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Muslime mit wachsendem Glauben gewaltbereiter

Gewalttätigkeit junger Muslime wächst mit dem Glauben

07.06.2010, 09:30 Uhr | dpa, AFP

Jugendliche aus muslimischen Zuwanderer-Familien sind nach einer neuen Studie deutlich gewaltbereiter als Migranten anderer Konfessionen. Das geht aus dem zweiten Bericht zu einem gemeinsamen Forschungsprojekt des Bundesinnenministeriums und des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsens (KFN) hervor. Zudem nehme mit der Religiosität auch die Akzeptanz von Machokulturen und die Nutzung gewalthaltiger Medien zu.

Die Autoren der Studie um den Kriminologen Christian Pfeiffer warnten jedoch vor einer pauschalen Verurteilung des Islam. Nötig sei vielmehr eine "viel radikalere Integration", sagte Pfeiffer der "Süddeutschen Zeitung".

Gegenläufige Tendenz bei christlichen Jugendlichen

Die Kriminologen stellten nach eigenen Angaben bei ihren Umfragen unter muslimischen Jugendlichen einen signifikanten Zusammenhang zwischen Religiosität und Gewaltbereitschaft fest. Häufiges Beten und Moscheebesuche bremsten die Gewaltbereitschaft nicht.

Wer besonders religiös lebe, schlage sogar häufiger zu, heißt es in der Studie. Bei evangelischen und katholischen Jugendlichen zeige sich indes eine gegenläufige Tendenz: Wer seinen Glauben lebe, begehe seltener jugendtypische Straftaten. Dies gilt demnach gerade auch für christliche Zuwanderer, die meist aus Polen oder der ehemaligen Sowjetunion stammen.

Keine positive Beziehung zur deutschen Kultur

Als Erklärungsansatz ziehen die Forscher Befunde des türkischstämmigen Religionswissenschaftlers Rauf Ceylan heran. Dieser hatte festgestellt, dass die Mehrheit der Imame in Deutschland, also der muslimischen Geistlichen, den Rückzug in einen konservativen Islam und in die eigene Ethnie fördert.

Die meisten Imame seien nur zeitweise in Deutschland, könnten kein Deutsch und deshalb keine positive Beziehung zur deutschen Kultur aufbauen. Für sie sei die Dominanz der Männer selbstverständlich. Ihre Lehren förderten entsprechende Einstellungen bei muslimischen Jugendlichen.

Ergebnisse fließen in Islamkonferenz ein

Für die Studie befragten die Forscher 45.000 Jugendliche zwischen 14 und 16 Jahren, unter ihnen gut 10.000 Migranten. Vor allem Jungen aus muslimischen Zuwanderer-Familien begingen demnach nach eigenen Angaben - und nach Angaben von Opfern - häufiger Delikte wie Körperverletzung und Raub.

Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) teilte auf Anfrage mit, die Ergebnisse der Studie aus Hannover sollen unter anderem auch in die Diskussionen bei der Deutschen Islamkonferenz einfließen.

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