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Geheimdienste: Ex-Stasi-Beamte verteidigen Spionagearbeit

Treffen in Dänemark  

Ex-Stasi-Beamte verteidigen Spionagearbeit

17.11.2007, 22:29 Uhr | dpa

Regale voller Vergangenheit: Stasi-Akten bei der Birthler-Behörde (Foto: dpa)Regale voller Vergangenheit: Stasi-Akten bei der Birthler-Behörde (Foto: dpa) Ehemalige Stasi-Spitzenbeamte und -Spione haben die Auslandsaktivitäten des DDR-Geheimdienstes bei einer Tagung im dänischen Odense als "erfolgreiche Arbeit zur Friedenssicherung" verteidigt. Der letzte Chef der DDR-Auslandsaufklärung, Werner Großmann, erklärte, die so genannte Hauptverwaltung Aufklärung (HVA) habe bis zur Auflösung 1989/1990 "ihren Auftrag erfüllt, den Frieden zu erhalten".

"Kundschafter des Friedens"
In der Darstellung Großmanns über die Geschichte der HVA hieß es: "Wir haben nicht wie andere Geheimdienste Staatsstreiche, Ermordungen oder Entführungen durchgeführt." Die im westlichen Ausland angeworbenen Geheimagenten seien "Kundschafter des Friedens" gewesen. "Dafür achten und ehren wir sie nach wie vor", erklärte Großmann.

Ehemalige Häftlinge unter den Zuhörern
Wegen einer Erkrankung war Grossmann allerdings nicht selbst nach Odense gekommen. Seine Erklärung wurde stattdessen vom früheren Chef der Stasi-Industriespionage, Horst Vogel, verlesen. 60 frühere, teils hochrangige Mitarbeiter des DDR-Auslandsnachrichtendienstes waren mit 30 Gleichgesinnten zu der Veranstaltung in der Süddänischen Universität gereist. Unter den Zuhörern waren auch ehemalige Häftlinge von DDR-Zuchthäusern.

Birthler-Behörde sagte ab
Die Tagung war ursprünglich für den 17. Juni in Berlin geplant, musste wegen massiver Proteste jedoch abgesagt werden. Die für die Stasi-Unterlagen zuständige Birthler-Behörde zog die Zusage für ihre geplante Mitarbeit zurück. Bei der zweitägigen Veranstaltung unter dem Titel "Hauptverwaltung A - Geschichten, Aufgaben, Einsichten" traten neben früheren Stasi-Mitarbeitern sowie Ex-Spionen aus der Bundesrepublik auch Experten zur Geschichte der Geheimdienste im Kalten Krieg auf. Organisiert hatte die Veranstaltung der dänische Historiker Thomas Wegener Friis.


Zum Stöbern und NachlesenZum Stöbern und Nachlesen "Gezüchtete Stasi-Hysterie"
Zur Kritik im Vorfeld meinte der frühere Stasi-Offizier Horst Behnke: "Es ist eine gute Sache, wenn man als Zeitzeuge wieder eingeladen wird, das Wort zu ergreifen." Wie schon zu DDR-Zeiten gebe es auch heute eine "gezüchtete Stasi-Hysterie durch Leute, die die Wahrheit nicht hören wollen". Der Tagungsleiter kritisierte Behnke für seine "sehr propagandistischen Äußerungen."

Offizieller Auftritt untersagt
Kritische Fragen zur Arbeit der HVA formulierten unter anderem der Politologe Helmut Müller-Enbergs von der Birthler-Behörde und der Geheimdienst-Forscher Bernd Lippmann. Der ebenfalls erkrankte Müller-Enbergs ließ seinen Beitrag "als Privatperson" verlesen. In Folge der Proteste vor fünf Monaten war ihm untersagt worden, als Vertreter der Birthler-Behörde aufzutreten.

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