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Die Umfragen zeigen ein Patt: Kurz vor der Bundestagswahl sieht es für die Union aber gut aus

Umfragen zeigen Patt  

Kopf an Kopf mit Vorteil für die Union

20.09.2013, 15:31 Uhr | rtr, dpa, t-online.de

Die Umfragen zeigen ein Patt: Kurz vor der Bundestagswahl sieht es für die Union aber gut aus. Angela Merkel, CDU, SPD, Peer Steinbrück, Umfragen (Quelle: dpa)

Angela Merkel hat gut lachen, und Peer Steinbrück vermutlich das Nachsehen (Quelle: dpa)

Es wird ein Kopf-an-Kopf-Rennen: Kurz vor der Bundestagswahl zeigt die aktuelle Forsa-Umfrage mit jeweils 45 Prozent einen Patt zwischen dem schwarz-gelben Lager und Rot-Rot-Grün. Weil dieses Bündnis allen Äußerungen führender Sozialdemokraten und Grünen zufolge aber nicht infrage kommt, bleiben zwei Optionen: Die Fortsetzung der Koalition aus CDU und FDP oder eine Neuauflage der Großen Koalition.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat darum Grund zur Freude - sie wird wohl Kanzlerin bleiben. Für ihre Wunschlösung wird es aber schwierig. Die Union kommt laut Forsa auf 40 und die FDP auf fünf Prozent. Das würde für den Einzug ins Parlament reichen, aber eben nur gerade so.

Grafik: Direkter Vergleich (Quelle: dpa)In der Kanzlerfrage liegt Merkel immer noch klar vor Steinbrück (Quelle: dpa)

Die SPD liegt bei 26 Prozent, die Grünen erhalten zehn, die Linke neun Prozent. Rot-Grün bleibt also zusammen hinter der Union zurück. Wollen die Genossen zurück an die Macht, werden sie sich voraussichtlich mit der Rolle als Juniorpartner einer weiteren Merkel-Regierung begnügen müssen. Die Kanzlerin hatte wiederholt deutlich gemacht, es wäre unglaubwürdig, wenn sie die Große Koalition ausschlösse.

Die wegen ihrer eurokritischen Haltung von allen anderen Parteien abgelehnte Alternative für Deutschland (AfD) würde der vom TV-Sender RTL veröffentlichten Umfrage zufolge vier Prozent der Stimmen erhalten. Wenn die Demoskopen sich beim AfD-Potenzial nicht vollkommen verschätzen, würde auch ein Bundestagseinzug an der Gesamtkonstellation nichts ändern.

Neue Umfragen bis zum Schluss

Allerdings gibt es noch immer unentschlossene Wähler, und um die werben die Parteien bis zur letzten Sekunde. Hinzu kommt, dass Forsa über die "Bild" selbst am Wahlsonntag noch eine Umfrage präsentieren wird.

Während die ARD auf die Veröffentlichung weiterer Umfragen in der letzten Woche verzichtet, gab es am Donnerstagabend auch nochmal ein ZDF-Politbarometer. Demzufolge kommen Union und FDP auf 45,5 Prozent, SPD, Grüne und Linkspartei erreichen zusammen einen Punkt weniger. Auch das Allensbach-Institut lieferte über die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" Zahlen, die sich praktisch mit den anderen decken. Mit 39,5 und fünf Prozent muss die Regierungskoalition um ihren Fortbestand zittern.

"Die Katze ist aus dem Sack"

SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück hatte mehrfach beteuert, auf Bundesebene nicht mit der Linken zusammenarbeiten zu wollen. Auch werde er nicht noch einmal den "Steigbügelhalter für Merkel spielen". Nun irritierte der Herausforderer mit seiner Äußerung: "Wir wären Hasardeure, wenn wir mit der Linkspartei in ihrem jetzigen Zustand eine Koalition bilden oder uns tolerieren lassen würden - das kann in drei, vier, fünf, sechs Jahren anders sein."

Damit schloss Steinbrück zumindest nicht aus, dass die SPD schon in der kommenden Legislaturperiode bis 2017 ein Bündnis mit der Linkspartei eingehen könnte. Die FDP nahm die Vorlage dankbar auf. "Da ist die Katze aus dem Sack", verkündete Spitzenkandidat Rainer Brüderle. CDU-Generalsekretär Hermann Gröhe pflichtete bei und erklärte gegenüber n-tv: "Wir haben in der Vergangenheit erlebt, dass die Liste des Neins zur Linkspartei eben auch die Liste der Wortbrüche war."

Linke gibt noch nicht auf

Sahra Wagenknecht, Spitzenpolitikerin der Linken hofft noch immer auf ein rot-rot-grünes Bündnis: "Je besser unser Ergebnis, desto größer die Chance, dass die SPD zur Besinnung kommt", sagte die Vize-Fraktionschefin dem "Handelsblatt". Fraktionschef Gregor Gysi erneuerte sein Angebot an Rot-Grün: "Wir betteln nicht darum, sind aber zu Gesprächen bereit", erklärte er in der österreichischen Zeitung "Der Standard".

Gysi verwies darauf, dass viele Sozialdemokraten nicht erneut eine Große Koalition eingehen wollten. SPD-Fraktionsvorsitzender Frank-Walter Steinmeier bestätigte diesen Eindruck. Im Bayerischen Rundfunk sagte er, die letzte Große Koalition von 2005 bis 2009 habe sich für die Sozialdemokraten nicht gerechnet.

Steinmeier zog die parteiliche Bilanz: "Das ist am Ende eingesammelt worden von einer Kanzlerin Merkel, und wir sind mit einem deprimierenden Wahlergebnis aus dieser großen Koalition herausgegangen." 2005 hatte die SPD mit ihrem Kandidaten Steinmeier lediglich 23 Prozent der Stimmen erhalten und damit das schlechteste Ergebnis der Nachkriegszeit erzielt.

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