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Entrüstung über Donald Trumps Umgang mit Witwe und Vater gefallener Soldaten

Geld versprochen  

Entrüstung über Trumps Umgang mit gefallenen Soldaten

19.10.2017, 10:04 Uhr | dpa, AP, rok

Entrüstung über Donald Trumps Umgang mit Witwe und Vater gefallener Soldaten. Donald Trump gerät wegen seines Umgangs mit gefallenen Soldaten immer stärker in die Kritik. (Quelle: Reuters)

Donald Trump gerät wegen seines Umgangs mit gefallenen Soldaten immer stärker in die Kritik. (Quelle: Reuters)

Der Vater eines getöteten Soldaten wirft US-Präsident Donald Trump in einem Bericht vor, ihm Geld geboten, aber nie gezahlt zu haben. Auch weitere Familien erheben Vorwürfe gegen Trump und seinem Umgang mit den Beileidsbekundungen.

Trump soll dem Vater eines getöteten Soldaten einem Bericht zufolge 25.000 US-Dollar versprochen, dies aber nicht eingelöst haben.

Präsident versprach, Scheck auszustellen

Trump habe ihn wenige Wochen nach dem Tod seines 22-Jährigen Sohnes in Afghanistan angerufen, sagte Chris Baldridge der "Washington Post". Er habe dem Präsidenten von seiner Frustration über die Hinterbliebenenzahlungen des Militärs erzählt. Trump habe daraufhin gesagt, er werde ihm einen Scheck aus seiner eigenen Tasche über 25.000 US-Dollar (rund 21.200 Euro) ausstellen. Dies sei jedoch nicht passiert.

Die Sprecherin des Weißen Hauses, Lindsay Walters, dagegen erklärte, der Scheck sei an die Familie von Dillon Baldrige gesendet worden. Zu welchem Zeitpunkt das passiert sei, sagte Walters zunächst nicht. Sie kritisierte die Medien dafür, die privat angebotene, "großzügige und ernst gemeinte" Geste Trumps für eine "voreingenommene Agenda" zu benutzen. Das sei widerlich, sagte Walters.

Trumps rüdes Telefonat mit einer Soldaten-Witwe

Eine Abgeordnete berichtete am Mittwoch, Trump habe die Witwe eines Soldaten rüde abgefertigt. Ihr Mann habe "gewusst, worauf er sich einließ, als er sich verpflichtete", soll er der Frau am Telefon gesagt haben. "Aber ich vermute, es tut trotzdem weh", fügte Trump demnach hinzu.

Trump wies die Vorwürfe zurück. Die demokratische Abgeordnete Frederica Wilson habe seine angeblichen Worte "komplett erfunden", schrieb er im Kurzbotschaftendienst Twitter. Er könne dies auch beweisen. Trump präsentierte solche Beweise aber nicht.

Trump steht in den USA seit Tagen in scharfer Kritik, weil er bei einer Pressekonferenz nebenbei seinen Amtsvorgängern vorwarf, sich nie oder nur sehr selten bei Hinterbliebenen von Gefallenen gemeldet zu haben. Mitarbeiter von Barack Obama und früherer Präsidenten sowie zahlreiche Medien widerlegten das sofort.

Trump instrumentalisiert Tod des Sohns seines Stabschefs

Für Entrüstung sorgte Trump auch dadurch, dass er den Tod des Sohns seines Stabschefs John Kelly zu instrumentalisieren suchte. "Sie könnten General Kelly fragen, ob er einen Anruf von Obama bekommen hat", sagte er in einem Radiointerview. Damit wollte er offenbar andeuten, dass Kelly keinen Kondolenzanruf Obamas erhalten habe.

Der Ex-General hatte seinen Sohn im Jahr 2010 in Afghanistan verloren. Der Leutnant wurde dort durch eine Mine getötet. Kelly selber hat es stets strikt vermieden, den Tod seines Sohnes politisch zu instrumentalisieren.

Besondere Stellung der US-Soldaten

Soldaten haben in den USA eine besondere Stellung, vor allem Gefallene. Deren Familien wird besondere Hochachtung zuteil. Trump selbst brauchte knapp zwei Wochen, um sich erstmals öffentlich zu vier im Niger getöteten US-Soldaten zu äußern. "Politico" berichtete, Trumps Stab habe ihm sofort eine Stellungnahme zu den Vorfällen im Niger vorbereitet. Trump habe sie aber nie verwendet. Das Weiße Haus wollte das nicht kommentieren.

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