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"Zwölf Stämme": Polizei holt 40 Kinder ab

Sekte "Zwölf Stämme"  

Polizei holt 40 Kinder der "Zwölf Stämme" ab

05.09.2013, 16:55 Uhr | dpa

"Zwölf Stämme": Polizei holt 40 Kinder ab. 30 Kinder nahm die Polizei der Gemeinschaft "12 Stämme" weg (Quelle: dpa)

Klosterzimmern bei Deiningen (Quelle: dpa)

Bei einer Aktion in verschiedenen Teilen Bayerns hat die Polizei insgesamt 40 Kinder aus der Glaubensgemeinschaft "Zwölf Stämme" geholt. Die Behörden nahmen die Jungen und Mädchen außer in Schwaben auch in Mittelfranken in ihre Obhut. Sie reagierten damit nach Justizangaben auf neue Hinweise, dass die Kinder misshandelt worden seien.

Das Amtsgericht Nördlingen hatte den Erziehungsberechtigten deshalb vorläufig das Sorgerecht entzogen. In der Vergangenheit hatte es immer wieder Hinweise darauf gegeben, dass die Kinder der Gemeinschaft geprügelt und gezüchtigt werden. 28 Kinder wurden auf dem Gutshof Klosterzimmern in Deiningen abgeholt, zwölf weitere in Wörnitz. Allein in Klosterzimmern waren den Angaben zufolge etwa 100 Polizisten im Einsatz.

Die Aktion hat nach Angaben des Polizeipräsidiums Augsburg gegen 6 Uhr begonnen und ist friedlich und ohne Zwischenfälle verlaufen. Die Kinder sind nun beim Jugendamt.

Misshandlung und Rassismus

Die Glaubensgemeinschaft "Zwölf Stämme", die Experten auch Sekte nennen, war in der Vergangenheit immer wieder in die Schlagzeilen geraten. Neben Vorwürfen wegen Kindesmisshandlung und möglicherweise rassistischen Lehrinhalten gibt es seit Jahren Streit um die Schulpflicht der Kinder.

Mitglieder der Gemeinschaft lehnen staatliche Schulen wegen des Sexualkundeunterrichts aus "Gewissensgründen" ab. Wegen der Verweigerung waren mehrere Väter 2004 in Erzwingungshaft gekommen.

Neuer Antrag liegt vor

Der Privatschule der "Zwölf Stämme" hatte das Kultusministerium Mitte 2013 die Genehmigung entzogen, weil sie keinen geeigneten Lehrer mehr benennen konnte. Die etwa 20 schulpflichtigen Kinder müssen ab kommender Woche staatliche Schulen oder zugelassene Privatschulen besuchen.

Inzwischen liegt dem Ministerium ein Antrag der Gemeinschaft auf die Genehmigung einer neuen sogenannten Ergänzungsschule vor.

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