Sie sind hier: Home > Politik > Ausland > USA >

US-Wahlen: Dritter Kandidat könnte Donald Trump in Utah demütigen

US-Wahlen  

Ein dritter Kandidat könnte Trump in Utah demütigen

30.10.2016, 08:17 Uhr | AFP

US-Wahlen: Dritter Kandidat könnte Donald Trump in Utah demütigen. Evan McMullin könnte in Utah den Sieg holen. (Quelle: AP/dpa)

Evan McMullin könnte in Utah den Sieg holen. (Quelle: AP/dpa)

Ein dritter Kandidat mischt den US-Wahlkampf auf: Der Mormone Even McMullin hat zwar keine Chance, könnte aber in seinem Heimatstaat Utah gewinnen. Für Donald Trump eine empfindliche Niederlage - denn dort gewinnen traditionell die Republikaner. 

McMullin ist über seine Heimatregion hinaus in der US-Öffentlichkeit bislang wenig bekannt. Doch ist er alles andere als ein Outsider. Bis vor Kurzem war er Politikberater im Repräsentantenhaus, in früheren Jahren war er Agent des Auslandsgeheimdienstes CIA - in Washington ist der smarte Aufsteiger also gut vernetzt.

Seit 50 Jahren gewann kein "dritter" Kandidat

Der 40-Jährige setzt darauf, von dem weitverbreiteten Unbehagen in der konservativen Wählerschaft gegenüber Trump zu profitieren. Der Immobilienmogul ist für viele normalerweise den Republikanern zugeneigte Wähler wegen seiner vulgären Sprüche und angeblichen sexuellen Übergriffe inakzeptabel, nicht wenige sehen in ihm auch einen verkappten Linksliberalen. Die Demokratin Hillary Clinton ist für diese konservativen Trump-Kritiker keine wählbare Alternative.

Sein Land habe "viel Besseres verdient, als Donald Trump oder Hillary Clinton uns zu bieten haben", erklärte McMullin denn auch forsch bei der Verkündung seiner Präsidentschaftskandidatur - und meinte damit natürlich sich selbst. Dem Späteinsteiger gelang es, sich immerhin noch in elf der 50 Bundesstaaten auf den Wahlzettel setzen zu lassen, in weiteren Staaten dürfen ihn die Wähler von sich aus dort als Kandidaten ihrer Wahl eintragen.

Während er in den meisten dieser Staaten chancenlos ist, hat der Newcomer in Utah den lange sicher scheinenden Sieg Trumps ernsthaft in Gefahr gebracht. Laut der Website "realclearpolitics" liegt McMullin im Mormonenstaat inzwischen mit rund 25 Prozent gleichauf mit Clinton - und nur noch knapp sechs Punkte hinter Trump. Sollte McMullin das Kunststück eines Sieges in seinem Heimatstaat gelingen, dann würde er Geschichte machen - seit fast 50 Jahren ist es keinem Präsidentschaftskandidaten einer "dritten" Partei oder Bewegung mehr gelungen, einen Bundesstaat zu gewinnen.

Keineswegs stramm konservativ

McMullin hat sich während seiner Laufbahn immer wieder auf unbekanntes Terrain gewagt. Der Sohn eines Informatikers verbrachte zwei Jahre als Missionar der Mormonen in Brasilien und studierte danach an der von seiner Religionsgemeinschaft betriebenen Brigham Young University internationales Recht und Diplomatie.

Später arbeitete er als UN-Flüchtlingshelfer in Jordanien, bevor er in die Dienste der CIA trat. Als Anti-Terror-Agent war er nach eigenen Angaben im Nahen Osten, Nordafrika und Südasien im Einsatz - "an einigen der gefährlichsten Orte der Welt", wie er mit einem Anflug von Prahlerei auf seiner Website mitteilt. Nach einer weiteren Station bei der Investmentbank Goldman Sachs ging McMullin dann als Politikberater ins Repräsentantenhaus, wo er zunächst für den Außenausschuss und dann für die Republikaner arbeitete.

McMullin bezieht bei vielen Themen dezidiert Gegenposition zu Trump - und erweist sich dabei als keineswegs strammer Konservativer. So plädiert der frühere UN-Helfer für die Aufnahme von syrischen Flüchtlingen und wirft dem republikanischen Kandidaten die pauschale Diffamierung von Muslimen vor. Der ehemalige CIA-Mann führt ins Feld, dass viele Erfolge im Anti-Terror-Kampf durch die Hilfe von Muslimen ermöglicht worden seien - sie als Gruppe zu attackieren, "macht Amerika nicht stärker, sondern schwächer", warnt McMullin unter Anspielung auf Trumps Wahlslogan.

Liebe Leserinnen und Leser,

Leider können wir Ihnen nicht zu  allen Artikeln einen Kommentarbereich zur Verfügung stellen. Mehr dazu erfahren Sie in der Stellungnahme der Chefredaktion.

Eine Übersicht der aktuellen Leserdebatten finden Sie hier.

Gerne können Sie auch auf Facebook und Twitter zu unseren Artikeln diskutieren.

Ihr Community-Team

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Ulla Popkenbonprix.deOTTOhappy-sizetchibo.deLIDLBabistadouglas.deBAUR

shopping-portal