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Deutschland: Zuwanderung steigt auf Rekordniveau

Höchster Wert seit 20 Jahren  

Zuwanderung steigt auf Rekordniveau

05.01.2014, 13:38 Uhr | t-online.de

Deutschland: Zuwanderung steigt auf Rekordniveau. In der  Bundesrepublik Deutschland gab es 2013 ersten Hochrechnungen zufolge rund 400.000 mehr Ein- als Auswanderer. (Quelle: Archiv)

In der Bundesrepublik Deutschland gab es 2013 ersten Hochrechnungen zufolge rund 400.000 mehr Ein- als Auswanderer. (Quelle: Archiv)

Die Zuwanderung in die Bundesrepublik Deutschland hat im vergangenen Kalenderjahr nach Informationen der "Welt am Sonntag" ein Rekordniveau erreicht. Demnach liegt der Saldo von Zu- und Auswanderern nach einer aktuellen Hochrechnung bei rund 400.000 und damit so hoch wie seit zwanzig Jahren nicht. Wie der "Spiegel" berichtet, kommt der Großteil der Zuwanderer aus Süd- und Osteuropa.

Sollte sich diese Prognose bestätigen, würde das im Vergleich zu 2012 einen Anstieg um mehr als zehn Prozent und den höchsten Zuwanderungssaldo seit 1993 bedeuten. Damals gab es in Deutschland noch 462.000 mehr Zu- als Auswanderer. Zwei Jahre später lag der Wert nochmal bei knapp 400.000, danach nahm die Zahl der Zuwanderer merklich ab. 2008 und 2009 waren sogar mehr Menschen ein- als ausgewandert.

Nach "Spiegel"-Informationen sind im ersten Halbjahr 2013 vor allem aus Polen stammende Bürger eingewandert, danach folgen Rumänien, Italien, Ungarn und Spanien. Die Zahlen gehen aus Daten des zur Bundesagentur für Arbeit gehörenden Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung hervor, das den deutschen Arbeitsmarkt seit 1967 erforscht.

Integrationsbeauftragte warnt vor "pauschalen Vorurteilen"

Angesichts der aktuellen Hochrechnungen warnt die Integrationsbeauftragte Aydan Özoguz (SPD) davor, Stimmung gegen die Einwanderer aus ärmeren EU-Ländern zu machen. "Es gibt zu viele pauschale Vorurteile", sagte die Staatsministerin im Kanzleramt der "Welt am Sonntag".

Zudem profitiere Deutschland in hohem Maße von gut ausgebildeten EU-Bürgern. "Wir brauchen in der EU keine Einreisesperren", sagte Özoguz weiter.

Bouffier gibt CSU Rückendeckung

Erst kürzlich hatte die CSU eine Debatte um Zuwanderer angestoßen. Die Partei hatte gewarnt, dass nach dem Öffnen der Grenzen für Rumänien und Bulgarien vermehrt Armutsflüchtlinge hierzulande Sozialleistungen beanspruchen könnten.

Während sich Teile der CDU dem Kurs ihrer Schwesterpartei verweigern, gab der hessische Ministerpräsident Volker Bouffier der CSU nun Rückendeckung. Man müsse von jedem Einwanderer einfordern, "dass er sich darum bemüht, seinen Lebensunterhalt aus eigenen Mitteln zu beziehen."

Starkes Interesse an Rumänen und Bulgaren

Özoguz versteht die Befürchtungen, wie sie jetzt in Bezug auf Rumänien und Bulgarien laut geworden sind, indes nicht. Diese hätte es auch vor einigen Jahren gegenüber Polen, Spaniern und Portugiesen gegeben. Die Menschen seien aber keineswegs in Massen gekommen und viele der Zuwanderer längst wieder in ihre Heimat zurückgekehrt.

Auch der Hauptgeschäftsführer vom Hauptverband der Deutschen Bauindustrie (HDB), Michael Knipper, begrüßt Zuwanderer aus Osteuropa. "Wir sind stark interessiert an Fachkräften aus Rumänien und Bulgarien und werden uns diesem Thema öffnen", sagte Knipper.

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