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Finanzspritze von der Schwiegermama

Finanzspritze von der Schwiegermama

26.02.2012, 12:48 Uhr

Finanzspritze von der Schwiegermama. Bekam Christian Wulff das Geld für die Urlaube von der Schwiegermutter? (Quelle: dpa)

Bekam Christian Wulff das Geld für die Urlaube von der Schwiegermutter? (Quelle: dpa)

Nicht von Filmproduzent David Groenewold sollen zwei Urlaube Christian Wulffs auf Sylt finanziert worden sein, sondern von Wulffs heutiger Ehefrau - aus Bargeldgeschenken ihrer Mutter. So jedenfalls verteidigt sich Wulff nach Spiegel-Informationen in seinem Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der Vorteilsannahme. Das ergibt sich aus dem Antrag der Staatsanwaltschaft Hannover auf Aufhebung der Immunität.

Demnach hat die Mutter von Bettina Körner schriftlich erklärt, ihrer Tochter zu deren 34. Geburtstag am 25. Oktober 2007 in bar 1000 Euro geschenkt zu haben. Sechs Tage später checkten Wulff und seine damalige Lebensgefährtin im Sylter "Hotel Stadt Hamburg" ein. Den dreitägigen Aufenthalt verbrachten sie gemeinsam mit Groenewold, der die Reise gebucht und mit seiner Kreditkarte vorfinanziert haben will. Anschließend, so Wulff und Groenewold, habe der Politiker die Kosten von 774 Euro in bar erstattet. Nach den Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft korreliert die Rückerstattung allerdings nicht mit Bargeldabhebungen von einem Konto der Wulffs. Dies erklärt Wulff nun mit dem Geburtstagspräsent.

Handeln wäre wirtschaftlich unvernünftig

Ein weiteres Geldgeschenk über 2500 Euro soll seine spätere Frau von ihrer Mutter laut deren schriftlicher Erklärung Weihnachten 2007 erhalten haben - in bar. Die Scheine habe sie bis zu einem weiteren Sylt-Urlaub im August 2008 aufbewahrt, den ebenfalls Groenewold buchte und vorfinanziert haben soll. Auch in diesem Fall will Wulff die Kosten von 1540 Euro bar erstattet haben. Nach Ansicht der Staatsanwaltschaft erscheint eine so lange Aufbewahrung des Bargelds "zumindest wirtschaftlich als unvernünftig", da Wulffs Konto jedenfalls im Juli 2008 um mehr als 10.000 Euro überzogen war.

Die "konkreten Umstände" begründen nach Ansicht der Staatsanwälte den Anfangsverdacht, dass Wulff tatsächlich von Groenewold "für ein allgemeines dienstliches Wohlwollen" eingeladen wurde und die Kostenerstattungen erfunden sind. Die Wulff-Version bringt die Ermittler allerdings womöglich in Beweisnot: Um ihn und Groenewold anklagen zu können, müssen sie den Nachweis führen, dass entgegen der Darstellung der Beteiligten kein Bargeld übergeben wurde.

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