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Horst Seehofer springt Sigmar Gabriel zur Seite: Kritik am ZDF

Große Koalition gegen ZDF  

Seehofer springt Gabriel zur Seite

29.11.2013, 20:19 Uhr | AFP, dpa

Horst Seehofer springt Sigmar Gabriel zur Seite: Kritik am ZDF. Neuerdings ein Herz und eine Seele: Horst Seehofer (re.) und Sigmar Gabriel (Quelle: Reuters)

Neuerdings ein Herz und eine Seele: Horst Seehofer (re.) und Sigmar Gabriel (Quelle: Reuters)

Nach dem Wortgefecht zwischen ZDF-Moderatorin Marietta Slomka und Sigmar Gabriel hat sich der CSU-Chef Horst Seehofer hinter den SPD-Vorsitzenden gestellt - und das ZDF deutlich kritisiert. "Ich wehre mich gegen diese Qualität der Diskussion", erklärte der bayerische Ministerpräsident vor einer CSU-Vorstandssitzung in München.

Seehofer sagte, die Art der Fragen von Slomka sei typisch für das Öffentlich-Rechtliche. Gabriel sollte nach seiner Einschätzung wie ein Schulbub vorgeführt werden.

Der CSU-Chef beschwerte sich in einer SMS an ZDF-Intendant Thomas Bellut. Ein förmlicher Brief soll noch folgen. Pikant: Er sitzt im Verwaltungsrat des Mainzer Senders.

Bei der Union Kreis der Entscheider viel kleiner

Seehofer kann nicht verstehen, wie Slomka die Verfassungsmäßigkeit des Mitgliederentscheids der SPD anzweifeln könne. Mit Blick auf die Abstimmungsprozesse in CDU und CSU sagte er: "Wenn ein Mitgliederentscheid verfassungswidrig ist, dann sind es unsere Veranstaltungen gleich doppelt und dreifach."

Bei der CDU entscheidet ein kleiner Parteitag über den Koalitionsvertrag, bei der CSU tun dies der Vorstand und die CSU-Bundestagsabgeordneten. Den Mitgliederentscheid der SPD hält Seehofer für "total" legitim.

ZDF verteidigt Slomka

Das ZDF wehrte sich unterdessen gegen den Vorwurf der Parteilichkeit. Dies habe Slomka "entschieden und mit Recht" zurückgewiesen, erklärte "heute-journal"-Redaktionsleiterin Anne Reidt. In dem Interview sei es "hart zur Sache und um die Sache" gegangen. "Argumentativer Schlagabtausch und Verbalgefecht sind Instrumente des politischen Journalismus", erklärte Reidt.

Slomka verteidigte in der "Bild"-Zeitung ihr hartnäckiges Fragen: "Die Diskussion über mögliche demokratische oder gar verfassungsrechtliche Bedenken habe ja nicht ich erfunden, die gibt es." Selbstkritisch erklärte sie aber auch: "Rückblickend hätte ich mich an der Stelle aber nicht so lange aufhalten sollen. Das ging auf Kosten anderer interessanter Themen."

Streit beim Interview

Die Moderatorin hatte mit Gabriel am Donnerstagabend im "heute journal" über den Mitgliederentscheid gesprochen und dabei auch die Frage nach dessen Verfassungsmäßigkeit aufgeworfen. Der SPD-Chef wies dies als "Quatsch" zurück und begründete es unter anderem damit, dass bei der CDU nur der Vorstand entscheide.

In dem zunehmend hitziger werdenden Interview warf er Slomka schließlich auch vor, es sei "nicht das erste Mal, dass Sie in Interviews mit Sozialdemokraten nichts anderes versuchen, als uns das Wort im Mund umzudrehen". Slomka erwiderte darauf: "Herr Gabriel, Sie werden mir jetzt bitte nichts unterstellen."

Gabriel: Politiker sind keine Watschenmänner

Gabriel selbst verteidigte seine harschen Antworten im Interview mit Slomka. "Wir sind ja keine kalten Fische, und manche Journalisten glauben, wir Politiker seien so zum Watschenmann da", sagte er in einer Aufzeichnung für das RTL-Magazin "sonntags.live". Das scheine etwas in Mode gekommen zu sein. Gabriel findet sich dafür aber "einfach nicht geeignet".

Wer sich wie Slomka im Umfeld der Politik bewege, müsse auch mit einer Reaktion wie der seinigen rechnen: "Also ich finde ein bisschen gilt's auch: Wie man in den Wald hinein ruft, so schallt es halt auch heraus." Er sei dem ZDF aber nicht böse und halte Streit durchaus für sinnvoll: "Man muss doch auch mal Emotionen zeigen."

Auch Steinbrück kritisiert Slomka

Auch der bei der Bundestagswahl im September unterlegene SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück nahm Gabriel in Schutz: "Ich kann mich an ein Interview im Wahlkampf mit Frau Slomka erinnern, das mir äußerste Disziplin und Höflichkeit abverlangt hat", sagte er der "Bild"-Zeitung (Samstag).

Seiner Meinung nach ist klar: "Politiker müssen sich keineswegs alles gefallen lassen. Etwas mehr Respekt im wechselseitigen Umgang täte uns allen gut."

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