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Joachim Gauck will gegenüber Islam auf Wulff-Linie bleiben

Islam: Gauck will auf Wulff-Linie bleiben

19.03.2012, 07:19 Uhr | dapd, dpa, AFP

Joachim Gauck will gegenüber Islam auf Wulff-Linie bleiben. Joachim Gauck will auch das Thema "soziale Gerechtigkeit" für sich entdecken (Quelle: AFP)

Joachim Gauck will auch das Thema "soziale Gerechtigkeit" für sich entdecken (Quelle: AFP)

Der neu gewählte Bundespräsident Joachim Gauck will mit seiner Haltung zum Islam in Deutschland offenbar an die Überzeugung seines Vorgängers Christian Wulff anknüpfen. Im Interview mit der ARD sagte Gauck zu dem Satz Wulffs, der Islam gehöre zu Deutschland, es sei zu erwarten, "dass hier kein Richtungswechsel erfolgt".

Er wolle seiner ersten politischen Rede am kommenden Freitag aber nicht vorgreifen, sagte der neue Bundespräsident. Er werde darin nicht die Worte Wulffs benutzen. "Aber gehen Sie mal davon aus, dass mir die Tendenz am Herzen liegt."

Gerhard Schröder als Vorbild

Gauck will sich darin auch zum Thema soziale Gerechtigkeit äußern. Er gehe ihm darum, die "Potenziale" armer Menschen zu entdecken, sie zu trainieren, damit sie wieder in Arbeitsprozesse kommen könnten. Als Beispiel für einen erfolgreichen Aufstieg verwies er auf den früheren Bundeskanzler und SPD-Politiker Gerhard Schröder. Dieser habe zum "ländlichen, abgehängten Prekariat" gehört und sei schließlich Regierungschef geworden.

Gauck kündigte an, sich am Freitag in seiner ersten politischen Rede im Bundestag ausführlicher zu sozialen Problemen in der Gesellschaft zu äußern. Kritiker hatten dem Theologen vorgeworfen, mit seiner Betonung der individuellen Freiheit die Bedeutung staatlicher Fürsorge zu vernachlässigen.

"Ich habe ihr in die Augen geschaut"

In der ARD wies Gauck Vorwürfe von Kritikern zurück, dass arme Menschen ihre Freiheitsrechte nicht wahrnehmen könnten. Es sei einfach ein Irrtum anzunehmen, dass Menschen, "die unten sind", ihre Bürger- und Menschenrechte nicht aktiv vertreten könnten, sagte Gauck.

Der 72-Jährige zeigte sich zudem optimistisch, was seine Zusammenarbeit mit Kanzlerin Angela Merkel angeht. Merkel habe ihm in unterschiedlichen Situationen ihre Wertschätzung versichert, sagte Gauck. Er selbst habe ihr sein Vertrauen angeboten sowie Offenheit und Loyalität. "Ich habe ihr in die Augen geschaut, und ich habe keinen Grund zu misstrauen."

Merkel hatte sich nach dem Rücktritt des früheren Präsidenten Christian Wulff zunächst gegen Gauck ausgesprochen und war erst auf Druck des Koalitionspartners FDP eingeschwenkt. Gauck war von CDU/CSU, FDP, SPD und Grünen unterstützt worden.

Unerwartet viele Enthaltungen

Gauck wurde im ersten Wahlgang mit 991 Stimmen zum Nachfolger des zurückgetretenen Christian Wulff gewählt. Das entsprach 79,9 Prozent der Stimmen - gemessen an den offiziell 1240 Wahlleuten in der Bundesversammlung. Die Zahl von 991 Stimmen liegt um 109 unter der offiziellen Sitzzahl der Wahlleute, die die ihn unterstützenden Parteien Union, FDP, SPD und Grüne gemeinsam haben.

Die Zahl der Enthaltungen lag mit 108 unerwartet hoch. Die SPD vermutete die Enthaltungen im Regierungslager. «Da ist bei der Union offensichtlich nicht geschlossen abgestimmt worden», erklärte SPD-Parlamentsgeschäftsführer Thomas Oppermann.

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