Sie sind hier: Home > Politik > Deutschland > Gesellschaft >

"Pegida"-Bewegung beschäftigt nun auch die US-Medien

Aufmacher in der "New York Times"  

"Pegida" wird in den USA zum Aufreger

16.12.2014, 16:38 Uhr | Volker Dohr

"Pegida"-Bewegung beschäftigt nun auch die US-Medien . Erneut fand in Dresden eine Demonstration der "Pegida"-Bewegung statt. (Quelle: dpa)

Erneut fand in Dresden eine Demonstration der "Pegida"-Bewegung statt. (Quelle: dpa)

Die Anti-Islam-Bewegung "Pegida" beschäftigt nicht nur deutsche, sondern auch internationale Medien. Selbst die traditionsreiche "New York Times" hat die Demonstrationen zum Aufmacher-Thema der digitalen Ausgabe gemacht - eine absolute Seltenheit. Wahrgenommen wird das Bündnis vor allem als eine reaktionäre Bewegung, von der Gefahr ausgeht.

Die "New York Times" bezeichnet die Protestierenden ebenfalls als rechtsextrem und immigrationsfeindlich. Man frage sich angesichts der Proteste, ob Deutschland für Populismus anfällig sei, ähnlich dem Nachbarland Frankreich, wo die Front National große Stimmenanteile auf sich verbuche. Dass ein Thema aus Deutschland derart populär auf der Online-Ausgabe der "New York Times" platziert wird, ist selten - üblicherweise berichtet das Blatt nur dann über Deutschland, wenn beispielsweise Bundestagswahlen abgehalten werden. Nicht zuletzt auch die Warnung von Kanzlerin Merkel vor "Pegida" dürfte das Interesse der Redakteure geweckt haben."

Die Webseite der "New York Times". (Quelle: Screenshot: t-online)Die Webseite der "New York Times". (Quelle: Screenshot: t-online)

Dass "Pegida" vor allem einen Slogan der DDR-Bürgerrechtsbewegung für rechtsextreme Proteste missbraucht, notiert die britische Zeitung "The Guardian". Durch die Verbindung mit den Freiheitskämpfern der DDR gäbe sich Pegida den Anschein moralischer Seriosität. Dabei wäre klar, dass hunderte der Mitmarschierenden Neonazis sind. "Die Pegida-Botschaften legen Vergleiche mit der Propaganda des Dritten Reichs nahe", zitiert der Beitrag den Berliner Extremismusforscher Hajo Funke.

Debatte muss geführt werden

Die britische BBC hatte eine Reporterin live vor Ort. Es sei sehr schnell klar geworden, dass die Proteste gegen Asylsuchende gingen und nicht gegen Islamisierung. "Vor einigen Jahren wären solche Szenen in diesem Land unvorstellbar gewesen", so die Korrespondentin. Die hohe Zahl der Teilnehmer zeige jedoch, dass die Debatte um Immigration in Deutschland nicht mehr ignoriert werden könne.

Die "Washington Post" geht der Frage nach, wie der rasante Aufstieg der Anti-Islam-Bewegung zu erklären sei. Erklärbar sei dies unter anderem damit, dass die neuen Proteste in Ostdeutschland stattfänden. Während derartige Bewegungen im Westen des Landes wenig zulauf fänden, seien die neuen Bundesländer anfälliger - und das, obwohl gerade dort nur wenige Asylsuchende leben würden. Viele Menschen würden deshalb nur wenige bis keine Ausländer kennen - und hätten gerade deshalb Angst vor dem Unbekannten. Die Politik wäre allerdings nicht unschuldig: Es fehle weiterhin an Integration der Migranten in die Gesellschaft.

Rechtsextrem und rassistisch

"Wann wird der Hass auf der Straße sichtbar?", fragt zuletzt die "Neue Zürcher Zeitung" (NZZ). Denn: Im Internet lassen "Pegida"-Anhänger ihrer Wut mit rechtsextremen Parolen und Morddrohungen schon lange freien Lauf. Nur auf den Demonstrationen bleibt es friedlich - noch. Denn die "krude Mischung, die das Fremde als Ursache der eigenen Probleme und Unzufriedenheit" ausmacht, birgt nach den Ansichten der Zeitung ein enormes Gefahrenpotential. Vor allem die mangelnde Distanz gegenüber dem, was auf den eigenen Internet-Präsenzen an Kommentaren veröffentlicht wird, lässt den Autoren schließen: "Solange kann Pegida zu Recht als rechtsextrem, gewaltbereit und rassistisch bezeichnet werden.

Liebe Leserinnen und Leser,

Leider können wir Ihnen nicht zu  allen Artikeln einen Kommentarbereich zur Verfügung stellen. Mehr dazu erfahren Sie in der Stellungnahme der Chefredaktion.

Eine Übersicht der aktuellen Leserdebatten finden Sie hier.

Gerne können Sie auch auf Facebook und Twitter zu unseren Artikeln diskutieren.

Ihr Community-Team

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Anzeige
Bauknecht Waschmaschinen: wenn du waschsam bleibst
gefunden auf otto.de
ANZEIGE
Jetzt 80,- € geschenkt beim Kauf einer Milch-Maschine
von NESPRESSO
Klingelbonprix.detchibo.deCECILStreet OneLIDLBabistadouglas.deBAUR

shopping-portal
Das Unternehmen
  • Ströer Digital Publishing GmbH
  • Unternehmen
  • Jobs & Karriere
  • Presse
Weiteres
Netzwerk & Partner
  • Stayfriends
  • Erotik
  • Routenplaner
  • Horoskope
  • billiger.de
  • t-online.de Browser
  • Das Örtliche
  • DasTelefonbuch
  • Erotic Lounge
  • giga.de
  • desired.de
  • kino.de
  • Statista
Telekom Tarife
  • DSL
  • Telefonieren
  • Magenta TV
  • Mobilfunk-Tarife
  • Datentarife
  • Prepaid-Tarife
  • Magenta EINS
Telekom Produkte
  • Kundencenter
  • Magenta SmartHome
  • Telekom Sport
  • Freemail
  • Telekom Mail
  • Sicherheitspaket
  • Vertragsverlängerung Festnetz
  • Vertragsverlängerung Mobilfunk
  • Hilfe
© Ströer Digital Publishing GmbH 2018