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Pro-Familia-Publikationen rechtfertigen Sex mit Kindern

Pädophilenfreundliche Vergangenheit  

Pro-Familia-Publikationen rechtfertigen Sex mit Kindern

08.10.2013, 18:52 Uhr | t-online.de

Pro-Familia-Publikationen rechtfertigen Sex mit Kindern . Pro Familia (Quelle: dpa)

Nomen est omen galt für Pro Familia wohl nicht immer so eindeutig (Quelle: dpa)

Ausgerechnet die Organisation Pro Familia hat eine pädophilenfreundliche Vergangenheit: wie die Grünen, die sich ihr kurz vor der Bundestagswahl stellten. Einem Bericht des "Tagesspiegels" zufolge veröffentlichte die Beratungsstelle bis in die neunziger Jahre Positionen, die Sex zwischen Erwachsenen und Kindern gutheißen oder rechtfertigen. Heute distanziert sich der Verein davon.

Im "Pro Familia Magazin" kamen laut "Tagesspiegel" mehrfach Autoren zu Wort, die etwa den "Kreuzzug gegen die Pädophilie" kritisierten. Zu ihnen gehört der Soziologe Rüdiger Lautmann, der in seinen Analysen einen Unterschied zwischen Kindesmissbrauch und Pädophilie vornahm. Der "echte Pädophile", schrieb Lautmann in der Ausgabe 3/1995, gehe "außerordentlich vorsichtig" vor. Eine Schändung der Kinder sei "sehr fraglich".

Außerdem argumentierte der Soziologe, es gebe "so etwas wie eine natürliche Willensübereinstimmung" zwischen Erwachsenen und Kindern. Sein 1994 erschienenes Buch "Die Lust am Kind" wurde im "Pro Familia Magazin" ebenso positiv besprochen wie andere pädophilenfreundliche Bücher.

"Eindeutige Verurteilung" sei immer klar gewesen

In einer Stellungnahme betonte Pro Familia, in den Verbandsmagazinen sei die "eindeutige Verurteilung des sexuellen Missbrauchs" an keiner Stelle in Frage gestellt worden. Weiter heißt es aber auch wie in einem leichten Schuldgeständnis: "Angesichts des jetzt bekannten Ausmaßes an sexuellem Missbrauch würde man heute die Rechte der Kinder viel stärker in den Blick nehmen."

Die Debatte über Pädophilie in der Sexualwissenschaft sei immer vom jeweiligen gesellschaftlichen Diskussionsstand geprägt gewesen. In früheren Jahren "war man deshalb vor allem bemüht, einen wissenschaftlichen Zugang zum Thema zu finden". Seit 1998 hat sich Pro Familia von Positionen distanziert, wie sie in den früheren Magazinen angesprochen wurden, und Pädophilie als Machtmissbrauch verurteilt. Im Jahr 2000, schreibt der "Tagesspiegel", stellte der Verband fest, Pädophilie könne und dürfe "keine gelebte Lebensform" sein.

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