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Umfrage: Feuerwerk an Silvester wird bei Deutschen unbeliebter


Mehrheit für Verbotszonen
Silvesterfeuerwerk wird bei Deutschen immer unbeliebter

Von Liesa Wölm

Aktualisiert am 16.11.2022Lesedauer: 3 Min.
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Feuerwerk an Silvester in Köln: Umweltschützer kritisieren das große Böllern.Vergrößern des Bildes
Feuerwerk an Silvester in Köln: Umweltschützer kritisieren das große Böllern. (Quelle: Christoph Hardt /imago images)

Wegen der Pandemie wurde Böllern an Silvester zwei Jahre lang stark eingeschränkt. 2022 ist wieder mehr erlaubt – das dürfte vielen Deutschen sauer aufstoßen.

Nach zwei Jahren ohne Raketen- und Böllerverkauf aufgrund der Corona-Pandemie wird Silvester in diesem Jahr voraussichtlich wieder lauter und bunter. Trotzdem sind auch am 31. Dezember bestimmte Bereiche für Feuerwerk tabu: Mancherorts gibt es Böllerverbotszonen – wie etwa in Berlin, Köln und München. Aber was halten die deutschen Bürgerinnen und Bürger von der Regelung?

Die Antwort ist eindeutig: 71 Prozent der Deutschen sprechen sich dafür aus, dass es in allen Großstädten Verbotszonen für Feuerwerk und Böller geben sollte. Das ergab eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey im Auftrag von t-online. Lediglich 24 Prozent der Befragten sind dagegen und fünf Prozent zeigten sich unentschlossen.

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Vergleichbare Umfrage aus vergangenem Jahr zeigt Trend

Es zeichnet sich wohl ein Trend ab: Der Anteil derer, die sich auch mit weniger Böllerei vergnügen können, steigt. Denn eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov von 2021, die der diesjährigen Civey-Umfrage ähnelt, ergab noch einen niedrigeren Wert: Rund 60 Prozent der Deutschen lehnten damals ein privates Feuerwerk in ihrer wohnlichen Umgebung ab.

Einerseits spielt sicherlich der Sicherheitsaspekt eine entscheidende Rolle: Böllerei kann insbesondere in Wohngebieten zu schweren Unfällen wie Bränden oder Verletzungen führen. Anderseits dürften sich viele Menschen am Bild tags drauf stören: Am 1. Januar sind viele Straßen aufgrund der Überreste von Feuerwerkskörpern stark verschmutzt.

55 Prozent der AfD-Anhänger sind gegen Verbotszonen

Bei der diesjährigen Umfrage zeigt sich jedoch: Bei dem Thema gibt es deutliche Differenzen bei den Anhängern unterschiedlicher Parteien. So befürworten 91 Prozent der potenziellen Grünen-Wähler eine Böllerverbotszone in allen deutschen Großstädten. Lediglich sechs Prozent sind dagegen. Bei AfD-Anhängern sprechen sich 55 Prozent gegen die Zonen aus, während lediglich 39 Prozent dafür sind. Auch bei der FDP lehnen 44 Prozent der Anhänger eine solche Regelung ab.

Vergleichsweise hoch ist der Anteil der Befürworter von Verbotszonen in allen Großstädten bei potenziellen Unions-Wählern (68 Prozent), SPD-Sympathisanten (81 Prozent) und Linken-Anhängern (75 Prozent).

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Wie sieht es in der Stadt und auf dem Land aus? Auffällig ist, dass sowohl in Regionen mit hoher Bevölkerungsdichte, also in den Städten, 69 bis 65 Prozent der Umfrageteilnehmer Böllerverbotszonen in allen Großstädten gutheißen würden. Dieser Anteil ist in ländlicheren Regionen – mit einer niedrigeren Bevölkerungsdichte – mit 67 bis 70 Prozent ähnlich hoch.

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Betrachtet man die Umfrageergebnisse der unterschiedlichen Altersgruppen, fällt auf, dass insbesondere viele Über-65-Jährige ein solches Verbot für alle Großstädte begrüßen würden. 82 Prozent stimmten dafür. Bei den Befragten zwischen 18 und 64 Jahren lag der Anteil der Befürworter bei 61 bis 68 Prozent.

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Umweltschützer sind gegen Feuerwerk

Die Entscheidung über ein Böllerverbot zu Silvester liegt nach Auskunft des Bundesumweltministeriums bei den Städten und Landkreisen. Einige haben bereits angekündigt, an bestimmten Plätzen Verbotszonen einzurichten. Lesen Sie hier mehr dazu.

Viele Umweltorganisationen fordern, insbesondere privates Feuerwerk am 31. Dezember einzuschränken. Auch die Gewerkschaft der Polizei (GdP) spricht sich für ein generelles Verbot des privaten Abbrennens von Silvesterfeuerwerk aus. Schon allein aufgrund der enormen und völlig unnötigen Schadstoffproduktion sowie der Müllberge auf den Straßen am Neujahrsmorgen sei dies eine für viele vielleicht schmerzhafte, aber sinnvolle Maßnahme, teilte der GdP-Bundesvorsitzende Jochen Kopelke mit.

Dies gelte erst recht mit Blick auf das hohe Unfallrisiko – vor allem unter Alkoholeinfluss. Auch Böller- und Raketenangriffe auf Polizei, Feuerwehr und Rettungssanitäter, Sachbeschädigungen und die Belastungen vieler Menschen und Tiere durch Feuerwerk nannte Kopelke in dem Zusammenhang.

Zur Methodik: In die Umfrage flossen die Antworten von 5.052 bevölkerungsrepräsentativ ausgewählten Menschen ein, die zwischen dem 12. und 14. November online gefragt wurden: "Sollte es Ihrer Meinung nach Verbotszonen für Feuerwerk und Böller in allen deutschen Großstädten geben?" Der statistische Fehler für die Gesamtergebnisse beträgt 2,5 Prozent, für Teilgruppen kann er abweichen.

Verwendete Quellen
  • Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey für t-online
  • Mit Material der Nachrichtenagentur dpa
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