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Gefälschte Dokumente: FBI untersucht schmutzige Tricks gegen Hillary Clinton

Terrorpläne unterstellt  

FBI untersucht schmutzige Tricks gegen Clinton

04.11.2016, 14:18 Uhr | ckr mit Material von Reuters

Gefälschte Dokumente: FBI untersucht schmutzige Tricks gegen Hillary Clinton. Hillary Clinton: In diesem Wahlkampf scheint kein Trick zu schmutzig. (Quelle: Imago / Zuma Press)

Hillary Clinton: In diesem Wahlkampf scheint kein Trick zu schmutzig. (Quelle: Imago / Zuma Press)

Russland-Beobachtern ist die Taktik bekannt: Mit Halbwahrheiten, Lügen und Fantasiegeschichten soll die Öffentlichkeit so verwirrt werden, dass am Ende niemand mehr sagen kann, was Wahrheit und was Erfindung ist - ein probates Mittel, um Demokratien instabil zu machen. Dies passiert womöglich gerade im US-Wahlkampf, glauben Ermittler.  

Experten zufolge stehen russische Stellen nicht nur hinter dem mittlerweile legendären Hacker-Angriff auf die E-Mail-Server der Demokraten.

Doch das reicht offenbar noch nicht: Selbst innerhalb des Berges an gestohlenen Mails und anderer Papiere werden jetzt skandalöse Dokumente hinzuerfunden, um die Demokraten geradezu als Terroristen dastehen zu lassen. Das FBI untersucht der Agentur Reuters zufolge gerade mehrere solcher Fälschungen.

Anstiftung zu Unruhen und schmutzige Bomben 

Besonders krass ist dieser Fall: Ermittler prüfen ein Dokument, das das Logo der Umfrage-Organisation "Benenson Strategy Group" trägt. Sie steht den Demokraten nahe und kooperiert mit der Clinton-Stiftung. 

In dem siebenseitigen Papier warnt der angebliche Verfasser vor einem massiven Abschwung in den Umfragen - und schlägt terroristische Methoden für einen "massiven Strategiewechsel" vor: Um die Zustimmungsdynamik für Trump zu durchbrechen, empfiehlt der Autor den Demokraten die "Anstiftung von Unruhen" oder sogar einen Angriff mit schmutzigen Bomben.

Klar ist nur, dass das Dokument unecht ist. Unbekannt ist naturgemäß bislang, woher genau es stammt und wie es in Umlauf geriet. Im Oktober wurde es immerhin bereits von Roger Stone, Ex-Mitarbeiter des republikanischen Kandidaten Donald Trump, für bare Münze genommen auf Twitter veröffentlicht.

US-Geheimdienstler vermuten Machenschaften Moskaus 

Nach Einschätzung von US-Behörden steht der Vorfall klar im Zusammenhang mit dem mutmaßlichen Versuch Moskaus, die Präsidentenwahl zu beeinflussen, so Reuters. US-Geheimdienstvertreter hatten bereits früher gewarnt, dass Pläne, hinter denen sie die russische Regierung vermuten, über das Ausspähen von E-Mail-Konten hinausgehen könnten.

Möglich sei auch, dass vermeintliche Belege für Wahlbetrug oder andere Falschinformationen vor dem Urnengang am Dienstag veröffentlicht werden könnten. Dieser Fall ist offenbar eingetreten. Die russische Regierung ihrerseits streitet erwartungsgemäß ab, derartige Pläne zu verfolgen. 

Im Oktober hatte das Enthüllungsportal WikiLeaks E-Mails mit Bezug zu Clintons Wahlkampf veröffentlicht. Clintons Mitarbeiter hatten bereits damals darauf aufmerksam gemacht, dass unter den Schreiben Fälschungen sein könnten.

Ein Präsident Trump käme Moskau gelegen 

Einen gefälschten Brief mit seinem eigenen Namen als Absender übergab derweil der demokratische Senator Tom Carper dem FBI. Darin habe es verschwörerisch an Clintons Adresse geheißen: "Wir werden dich diese Wahl nicht verlieren lassen", berichten die von Reuters zitierten Insider. 

Schon lange ist bekannt, dass die Moskauer Führung Donald Trump als US-Präsidenten wünscht - wohl vor allem deshalb, weil Trump sich außenpolitisch weiter zurückziehen würde. Weder bei seinen Bombardements ziviler Viertel in Syrien, noch bei dem Geheimkrieg in der Ukraine oder der Besetzung der Krim müsste sich Wladimir Putin bei einer Wahl Trumps noch Sorgen machen.

Mehr noch: Trump legt offenbar keinen großen Wert mehr auf das Fortbestehen der Nato in ihrer bisherigen Form. Kurzum: Für Moskau würden einige Träume wahr, würde der Republikaner am Dienstag gewählt.

Clinton wieder mit drei Punkten vorne 

Vor zwei Wochen hatte FBI-Chef James Comey neue Untersuchungen zu Clintons E-Mail-Affäre angekündigt. Seitdem fallen die Umfragen zwischen ihr und Trump zusehends knapper aus. Was die neuen Enthüllungen bewirken, bleibt abzuwarten. 

Laut einer Umfrage von "Washington Post" und "ABC" liegt Clinton am Freitag wieder drei Prozentpunkte vor Trump. Demnach kommt sie landesweit auf 47 Prozent der Stimmen, Trump auf 44. In einer am Mittwoch veröffentlichten Umfrage lagen beide Kandidaten gleichauf bei 46 Prozent. 

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