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Stadtrat stimmt mit breiter Mehrheit für Großmoschee

Köln  

Stadtrat stimmt mit breiter Mehrheit für Großmoschee

26.09.2008, 15:39 Uhr | dpa, AFP

Video-Projektion des neuen Entwurfs für die geplante Großmoschee (Foto: dpa)Video-Projektion des neuen Entwurfs für die geplante Großmoschee (Foto: dpa) Der Kölner Stadtrat hat am Donnerstag mit breiter Mehrheit den umstrittenen Bau einer repräsentativen Moschee im Stadtteil Ehrenfeld genehmigt. Für eine entsprechende Änderung des Bebauungsplans stimmten SPD, Grüne, FDP und Linke, dagegen votierten die CDU und die rechtspopulistische Wählervereinigung Pro Köln. Kölns CDU- Oberbürgermeister Fritz Schramma stimmte ebenfalls für die Moschee und stand damit in Opposition zur eigenen Partei.

Der Bau der Moschee mit einer knapp 37 Meter hohen Kuppel und zwei 55 Meter hohen Minaretten ist in Köln heftig umstritten. Die CDU hatte den Entwurf als zu bombastisch kritisiert. Der Schriftsteller und Holocaust-Überlebende Ralph Giordano bezeichnete die Moscheepläne als "Machtdemonstration des Islam". Oberbürgermeister Schramma, der für seinen Einsatz zugunsten der Moschee den Genc-Preis für Integration erhielt, argumentierte, dass "Muslime nicht in Hinterhöfen und alten Fabrikhallen beten" sollten.

Köln-Ehrenfeld Moschee wird kleiner als geplant

Architekt veränderte Baupläne

Nach dem zuvor geltenden Bebauungsplan war der Kuppelbau mit zwei 55 Meter hohen Minaretten nicht zulässig. Um der Kritik zu begegnen, passte der Architekt Paul Böhm seinen Entwurf in den vergangenen Monaten an, indem er ihn immer weiter abstrahierte.

Altes Gebetshaus wird abgerissen

Träger des Bauprojekts ist die Ditib, die größte türkisch-islamische Organisation in Deutschland. Sie hat ihren Hauptsitz in Köln. An der Stelle, wo die Moschee gebaut werden soll, steht schon seit langem ein anderes Gebetshaus, nur ist es als solches nicht zu erkennen. Für den Neubau wird es abgerissen. Die Ditib hat außerdem versprochen, dass der Ruf des Muezzins nicht außerhalb des Moschee-Geländes zu hören sein wird. In islamischen Ländern werden ganze Stadtviertel damit beschallt.

Ditib deutschlandweit in der Kritik

Bereits am 11. August hatte sich die Bezirksvertretung von Ehrenfeld mit den Stimmen von SPD, FDP, Linkspartei und Grünen für das Bauvorhaben ausgesprochen. Das Projekt hatte bundesweit Debatten über den Stand der Integration von Muslimen ausgelöst. Kritiker halten die Moschee für überdimensioniert und werfen der Ditib vor, zu eng mit dem türkischen Staat verbunden zu sein.

Rechtsextreme wollen demonstrieren

Am 19. September wollen sich Rechtspopulisten und Rechtsextreme aus ganz Europa in Köln treffen, um gegen die Moschee zu protestieren. Die Polizei rechnet mit 40.000 Gegendemonstranten.


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