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Donald Trump brüskiert China: Telefonat mit Taiwan

Trump brüskiert Peking  

China protestiert gegen Telefonat mit Taiwan

03.12.2016, 15:14 Uhr | rtr , t-online.de

Donald Trump brüskiert China: Telefonat mit Taiwan. Donald Trump am Telefon: Über sein  Gespräch mit Taiwans Staatschefin ist Peking alles andere als erfreut. (Quelle: AFP/Archiv-Foto)

Donald Trump am Telefon: Über sein Gespräch mit Taiwans Staatschefin ist Peking alles andere als erfreut. (Quelle: Archiv-Foto/AFP)

Wochen vor seinem Amtsantritt hat der designierte US-Präsident Donald Trump für diplomatische Verstimmungen gesorgt. Wegen eines Telefonats mit der Staatschefin Taiwans, das von China als abtrünnige Provinz betrachtet wird, hat Peking prompt Protest eingelegt.

In dem Gespräch hätten Trump und Tsai Ing Wen übereingestimmt, dass es zwischen den USA und Taiwan enge Beziehungen im Bereich Wirtschaft, Politik und Sicherheit gebe, erklärte Trumps Team. Das Präsidialamt in Taipeh teilte mit, die beiden Politiker hätten über einen Ausbau der Zusammenarbeit gesprochen.

Erster derartiger Kontakt seit 40 Jahren

Das Telefonat war der erste derartige Kontakt zwischen einem gewählten oder einem amtierenden US-Präsidenten und einem taiwanischen Staatsoberhaupt seit fast 40 Jahren.

Das chinesische Außenministerium forderte daraufhin, die USA müssten an der sogenannten Ein-China-Politik festhalten, um unnötige Störungen in den Beziehungen zu verhindern.

Obama-Sprecher versucht zu schlichten

Trump gab sich nach Chinas Kritik an dem Telefonat uneinsichtig: Tsai habe ihn angerufen, um ihm zu seinem Sieg bei der Präsidentenwahl zu gratulieren, erklärte er über Twitter. "Interessant, dass die USA Taiwan militärische Ausrüstung für Milliarden von Dollar verkaufen, aber ich soll einen Glückwunsch-Anruf nicht annehmen."

Das US-Präsidialamt war von Trump vorab nicht über den Anruf informiert worden. Ein Sprecher von Präsident Barack Obama erklärte umgehend, die "langjährige Politik" zu China und Taiwan habe sich nicht geändert. "Wir halten an unserer 'Ein-China-Politik' fest", sagte der Sprecher.

"Läppischer Versuch", an Ein-China-Politik zu rütteln

1979 nahm die US-Regierung die diplomatischen Beziehungen zur Volksrepublik China auf und kappte dafür die offiziellen Verbindungen zu Taiwan. Die Führung in Peking betrachtet Taiwan als Teil der Volksrepublik. Die USA sind für die Regierung in Taipeh der engste politische Verbündete und ein wichtiger Waffenlieferant.

China äußerte auch Kritik an Taiwan, das einen "läppischen Versuch" unternommen habe, an der Ein-China-Politik zu rütteln. Außenminister Wang Yi betonte, Trump habe China bereits kurz nach seiner Wahl als ein großartiges Land gelobt. Dies habe er in einem Telefonat mit dem chinesischen Staatschef Xi Jinping zum Ausdruck gebracht.

Der Immobilienunternehmer Trump übernimmt am 20. Januar das Präsidentenamt. Im Wahlkampf hatte Trump China immer wieder scharf kritisiert und mit Strafzöllen auf Importe gedroht. Seine Berater haben angedeutet, dass er eine härtere Linie gegenüber China als sein Vorgänger vertreten will. So wolle er etwa als Reaktion auf das Erstarken der Volksrepublik die US-Streitkräfte ausbauen.

Die amtliche chinesische Nachrichtenagentur Xinhua kommentierte das Vorgehen Trumps mit den Worten, China und die USA "müssen nicht zwangsläufig Gegner sein". Trump sollte wissen, dass China ein kooperativer Partner sein könne, solange die USA dessen Kerninteressen respektiere. Dazu gehöre auch die Taiwan-Frage.

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