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Sarrazin: Merkel kritisiert "dumme Pauschalurteile"

Merkel kritisiert Sarrazin für "dumme Pauschalurteile"

12.06.2010, 13:44 Uhr | dapd, dpa

Kanzlerin Angela Merkel hat Bundesbank-Vorstand Thilo Sarrazin wegen dessen Äußerungen über die angeblich geringere Bildung von Zuwanderern scharf kritisiert. "Solche schlichten Pauschalurteile sind dumm und nicht weiterführend", sagte Merkel der "Bild am Sonntag".

Es sei zwar richtig, "dass die Bildungsabschlüsse von Schülern mit Migrationshintergrund verbessert werden müssen und der wichtigste Schlüssel dabei die Beherrschung der deutschen Sprache ist", sagte die Kanzlerin dem Blatt. "Aber wenn wir genau das fördern und fordern, dann haben diejenigen, die zu uns kommen und in unserem Land leben wollen, große Chancen und bereichern uns alle."

Sarrazin hatte am Donnerstag die Befürchtung geäußert, das schwächere Bildungsniveau vieler Zuwanderer "aus der Türkei, dem Nahen und Mittleren Osten und Afrika" wirke sich negativ auf Deutschland aus. "Wir werden auf natürlichem Wege durchschnittlich dümmer", sagte er. Der 65-Jährige hatte schon früher mit provokanten Äußerungen für Empörung gesorgt.

"Brandstifter und Rechtspopulist"

Sarrazins neuerliche Äußerungen lösten auch bei Oppositionspolitikern heftige Reaktionen aus. "Ich frage mich, wie lange die Bundesbank einen solchen Brandstifter und Rechtspopulisten noch an ihrer Spitze dulden will", sagte die Grünen-Vorsitzende Claudia Roth der "Leipziger Volkszeitung". "Auch die SPD muss sich fragen lassen, ob und wie lange sie Thilo Sarrazin noch in den eigenen Reihen akzeptiert." Für die Bundesbank "als eine der wichtigsten öffentlichen Institutionen in diesem Land ist ein Führungsmitglied mit dieser Geisteshaltung untragbar".

Die stellvertretende Linken-Chefin Sahra Wagenknecht meinte, ein Rücktritt sei mehr als überfällig. Es sei ein Skandal, dass Sarrazin "sein Gift versprühen und trotzdem in führenden Positionen in diesem Land tätig sein kann", hieß es in einer Mitteilung.

"Nichts dazugelernt"

Der Berliner SPD-Landesvorsitzende Michael Müller sagte: "Die erneuten Provokationen von Herrn Sarrazin sind in jedem Fall unerträglich." Nach dem Schiedskommissionsverfahren über einen möglichen Ausschluss aus der SPD im März sei Sarrazin ganz eindeutig aufgefordert worden, "sich in seinen Aussagen zurückzuhalten und zu mäßigen", betonte Müller. "Aber offenbar lernt nicht nur Hans nimmermehr, sondern auch Thilo hat nichts dazu dazugelernt", bedauerte der Berliner SPD-Chef

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