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Linke attackiert Ex-Kanzler Schmidt: Helmut Schmidt ist "alterssenil"

Linke attackiert Ex-Kanzler Schmidt  

Parteivize: Helmut Schmidt ist "alterssenil"

15.09.2008, 08:09 Uhr | AFP, dpa

Helmut Schmidt: "Auch Adolf Nazi war ein charismatischer Redner" (Foto: imago) Helmut Schmidt: "Auch Adolf Nazi war ein charismatischer Redner" (Foto: imago) Vertreter der Linken haben Ex-Kanzler Helmut Schmidt für seine Vorwürfe gegenüber Linksparteichef Oskar Lafontaine scharf kritisiert. "Seine Worte sind ungeheuerlich. Da kann ich nur sagen: alterssenil", sagte der stellvertretende Parteivorsitzende Klaus Ernst der "Passauer Neuen Presse".

"Es ist an der Zeit, dass er nichts mehr sagt. Dass ein ehemaliger Bundeskanzler der SPD sich so äußert, zeigt den Verfall von Sitten und Moral in dieser Partei", sagte er. Der stellvertretende Vorsitzende der Linksfraktion im Bundestag, Bodo Ramelow, sprach von einer "unglaublichen Entgleisung" Schmidts.

Helmut Schmidt Ex-Kanzler vergleicht Lafontaine mit Hitler
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Vergleich der rhetorischen Fähigkeiten

Schmidt hatte in der "Bild am Sonntag" die rhetorischen Fähigkeiten des früheren SPD-Chefs in einem Atemzug mit denen Adolf Hitlers erwähnt: "Auch Adolf Nazi war ein charismatischer Redner. Oskar Lafontaine ist es auch." Zudem verglich der Ex-Kanzler Lafontaine mit dem französischen Rechtspopulisten Jean-Marie Le Pen.

Staatssekretär verteidigt Schmidt

SPD-Umwelt-Staatssekretär Michael Müller verteidigte Schmidt unterdessen. "In der Vergangenheit war Lafontaine in der Ausländer- und Asylfrage nie ein Parteilinker. Er scheue auch nicht vor Begriffen wie Fremdarbeiter zurück, die historisch sehr fragwürdig besetzt sind", sagte Müller der Tageszeitung "Die Welt". Lafontaine verführe die Menschen mit populistischen Sprüchen, die keine Substanz hätten.

Thierse: "Es steht eins zu eins"

Für Bundestagsvizepräsident Wolfgang Thierse beglich der Altbundeskanzler mit seinen Äußerungen eine alte Rechnung: "Das erinnert ja durchaus an eine Attacke von Oskar Lafontaine vor 20 Jahren auf Helmut Schmidt, wo er gesagt hat: Die Sekundärtugenden Fleiß und Disziplin reichen nicht, mit denen konnte man auch das Nazi-Reich aufbauen", sagte Thierse im MDR. "Also insofern steht es eins zu eins zwischen Helmut Schmidt und Oskar Lafontaine."

Tiefensee nennt Linke "unverantwortlich"

Verkehrsminister Wolfgang Tiefensee forderte von seiner Partei eine stärkere Auseinandersetzung mit der Linkspartei. „Wir werden uns inhaltlich klar von der Linkspartei abgrenzen und sie mit unseren Argumenten stellen“, sagte Tiefensee der Welt. Die Linke tue so, als ob der Staat ein Geldautomat sei. „Man gibt das Passwort die Linke ein und es kommt unendlich viel Geld heraus. Wer mit einem solchen Staatsverständnis über die Lande zieht, handelt in höchstem Maße unverantwortlich“, sagte Tiefensee.

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