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"Spiegel" zeigt die Kanzlerin "ganz nackt"

10.02.2018, 11:23 Uhr | dru, t-online.de, dpa, AFP

Kanzlerin Angela Merkel: In der Partei umstritten, vom "Spiegel" bissig karikiert. (Quelle: Ralf Hirschberger/dpa-Zentralbild/dpa)

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Eine nach Macht gierende Angela Merkel, die am Ende noch das letzte Hemd verliert: So karikiert der "Spiegel" die Bundeskanzlerin. In ihrer Partei wird derweil hitzig über den Verlust des Finanzministeriums gestritten.

Der Koalitionsvertrag steht. Und die CDU schäumt ob des Verlusts wichtiger Ministerien. Der „Spiegel“ hat den Ausgang der Verhandlungen zwischen Union und SPD nun auf seinem Titel in einer bitterbösen Karikatur verarbeitet, in der Kanzlerin Angela Merkel nicht gut weg kommt.

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Darauf zu sehen: Die Kanzlerin, wie sie der SPD verliebt an einer roten Nelke riechend entgegen stürmt, ohne den Abgrund vor sich zu sehen. Wie sie dann mit Schulz, Nahles und Scholz ins Bett steigt. Und wie ihr die Sozialdemokraten die Klamotten klauen und Merkel splitternackt zurücklassen. Das letzte Bild schließlich zeigt die Kanzlerin gefangen in der Mausefalle der SPD, gierend nach der Krone der Macht.

Gezeichnet hat das Titelbild der britische Karikaturist Nis­hant Chok­si, der schon mehrere Titel für den "Spiegel" entwarf.

Schwache Ämterausbeute für die CDU

Die SPD konnte mit Außenamt, Finanzen sowie Arbeit und Soziales drei große Ministerien heraushandeln. Die CDU überließ auch das Innenministerium der Schwesterpartei CSU. Neu bekommen hat sie das Wirtschafts- und das Landwirtschaftsministerium. Die aus Sicht vieler Christdemokraten schwache Ämterausbeute sorgt nun für hitzige Debatten.

"Die Unzufriedenheit an der Basis darüber ist sehr groß", erklärte der Vorsitzende der Jungen Union, Paul Ziemiak, am Freitag. "Die guten Erfolge des Koalitionsvertrages werden überlagert vom ungerechtfertigten Ergebnis der Ressortverteilung." Die CDU sei damit innerhalb des Regierungsapparats strukturell geschwächt und verliere an Einfluss, kommentierte der CDU-Außenpolitiker Norbert Röttgen in der "Bild"-Zeitung.

"Mittlerweile gilt wohl: Je schlechter die SPD bei Wahlen abschneidet, desto lauter murrt deren Basis, desto mehr müssen CDU und CSU bei Verhandlungen nachgeben, damit die SPD zufrieden ist", kritisierte der CDU-Politiker Wolfgang Bosbach im "Spiegel". Der Bundestagsabgeordnete Michael von Abercron (CDU) befand: "Die Autorität der Kanzlerin ist nicht nur innerhalb der Partei erschüttert, sondern auch in ihrer Amtsführung als Regierungschefin."

Bouffier: Verhandlungen wären gescheitert

CDU-Vize Volker Bouffier hingegen verteidigte die Ressortverteilung. „Es war keineswegs so, dass die CDU leichtfertig hier etwas aufgegeben hätte“, schrieb der hessische Ministerpräsident an die Mitglieder seiner Partei. Die Union habe bis zum Schluss mit der SPD um das Finanzressort gerungen. „Es blieb letztendlich nur die Möglichkeit, die Verhandlungen scheitern zu lassen oder auf die Forderungen der SPD einzugehen.“

Verwendete Quellen:
  • Eigene Recherche
  • dpa, AFP


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