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Oetkers Geständnis: "Mein Vater war Nationalsozialist"

Oetkers Geständnis  

"Mein Vater war Nationalsozialist"

16.10.2013, 17:22 Uhr | dpa

Oetkers Geständnis: "Mein Vater war Nationalsozialist". August Oetker und sein Vater Rudolf-August Oetker (Quelle: Archivfoto dpa)

August Oetker (links) und sein Vater Rudolf-August Oetker 2005 in Bielefeld (Quelle: Archivfoto dpa)

Die Oetker-Gruppe in Bielefeld liefert 70 Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg eine schonungslose Aufklärung ihrer Verstrickung in den Nationalsozialismus.

"Mein Vater war Nationalsozialist", sagte August Oetker der Wochenzeitung "Die Zeit". Der 69-jährige Sohn und Nachfolger von Rudolf-August Oetker ist Beiratsvorsitzender der Unternehmensgruppe.

Über den Vater sagte er nun: "Er wurde es wohl, weil ihn die Zeit und vor allem sein Stiefvater Richard Kaselowsky geprägt haben."

Oetker übernahm nach Tod des Stiefvaters

Am kommenden Montag erscheint das Buch "Dr. Oetker und der Nationalsozialismus". Die Studie von Historikern war von der Familie in Auftrag gegeben und bezahlt worden.

Rudolf-August Oetker (1916-2007) war seit 1941 im Unternehmen. Sein Stiefvater Richard Kaselowsky (1888-1944) führte das Unternehmen bis zu seinem Tod bei einem Luftangriff. Dann übernahm Rudolf-August Oetker das Amt.

Freiwillig zur Waffen-SS gemeldet

Zu Lebzeiten hatte Rudolf-August Oetker eine Aufarbeitung dieser Epoche abgelehnt. "Er wollte über diese Zeit nicht sprechen", sagte August Oetker. Lange hatte er zudem verbreitet, er sei mitsamt seinem Reiterverein in die Waffen-SS geraten.

Der "Zeit" zufolge kam er aber als Mitglied eines Reitervereins in den 1930er Jahren lediglich in die Reiter-SA. Zur Waffen-SS habe er sich später freiwillig gemeldet. "Ja, er war ein Nationalsozialist", sagte August Oetker.

Stützen der NS-Gesellschaft

Die Studie stellt fest, dass Kaselowsky und mit ihm die Familie und ihre Unternehmen Verantwortung für das politische System trugen, in dem sie lebten. Sie seien Stützen der NS-Gesellschaft gewesen. Zudem hätten sie die Nähe des Regimes gesucht und von dessen Politik profitiert.

Auch nach 1945 sei sein Vater noch anfällig für rechtes Gedankengut gewesen, sagte sein Sohn August Oetker jetzt. "Das sind die Menschen bis heute. Und er war es auch."

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