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Gerhard Schröder rechnet bei "Beckmann" rechnet mit CSU und AfD ab

Altkanzler bei "Beckmann"  

Schröder rechnet mit CSU und AfD ab

14.02.2014, 07:18 Uhr | t-online.de

Gerhard Schröder rechnet bei "Beckmann" rechnet mit CSU und AfD ab. Altkanzler Schröder legt in der ARD-Sendung "Beckmann" seine Sicht der Dinge dar (Quelle: dpa)

Altkanzler Schröder legt in der ARD-Sendung "Beckmann" seine Sicht der Dinge dar (Quelle: dpa)

In der ARD-Sendung "Beckmann" ist Altkanzler Gerhard Schröder mit der CSU und der Alternative für Deutschland (AfD) hart ins Gericht gegangen. "Das, was man am Rand von CSU und AfD sieht, sind Aspekte, die ich erschreckend finde", sagte Schröder in Bezug auf die Zuwanderungsdiskussion.

"Die Diskussion, die von der CSU geführt wurde, habe ich als Versuch verstanden, mit einer einwanderungskritischen Position die Leute am rechten Rand für sich zu behalten“, sagte Schröder im Gespräch mit Moderator Reinhold Beckmann zur "Wer betrügt, der fliegt"-Kampagne der Christsozialen.

"Letztlich wird das Original gewählt"

Der Altkanzler warnte die CSU zugleich vor Rechtspopulismus in der Einwanderungsdebatte. "Letztlich wird dann das Original gewählt, und nicht das Plagiat. Deshalb Vorsicht: Wasser auf die Mühlen der anderen zu leiten, das geht schief."

Schröder schließt nicht aus, dass es in Deutschland in der Frage der Zuwanderungsbegrenzung ein ähnliches Ergebnis wie zuletzt in der Schweiz geben könnte. "Ich möchte keine Volksabstimmung machen über die Frage der Einwanderung. Ich würde hoffen, dass man zu einer rationalen Bewertung käme, aber ich bin nicht sicher."

"Eine wirklich brillante Vorstellung"

Viel Lob vom Altkanzler bekam SPD-Chef Sigmar Gabriel. Es habe Zeiten gegeben, in denen "wir kritischer miteinander umgegangen" sind, aber "er hat in der Zeit nach der Wahl eine wirklich brillante Vorstellung abgeliefert. Denn er hat eine Partei, die nicht unbedingt eine Große Koalition wollte, durch einen sehr klugen Führungsstil dahin bekommen, Ja zu sagen. Er hat wirklich gewonnen, indem er das Risiko der Mitgliederbefragung eingegangen ist", sagte Schröder bei "Beckmann".

Als richtig beurteilte Schröder auch die Öffnung der SPD für mögliche Bündnisse mit der Linkspartei. "Diese Entscheidung des Parteitages ist klug. Und zwar deswegen, weil sie den Ball ins Lager der Linken spielt. Früher haben wir gesagt, das gehört sich nicht. Jetzt geht es um Inhalte, jetzt muss die Linke sagen, verzichten wir auf Unsinniges wie Auflösung der NATO und was es da alles gibt? Im Grunde bahnt sich da die Europäisierung des deutschen Parteiensystems an."

Für die Sozialdemokraten gab es aber auch Kritik von Schröder. Die SPD sei manchmal zu kritisch mit der eigenen Politik. "Das Problem der SPD ist, dass man gelegentlich meint, die eigenen Leistungen seien doch nicht so gut gewesen, wie man theoretisch erwartet hat."

Schröder will wieder Wahlkampf machen

Bei der Europawahl will Schröder selbst noch mal in den Ring steigen und Wahlkampf für seine Partei machen: "Ich werde mich am Wahlkampf beteiligen und in der ein oder anderen Weise einbringen", sagt Schröder.

Von den Deutschen fordert Schröder Mut zu mehr Europa: "Meine Vorstellung ist, dass man im Vorfeld der Europaparlamentswahl dafür sorgt, dass ein Bündnis für Europa zustande kommt. Und zwar nicht nur ein Parteienbündnis.

Die Wirtschaft muss sich ebenso wie Medien und die Kultur melden und sagen, was Europa wert ist und wert sein muss. Man kann das nicht nur der Politik übertragen."

Die Europäische Union könne in Zukunft nur mit der Türkei und einem assoziierten Russland eine Rolle in der internationalen Politik spielen, sagte der Altkanzler.

Altkanzler verteidigt Russland und sich selbst

Schröder verteidigte Russland gegen seiner Meinung nach ungerechtfertigte Kritik aus dem Westen. Er sei immer noch der Meinung, dass Präsident Wladimir Putin ein demokratisches Russland anstrebt, sagte der Altkanzler. Russland müsse man aber Zeit geben für diese Entwicklung, da das Land keine Erfahrung mit Demokratie habe.

Seinen Einstieg bei Gazprom kurz nach dem Ende seiner Kanzlerschaft verteidigte der Altkanzler. "Hätte es sich um eine amerikanische, französische oder deutsche Firma gehandelt, hätte das keinen Menschen interessiert", sagte Schröder.

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