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Triumphator Sigmar Gabriel: Deutschlands oberster Genosse oben auf

Gabriel, der Triumphator  

Deutschlands oberster Genosse oben auf

16.12.2013, 15:31 Uhr | t-online.de, Reuters

Triumphator Sigmar Gabriel: Deutschlands oberster Genosse oben auf. SPD-Vorsitzender Sigmar Gabriel (Quelle: Reuters)

Der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel hat die Messlatte festgelegt und sie übersprungen (Quelle: Reuters)

Superminister Sigmar Gabriel (SPD) befindet sich auf dem Höhepunkt seiner Karriere: Trotz des zweitschlechtesten Bundestagswahlergebnisses der Nachkriegsgeschichte und trotz zunächst massiver Vorbehalte vieler Genossen gegenüber der Großen Koalition, steht der Vorsitzende jetzt als strahlender Sieger da.

Wesentliche inhaltliche Forderungen wie den flächendeckenden gesetzlichen Mindestlohn von 8,50 Euro und das Recht auf doppelte Staatsbürgerschaft hat die SPD über ihren Parteichef durchgekämpft. Mit 76 Prozent Zustimmung von der eigenen Basis steht der Koalitionsvertrag mit der Union auf einem unerwartet stabilen Fundament.

Gabriel scheint unangreifbar

Zum ersten Mal in der deutschen Geschichte durften die Mitglieder einer Partei über eine Koalition entscheiden. Die Dynamik des Mitgliedervotums hat die darbende Partei auf ein Hoch katapultiert - und Gabriel scheint erst einmal unangreifbar.

Die Abstimmung war sein Baby, er hat den Koalitionsvertrag ausgehandelt - das Votum für die "GroKo" war auch ein Votum für ihn. Noch vor Jahren war der ehemalige Lehrer unter Genossen als "Siggi Pop" veräppelt worden, momentan wirkt er wie "Siggi Superstar".

Fast so viele Ministerien wie die Union

Dass der gesamte SPD-Vorstand bei der parteiinternen Wiederwahl deutliche Einbußen hinnehmen musste, ist vergessen. Bei der Bundestagswahl schrammte die Union knapp an der absoluten Mehrheit vorbei, bekleidet mit acht Ministerposten aber nur zwei mehr als die SPD. Gabriel führt das auf ihn zugeschnittene Ressort für Wirtschaft und Energie.

Er kann entscheidend dazu beitragen, die Energiewende nach dem Ausstieg aus der Atomkraft voranzubringen. Zumal auch das Umweltministerium über Barbara Hendricks in den Händen der eigenen Partei liegt. Viele Jahre lang stellten diese Ressorts in verschiedenen Regierungen Konkurrenten dar.

Vizekanzler als Zwischenstation?

Gabriel ist außerdem Vizekanzler und nicht etwa Frank-Walter Steinmeier, obwohl Steinmeier erneut Außenminister ist. Ein weiteres Mal wird er mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nach 2009 nicht noch einmal als Kanzlerkandidat antreten, und Peer Steinbrück hat sich nach der krachenden Niederlage vom Herbst aus der ersten Reihe zurückgezogen.

Freilich bilden Gabriels Ressort und die als übermächtig gefürchtete Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) Stolperstellen, doch nach Lage der Dinge ist der 54-Jährige die Nummer eins unter den Sozialdemokraten und durchaus berufen für höhere Ämter: "Er ist sicherlich der geborene Kanzlerkandidat aufgrund seiner jetzigen Position", sagte die Parteifreundin und nordrhein-westfälische Ministerpräsidentin Hannelore Kraft im Deutschlandfunk über Gabriel.

Die stellvertretende Parteivorsitzende wurde selbst als Merkels mögliche nächste Herausforderin gehandelt - bis sie vor kurzem ihren Verzicht erklärte.

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