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Energiepolitik: CDU will Atomkonzerne zur Kasse bitten

CDU will Atomkonzerne zur Kasse bitten  

"Keine Laufzeitverlängerung zum Nulltarif"

09.10.2009, 08:53 Uhr | dpa

Die Kraftwerkbetreiber würden bei einer Verlängerung der Laufzeiten immense Gewinne einstreichen. (Foto: imago)Die Kraftwerkbetreiber würden bei einer Verlängerung der Laufzeiten immense Gewinne einstreichen. (Foto: imago)

Baden-Württembergs Umweltministerin Tanja Gönner (CDU) will die Atomkonzerne zur Abgabe von mindestens 50 Prozent ihrer Erträge aus der Verlängerung der Reaktorlaufzeiten zwingen. "Es gibt keine Laufzeitverlängerung zum Nulltarif", sagte Gönner im Stuttgarter Landtag. Sollten sich die Energieversorger weigern, die Hälfte der Profite für die Förderung erneuerbarer Energie abzugeben und in die Sicherheit der Meiler zu investieren, werde es keine Laufzeitverlängerung geben.

Die CDU-Politikerin nimmt an den Koalitionsverhandlungen der künftigen schwarz-gelben Bundesregierung zum Thema Umwelt teil.



FDP will alle Kraftwerke auf den Prüfstand stellen

Der stellvertretende FDP-Vorsitzende Andreas Pinkwart sagte in Berlin: "Vor einer möglichen Verlängerung der Laufzeiten für sichere und leistungsfähige Kernkraftwerke muss jedes einzelne Kernkraftwerk, unabhängig vom Alter des Werkes, einer individuellen Prüfung standhalten. Ziel der FDP ist es, langfristig zu einer Energieversorgung auf Basis erneuerbarer Energien zu kommen." Die Verlängerung von Laufzeiten könne nur Teil eines energiepolitischen Gesamtkonzeptes auf dem Weg dahin sein. Nach Informationen der "Rheinischen Post" ist bei der FDP die Stilllegung der Reaktoren Biblis A und B, Brunsbüttel, Neckarwestheim 1 und Krümmel schon 2010 im Gespräch.

Immenser Zusatzprofit für Betreiber

Die Betreiber von Kernkraftwerken können bei einer Verlängerung der Laufzeiten jährlich mit zusätzlich 8 bis 10 Milliarden Euro Gewinn rechnen. Ein Kraftwerk erwirtschafte jeden Tag einen Zusatzprofit von 1 bis 2,2 Millionen Euro, sagte Felix Christian Matthes vom Freiburger Öko-Institut. Bei einer nur achtjährigen Verlängerung seien das 64 bis 80 Milliarden Euro, sagte der Forscher.

Überkapazitäten von mehr als 10.000 Megawatt

Ein Abschalten der Kernkraftwerke wirkt sich nach Angaben von Matthes nicht auf den Strompreis auf, da genügend Kapazitäten zur Verfügung stünden. "Momentan haben wir Überkapazitäten von 10.000 bis 20.000 Megawatt", sagte der Forschungs-Koordinator Energie- und Klimapolitik. Im Jahr 2007 seien beispielsweise fast die Hälfte der Kernkraftwerke wegen Störfällen oder Wartungsarbeiten außer Betrieb gewesen, auf den Strompreis habe das aber keine Auswirkungen gehabt. "Niemand sagt mehr ernsthaft, dass wir es mit einer Stromlücke zu tun bekommen. Wir haben Reserven und sind flexibel genug, um alles abzudecken, was an Bedarf kommen kann."

Keine Entlastungseffekte beim Klimaschutz

Durch eine Laufzeitverlängerung seien außerdem keine Entlastungseffekte beim Klimaschutz zu erwarten. "An der Gesamtemission von Treibhausgasen ändert sich gar nichts", sagte Matthes. Denn das Emissionsziel sei festgesetzt. "Wenn ein paar schadstoffreiche Kraftwerke abgeschaltet werden, können andere Emittenten mehr ausstoßen."

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