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Peter Hartz: Vater von "Hartz IV" sieht seinen Namen missbraucht

Vater von "Hartz IV"  

Peter Hartz: Mein Name wurde missbraucht

15.11.2013, 08:31 Uhr | t-online.de, dpa

Peter Hartz: Vater von "Hartz IV" sieht seinen Namen missbraucht. Namensgeber für Hartz IV: Peter Hartz reformierte für Bundeskanzler Gerhard Schröder den Arbeitsmarkt (Quelle: Reuters)

Peter Hartz reformierte Anfang des Jahrtausends für Bundeskanzler Gerhard Schröder den Arbeitsmarkt (Quelle: Reuters)

Der Arbeitsmarktreformer Peter Hartz sieht es als "Ironie der Geschichte", dass sein Name heute im Schlagwort "Hartz IV" als Synonym für das Arbeitslosengeld II herhalten muss. Das sagte der frühere VW-Personalvorstand der "Süddeutschen Zeitung" (SZ) im Rückblick auf die Sozialreformen der "Agenda 2010" unter dem damaligen SPD-Kanzler Gerhard Schröder. "Hätte ich Leutheusser-Schnarrenberger geheißen, wäre mir das erspart geblieben."

"Wir haben nie den Langzeitarbeitslosen schaffen wollen. Der Ansatz war ja: Es ist zumutbar für die Leute, vorübergehend mit dem Geld auszukommen, wenn sie eine Perspektive haben", sagte Hartz.

"Es ist doch keine Perspektive, wenn das Arbeitslosengeld II für ein ganzes Leben ausreichen soll", so Hartz weiter.

Weil die von ihm geleitete "Regierungskommission für moderne Dienstleistungen am Arbeitsmarkt" in keine Überschrift gepasst habe, seien daraus die "Hartz-Kommission" und später die Reformgesetze Hartz I bis IV geworden, schilderte der 72-Jährige. Peter Hartz sieht seinen Namen durch "Hartz IV" missbraucht.

Im Hinblick auf die hohe Jugendarbeitslosigkeit sagte Hartz im SZ-Interview: "Wir müssen aus dieser Gleichgültigkeit raus. Wenn 400 Millionen Europäer sagen: Unsere 5,7 Millionen jungen Leute, die arbeitslos sind, sind das Allerwichtigste, dann können wir das Problem lösen." Außerdem kündigte Hartz an, in den nächsten Tagen zusammen mit zehn Wissenschaftlern das Buch "Wege aus der Arbeitslosigkeit" veröffentlichen zu wollen.

Das Arbeitslosengeld II ("Hartz IV") wurde 2005 eingeführt, um Arbeitslosenhilfe und Sozialhilfe zu einer Grundsicherung zusammenzufassen. Der aktuelle Hartz-IV-Satz liegt für einen alleinstehenden Erwachsenen bei 382 Euro im Monat. Zum 1. Januar 2014 steigt der Betrag auf 391 Euro.

Absturz als Topmanager

Peter Hartz wurde im Januar 2007 wegen Untreue und Begünstigung zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren auf Bewährung sowie zu einer Geldstrafe verurteilt.

In seiner Zeit als Personalvorstand bei Volkswagen hatte er dem früheren Betriebsratschef Klaus Volkert unter der Hand Geld in Form von Sonderboni gezahlt.

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