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Alt-Kanzler Schmidt könnte Deutschland einen Ruck geben - finden die T-Online-Leser

Vorbild Helmut Schmidt  

Der Alt-Kanzler könnte Deutschland einen Ruck geben - finden die T-Online-Leser

05.04.2014, 19:05 Uhr | are, t-online.de

Alt-Kanzler Schmidt könnte Deutschland einen Ruck geben - finden die T-Online-Leser. Hat nach dem Votum der T-Online-Leser das Zeug, an Alt-Bundespräsident Roman Herzog anzuknüpfen und Deutschland mit einer Rede aufzuwecken: Alt-Kanzler Helmut Schmidt. (Quelle: dpa)

Hat nach dem Votum der T-Online-Leser das Zeug, an Alt-Bundespräsident Roman Herzog anzuknüpfen und Deutschland mit einer Rede aufzuwecken: Alt-Kanzler Helmut Schmidt. (Quelle: dpa)

Roman Herzog hatte am 26. April 1997 seine berühmte Berliner "Ruck-Rede" gehalten. Zwar endete seine Amtszeit als Bundespräsident bereits 1999 - seine Strahlkraft wirkt aber nicht zuletzt wegen dieser Rede bis heute nach. Der 80. Geburtstag des ehemaligen Staatsoberhauptes gab Anlass für die Frage, wer in der Lage wäre, Deutschland richtig aufzurütteln. T-Online.de hat zwölf prominente Kandidaten aus Politik, Fernsehen und akademischer Welt von Margot Käßmann über Jürgen Klopp bis Günther Jauch zur Wahl gestellt, und die Leser haben abgestimmt. Weniger der Sieger als der Zweitplazierte ist die Überraschung.

"Was ist los mit unserem Land?", hatte Herzog gefragt und angeprangert: "Wer immer noch glaubt, das alles gehe ihn nichts an, weil es ihm selbst noch relativ gut, der steckt den Kopf in den Sand." Um dann mahnend fortzufahren "Ein Gefühl der Lähmung liegt über unserer Gesellschaft".

Der damalige Bundespräsident hatte daher mehr Verantwortung und mehr Mut statt Angst jedes Einzelnen gefordert und mit den Worten geschlossen: "Durch Deutschland muss ein Ruck gehen. Alle sind angesprochen, alle müssen mitmachen."

Die von Herzog erhoffte Signalwirkung blieb aus. Und es traten in der Folge seiner Rede zum Teil unvorhersehbare grundlegende Veränderungen in Deutschland, Europa und der Welt ein, die neue Herausforderungen und Fragen mit sich brachten und bringen. Und Herzogs Rede hallt nach - der Wunsch nach einem Menschen, der wach- und aufrüttelt, ist groß in diesem Land.

Keine Frage der Macht - Helmut Schmidt als Ruck-Redner

Zu fast allen diesen Herausforderungen und Fragen hat ein Mann sehr viel zu sagen und beizutragen, dem es an Aura und Autorität ebenfalls nicht mangelt - Altkanzler Helmut Schmidt. 47 Prozent der T-Online-Leser trauen dem 95-Jährigen zu, wieder eine "Ruck-Rede" zu halten und die Gesellschaft und die Politik aufzurütteln und zu inspirieren.

Schmidt ist Mitherausgeber der "Zeit" und damit nah dran am politischen Geschehen. Legendär sind sein Einsatz gegen die Hamburger Sturmflut (1962) und sein Anti-Terror-Kampf gegen die RAF. Nach seiner politischen Amtszeit hat der Sozialdemokrat sich noch stärker einen Ruf als moralisches Gewissen der Deutschen erarbeitet.

Oft vertritt der Elder Statesman einen Standpunkt jenseits des Mainstreams. Der Kettenraucher hält die Agenda 2010 für grundsätzlich richtig und den Atomausstieg für falsch. Zuletzt verteidigte Schmidt das Vorgehen Russlands in der Krim-Krise.

Die Überraschung: Uli Hoeneß als Vorbild und Stehaufmann

Die Wahl Uli Hoeneß' auf Rang 2 der potentiellen Ruck-Redner mit 13 Prozent ist eine Überraschung. Der Welt- und Europameister ist eine Instanz im Fußball. Als Spieler und Manager des FC Bayern München und der Fußball-Nationalmannschaft hat er alle Titel gewonnen, die es in Deutschland, in Europa und auf der Welt zu gewinnen gibt.

Doch Hoeneß machte sich auch einen Namen als erfolgreicher Unternehmer, wohltätiger Spender und moralische Instanz. Er war ein gern gesehener Gesprächspartner in Talkshows und auch für Spitzenpolitiker. Nicht wenige sahen in ihm auch einen Moralisten, der nun über sich selbst gestürzt ist.

Seit Hoeneß als Steuersünder verurteilt ist und einer Haftstrafe entgegensieht, ist sein guter Ruf deutlich angekratzt. Freunde und Kollegen wie Gegner sind sich aber sicher: Hoeneß steht wieder auf - er hat laut User-Votum das Zeug, das Land aufzuwecken.

Weniger überraschend ist die Wahl von Margot Käßmann auf Platz 3 der potentiellen Ruck-Redner mit 11 Prozent der Stimmen. Die einflussreiche evangelische Theologin profilierte sich unter anderem mit ihrer Kritik am Afghanistan-Einsatz. Bis Februar 2010 war die ehemalige Pfarrerin und Bischöfin Ratsvorsitzende der Evangelische Kirche in Deutschland (EKD).

Nachdem sie bei einer Alkoholfahrt von der Polizei erwischt wurde, trat Käßmann sofort von ihrem Ämtern zurück. Ihre Selbstkritik und ihr Schuldbewusstsein haben ihre Beliebtheit eher noch verstärkt und ermöglichten ihre Rehabilitation.

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