Gruppe. Wahltechnisch scheinen sie nun allerdings in der Minderheit zu sein.

Experten gehen davon aus, dass Wahlbetrug, den Trump vorab unterstellt in den USA im großem Stil unmöglichist. Grund ist das dezentralisierte Wahlsystem. Clinton selbst nannte Trumps Äußerungen "entsetzlich". Er "verunglimpft unsere Demokratie und macht sie schlecht". Sie nannte ihren Widersacher die "gefährlichste Person", die in der jüngeren US-Geschichte für das Präsidentenamt kandidiert habe.

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