Sie sind hier: Home > Politik > Ausland > USA >

Donald Trump rudert weiteren Wahlkampf-Versprechen zurück

Hat der Wolf Kreide gefressen?  

Donald Trump mit einem Rückzieher nach dem anderen

23.11.2016, 14:00 Uhr | dpa

Donald Trump rudert weiteren Wahlkampf-Versprechen zurück. Der künftige US-Präsident Donald Trump nach seinem Interview mit der "New York Times". (Quelle: AP/dpa)

Der künftige US-Präsident Donald Trump nach seinem Interview mit der "New York Times". (Quelle: AP/dpa)

Schon vor der Präsidentschaftswahl hatte Donald Trump seine Ansichten immer wieder angepasst, wenn er sich davon einen Nutzen versprach. Was der künftige US-Präsident jedoch nun von sich gibt, klingt nochmal ganz anders als vor dem 8. November. Nur bei einem Thema bleibt er hart.

Klimawandel, Folter, E-Mail-Affäre - Donald Trump hat seit seinem Wahlsieg inzwischen bei vielen Themen eine Kehrtwende vollzogen. In einem ausführlichen Interview stellte sich der Republikaner am Dienstag den Fragen der "New York Times" - und überraschte mit sehr zahmen Antworten.

Trump schien stark darum bemüht zu sein, umstrittene Aussagen aus dem Wahlkampf abzumildern. Die Journalisten der Zeitung bescheinigten dem 70-Jährigen einen erkennbaren Eifer, seinem Publikum zu gefallen.

Inhaltlich äußerte sich Trump einmal mehr sehr vage. Wie bei all seinen Ankündigungen bleibt abzuwarten, was nach Trumps Amtsantritt am 20. Januar 2017 tatsächlich davon übrig bleibt - und was auch machbar ist. Eine Übersicht über seine jüngsten Äußerungen und was er zuvor versprochen hat:

Folter

Trump erklärte in diesem Jahr mehrmals, er werde das international geächtete Waterboarding zurückbringen und "noch viel schlimmere Dinge" einführen. Folter funktioniere als Verhörmethode, sagte er etwa im Februar. Waterboarding - also simuliertes Ertränken - war nach den Anschlägen vom 11. September eine umstrittene Praxis der CIA, um Terrorverdächtige zu verhören. Mittlerweile ist es verboten.

Trump deutete in dem Interview an, dass er seine Position zum Thema Folter nach einem Gespräch mit dem pensionierten Vier-Sterne-General James Mattis geändert habe.

Mattis ist als neuer Verteidigungsminister im Gespräch. Er habe Trump gesagt, dass er derartige Methoden nie für sinnvoll gehalten habe, so Trump. Folter mache nicht die Art von Unterschied, die manche Menschen erwarteten.

Klima

Der Unternehmer hat die Existenz eines von Menschen verursachten Klimawandels sehr oft angezweifelt. 2012 behauptete er, die Chinesen hätten das Konzept der globalen Erwärmung erfunden, um der Wettbewerbsfähigkeit der amerikanischen Industrie zu schaden. Im Wahlkampf versprach er den Ausstieg aus dem Pariser Klimavertrag.

Nun ist Trump deutlich zurückhaltender. Auf die Frage, ob sich die USA unter seiner Führung aus internationalen Klimaabkommen zurückziehen würden, sagte er: "Ich werde das sehr genau prüfen. Ich stehe dem Ganzen offen gegenüber." Er räumte auch ein, dass es einen Zusammenhang zwischen dem Klimawandel und menschlichem Einfluss geben könnte. "Irgendwie, es hängt davon ab."

Hillary Clinton und Barack Obama

Unzählige Male erklärte der Kandidat Trump, seine demokratische Konkurrentin Hillary Clinton hätte gar nicht für die Präsidentschaftskandidatur antreten dürfen. Unzählige Male nannte er sie "betrügerische" Hillary. Ließ er während einer Rede ihren Namen fallen, skandierte die Menge fast immer: "Sperrt sie ein!" In einer Fernsehdebatte versprach Trump, er werde als Präsident einen Sonderermittler einsetzen, der Clintons E-Mail-Affäre neu untersuchen solle.

Davon will er jetzt anscheinend nichts mehr wissen. Er habe kein Interesse mehr daran, die Ermittlungen gegen Clinton voranzutreiben, wolle lieber vorwärts blicken. "Ich will die Clintons nicht verletzen. Das will ich wirklich nicht", sagte der 70-Jährige. "Sie hat viel durchgemacht und stark gelitten."

Auch über den scheidenden Präsidenten Barack Obama verlor Trump nur gute Worte. Das Treffen mit ihm nach der Wahl sei großartig gewesen, sagte er. "Ich mochte ihn wirklich sehr." Vor dem 8. November hatte er Obama in Reden wiederholt als schwachen Präsidenten bezeichnet und seine Politik verhöhnt.

Rechte Bewegungen

Während des Wahlkampfs wetterte Trump immer wieder gegen Einwanderer, Mexikaner und Muslime, was ihm die Unterstützung rechter Gruppierungen wie dem Ku-Klux-Klan einbrachte. Im Interview mit der "New York Times" distanzierte er sich nun von diesen Bewegungen: "Ich gebe ihnen keinen Auftrieb, und ich will mit ihnen nichts zu tun haben." 

Nach einer Konferenz von Neonazis am Wochenende in Washington gefragt, sagte Trump, er verdamme das und wolle nichts damit zu tun haben. Bei dem Treffen hatten Anwesende den Hitlergruß gezeigt und "Heil Trump" gerufen, wie Videoaufzeichnungen belegen. Es war das erste Mal, dass Trump das Thema nach seinem Wahlsieg offen ansprach.

Trump verteidigte allerdings auch Stephen Bannon, seinen künftigen Strategiechef im Weißen Haus, gegen Kritik, dieser sei ein Rassist. "Wenn er Rassist oder ein Rechter oder was auch immer in dieser Richtung wäre, würde ich überhaupt nicht darüber nachdenken, ihn zu beschäftigen."

Handel

Trump schürte sehr stark Stimmung gegen internationale Handelsverträge. Das brachte ihm großen Rückhalt im industriell geprägten Nordosten der USA ein, dem einst florierenden und inzwischen vom wirtschaftlichen Abschwung gebeutelten "Rust Belt" ("Rostgürtel").

In einer Videobotschaft kündigte Trump nun an, sofort aus dem transpazifischen Handelsabkommen TPP aussteigen zu wollen - und zwar im Rahmen einer präsidentiellen Anordnung. Das TPP-Abkommen ist von zwölf Staaten einschließlich den USA unterzeichnet worden, aber noch nicht in Kraft. Der Abschluss war ein Herzstück der Agenda von Obama, der damit die wirtschaftlichen Verbindungen der USA zu Asien stärken wollte.

Liebe Leserinnen und Leser,

Leider können wir Ihnen nicht zu  allen Artikeln einen Kommentarbereich zur Verfügung stellen. Mehr dazu erfahren Sie in der Stellungnahme der Chefredaktion.

Eine Übersicht der aktuellen Leserdebatten finden Sie hier.

Gerne können Sie auch auf Facebook und Twitter zu unseren Artikeln diskutieren.

Ihr Community-Team

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Gerry Weberbonprix.deOTTOCECILStreet OneLIDLBabistadouglas.deBAUR

shopping-portal
Das Unternehmen
  • Ströer Digital Publishing GmbH
  • Unternehmen
  • Jobs & Karriere
  • Presse
Weiteres
Netzwerk & Partner
  • Stayfriends
  • Erotik
  • Routenplaner
  • Horoskope
  • billiger.de
  • t-online.de Browser
  • Das Örtliche
  • DasTelefonbuch
  • Erotic Lounge
  • giga.de
  • desired.de
  • kino.de
  • Statista
Telekom Tarife
  • DSL
  • Telefonieren
  • Magenta TV
  • Mobilfunk-Tarife
  • Datentarife
  • Prepaid-Tarife
  • Magenta EINS
Telekom Produkte
  • Kundencenter
  • Magenta SmartHome
  • Magenta Sport
  • Freemail
  • Telekom Mail
  • Sicherheitspaket
  • Vertragsverlängerung Festnetz
  • Vertragsverlängerung Mobilfunk
  • Hilfe