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Immer mehr leben von der Hand in den Mund

Armut in Deutschland  

Immer mehr leben von der Hand in den Mund

09.06.2008, 14:43 Uhr | dpa

Bei vielen langt das Geld nicht mehr für ordentliche Kleidung (Quelle: dpa)Bei vielen langt das Geld nicht mehr für ordentliche Kleidung (Quelle: dpa) Schockierende Erkenntnis: Jeder vierte Bundesbürger ist von Armut betroffen oder muss durch staatliche Leistungen vor Armut bewahrt werden. Das geht aus dem aktuellen Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung hervor, sagte Arbeitsminister Olaf Scholz der "Bild am Sonntag".

Armut trifft 20 Millionen Menschen

13 Prozent der Bundesbürger gelten demnach als arm, weitere 13 Prozent der Gesamtbevölkerung würden durch Sozialtransfers wie Kindergeld oder Arbeitslosengeld II vor dem Abrutschen in Armut bewahrt. Insgesamt sind in Deutschland somit gut 20 Millionen Menschen betroffen.

Reiche werden reicher, Arme ärmer

Die soziale Kluft ist dabei tiefer geworden: "Die Schere zwischen Arm und Reich hat sich weiter geöffnet", beklagte Scholz: "Die Einkünfte der Reichen sind gewachsen, dagegen sinken die Einkommen im unteren Bereich leicht, im mittleren stagnieren sie." Als reich gilt, wer als Alleinlebender im Monat netto mehr als 3418 Euro zur Verfügung hat oder als Familie mit zwei Kindern mehr als 7178 Euro netto im Monat.

Weniger als 781 Euro netto

"Arm ist, so definiert es die EU, wer als Alleinlebender weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens verdient, also 781 Euro netto", sagte Scholz: "Die Armutsrisikoquote liegt nach dieser Rechnung bei 13 Prozent der Gesamtbevölkerung."

Arm trotz Arbeit

Besonders bedrückend bleibe für ihn, dass die Zahl derjenigen, die arbeiten und sich trotzdem im Armutsrisikobereich befinden, größer geworden sei. "Das zeigt: Wir haben zu niedrige Löhne in Deutschland und wir brauchen Mindestlöhne", erklärte der Arbeitsminister.

Scholz betont positive Wirkung des Sozialstaats

Zugleich werde aber auch die positive Wirkung des Sozialstaats deutlich: "Wenn es die Sozialtransfers wie Arbeitslosengeld II, Wohn- oder Kindergeld nicht gäbe, dann hätten wir statt 13 Prozent 26 Prozent Arme", sagte der Sozialminister.

Älteren Menschen geht es besser

Am schlimmsten sei die Lage für die Langzeitarbeitslosen und die Alleinerziehenden und deren Kinder. Allerdings sinke das Armutsrisiko auf nur noch vier Prozent der Haushalte mit Kindern, falls die Eltern Arbeit hätten. Bei den älteren Menschen seien heute weniger von Armut betroffen als früher. "Nur 2,3 Prozent von ihnen sind auf die Grundsicherung angewiesen, weil Rente und andere Einkünfte nicht reichen", sagte Scholz.

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