Sie sind hier: Home > Politik > Deutschland > Gesellschaft >

Bertelsmann-Studie: Deutschland hält immer stärker zusammen

Bertelsmann-Studie  

Im Westen halten die Menschen stärker zusammen

12.05.2014, 10:41 Uhr | dpa

Bertelsmann-Studie: Deutschland hält immer stärker zusammen. Wer hält in Deutschland zusammen? Eine Bertelsmann-Studie sorgt für Überraschungen. (Quelle: dpa)

Wer hält in Deutschland zusammen? Eine Bertelsmann-Studie sorgt für Überraschungen. (Quelle: dpa)

Der gesellschaftliche Zusammenhalt in Deutschland ist einer Studie zufolge seit 1990 spürbar gewachsen. Nach Ansicht der Sozialforscher halten die Menschen in Deutschland aber insbesondere dort zusammen, wo es Wohlstand gibt, die Umgebung städtisch ist und die Gesellschaft relativ jung. Die Toleranz gegenüber Homosexuellen ist gestiegen, Zuwanderern begegnen die Deutschen zunehmend skeptischer.

Die Ausbildung eines Zusammengehörigkeitsgefühls gehe im Osten der Republik aber deutlich langsamer voran als im Westen, heißt es in dem veröffentlichten "Radar gesellschaftlicher Zusammenhalt" der Bertelsmann Stiftung.

Abstand zwischen Ost und West wächst

Demnach ist der Gemeinsinn in Hamburg am größten. Es folgen die Südländer Baden-Württemberg und Bayern. Die ostdeutschen Bundesländer belegen die fünf letzten Plätze.

Der Zusammenhalt habe sich seit 1990 auch im Osten verbessert. Jedoch wachse der Abstand zu den westdeutschen Ländern, stellten die Autoren der Studie von der Jacobs University in Bremen fest.

"Je höher das Bruttoinlandsprodukt eines Bundeslandes, je niedriger das Armutsrisiko, je urbaner das Wohnumfeld und je jünger die Bevölkerung, desto höher der Zusammenhalt", fasste einer von ihnen, Kai Unzicker, die Ergebnisse zusammen.

Was hält eine Gesellschaft zusammen

Eine Gesellschaft, die zusammenhalte, sei gekennzeichnet durch "belastbare soziale Beziehungen, eine positive emotionale Verbundenheit ihrer Mitglieder mit dem Gemeinwesen und eine ausgeprägte Gemeinwohlorientierung".

Für den Vergleich werteten die Sozialforscher Befragungsstudien und amtliche Statistik für die Jahre 1990 bis 2012 aus.

Geringes Vertrauen in andere Menschen im Osten

Im den neuen Bundesländern gebe es Parallelen zu anderen ehemals sozialistischen Staaten, schreiben die Wissenschaftler. "So ist das relativ geringe Vertrauen der Ostdeutschen in ihre Mitmenschen typisch für Länder, in denen zuvor eher Kontrolle das gesellschaftliche Klima bestimmt hatte."

Große West-Ost-Unterschiede gibt es auch beim Thema Verteilungsgerechtigkeit. Während im Westen mehr als jeder Zweite der Ansicht ist, einen gerechten Anteil am Wohlstand zu erhalten, ist es in Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt nur jeder Fünfte.

Deutsche begegnen Zuwanderern mit Skepsis

Ein weiterer Punkt der Analyse war die Akzeptanz von Vielfalt. In fast allen Bundesländern sei die Toleranz gegenüber Homosexuellen gewachsen, hieß es. Zuwanderern begegneten viele Deutsche aber nach wie vor mit großer Skepsis.

Immer seltener werde akzeptiert, dass diese hier ihren traditionellen Lebensstil pflegten. Die Skepsis sei aber unbegründet, denn: "In den Bundesländern mit den höchsten Ausländeranteilen halten die Bürger am engsten zusammen."

Liebe Leserinnen und Leser,

Leider können wir Ihnen nicht zu  allen Artikeln einen Kommentarbereich zur Verfügung stellen. Mehr dazu erfahren Sie in der Stellungnahme der Chefredaktion.

Eine Übersicht der aktuellen Leserdebatten finden Sie hier.

Gerne können Sie auch auf Facebook und Twitter zu unseren Artikeln diskutieren.

Ihr Community-Team

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Anzeige
30% auf alle bereits reduzierten Artikel!
bei TOM TAILOR
Anzeige
Dein Wunschmix: Daten, MIN/SMS wie du es brauchst
Prepaid wie ich will von congstar
myToysbonprix.deOTTOUlla Popkenamazon.deLIDLBabistadouglas.deBAUR

shopping-portal