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Bürger halten Medien erstmals für korrupter als Verwaltung

Bürger halten Medien erstmals für korrupter als Verwaltung

09.07.2013, 17:22 Uhr | dpa

Bürger halten Medien erstmals für korrupter als Verwaltung. Beim Thema Korruption stehen die Medien inzwischen selbst im Fokus (Quelle: Reuters)

Beim Thema Korruption stehen die Medien inzwischen selbst im Fokus (Quelle: Reuters)

Korruption ist nach Einschätzung der Deutschen besonders bei politischen Parteien und in der Privatwirtschaft verbreitet.

Aber auch die Medien schneiden in einer aktuellen Umfrage schlecht ab - und werden erstmals als korrupter wahrgenommen als die öffentliche Verwaltung und das Parlament. Das ergab das Globale Korruptionsbarometer 2013 von Transparency International.

Alarmierender Vertrauensverlust

Die Vorsitzende von Transparency Deutschland, Edda Müller, wertete die Ergebnisse der Studie als Beleg, "dass Antikorruptionsbemühungen in allen gesellschaftlichen Bereichen verstärkt werden müssen - ob in der Wirtschaft, in den Medien oder in der Zivilgesellschaft".

Die kritische Berichterstattung der Medien spiele eine wichtige Rolle bei der Korruptionsbekämpfung. "Es ist daher ein alarmierendes Zeichen, wenn das Vertrauen der Bevölkerung in die Medien zu sinken scheint." Notwendig sei eine Diskussion darüber, "wie die Unabhängigkeit und Qualität der Medien langfristig gewährt werden kann".

Parteien haben weltweit das schlechteste Image

In Deutschland schnitten auf einer Skala von eins (überhaupt nicht korrupt) bis fünf (höchst korrupt) die Justiz (2,6) sowie Polizei und Bildungswesen (jeweils 2,7) besonders gut ab. Am unteren Ende der Skala rangierten die politischen Parteien (3,8) und die Privatwirtschaft (3,7). Die Medien lagen mit 3,6 Punkten noch hinter der öffentlichen Verwaltung und dem Parlament (jeweils 3,4). Nichtregierungsorganisationen nahmen mit 3,0 Punkten einen Mittelfeldplatz ein.

Auch weltweit wurden die politischen Parteien am häufigsten als die korruptesten Institutionen wahrgenommen. Für das Globale Korruptionsbarometer 2013 wurden 114.270 Menschen in 107 Ländern befragt. Der Studie liegen persönliche Interviews, Telefon- und Onlinebefragungen im Zeitraum von September 2012 bis März 2013 zugrunde. Die 1000 deutschen Teilnehmer der Erhebung wurden online befragt.

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