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Pegida-Kopf Lutz Bachmann: Koch mit krimineller Vergangenheit

Gelernter Koch mit krimineller Vergangenheit  

Lutz Bachmann ist der Kopf von "Pegida"

21.01.2015, 15:26 Uhr | ik, dpa, AFP

Pegida-Kopf Lutz Bachmann: Koch mit krimineller Vergangenheit. "Pegida"-Gründer Lutz Bachmann gibt sich bürgerlich. Ein Rassist sei er nicht, sagt der 41-Jährige. (Quelle: Reuters)

"Pegida"-Gründer Lutz Bachmann gibt sich bürgerlich. Ein Rassist sei er nicht, sagt der 41-Jährige. (Quelle: Reuters)

Tausende folgen wöchentlich dem Aufruf von "Pegida". Die Kritik etablierter Parteien scheint der Anti-Islam-Bewegung und ihrem Initiator Lutz Bachmann eher mehr als weniger Sympathisanten zuzuführen. Wer ist der Mann, der in Dresden wöchentlich Tausende Demonstranten auf die Straße bekommt? Details über den gelernten Koch kamen erst nach und nach ans Licht, auch über seine kriminelle Vergangenheit. Die versucht Bachmann nun ganz im Sinne von "Pegida" einzusetzen.

"Ja, ich bin vorbestraft, ja, ich wollte mich vor 17 Jahren einer gerechten Strafe entziehen", schrieb der "Pegida"-Gründer Anfang Dezember auf seiner Facebook-Seite. Nachdem in Südafrika, wohin Bachmann geflüchtet war, sein richtiger Name und Pass aufgetaucht seien, sei er abgeschoben worden. "Dieses Land schiebt tatsächlich schnell und unbürokratisch ab und verschenkt keine Duldungen und Bleiberechte", kommentierte er mit Verweis auf den Staat am Kap.

Vorbild Südafrika

Die gleiche Vorgehensweise wünscht sich der 41-Jährige auch hierzulande. Auf den "Pegida"-Demonstrationen wettert der vorbestrafte Bachmann gegen straffällig gewordene Zuwanderer und macht sich für eine Null-Toleranz-Politik stark.

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1992 hatte der gelernte Koch mit Abitur eigenen Angaben zufolge eine kleine Foto- und Werbeagentur gegründet. Anschließend geriet er mehrfach mit dem Gesetz in Konflikt. Wie verschiedene Medien recherchierten, war Bachmann insgesamt 16 Mal bei Firmen in und um Dresden eingebrochen und dafür zu drei Jahren Gefängnis verurteilt worden, ehe er sich vor Antritt der Strafe nach Südafrika absetzte.

Nach Abschiebung und schließlich doch noch verbüßter Gefängnisstrafe sei Bachmann schließlich mehrfach mit Kokain erwischt worden. Nach Informationen der Tagesschau soll der 41-Jährige auch heute noch mit der Justiz im Clinch liegen, weil er gegen Unterhaltspflichten für seinen Sohn verstoßen soll.

Am Scheinwerferlicht Gefallen gefunden

An den Zielen von "Pegida" änderten die Recherchen der von der Organisation gerne als "Lügenpresse" verunglimpften Medien laut Bachmann nichts. "Eventuell eine personelle Veränderung", könne es geben, schrieb er auf Facebook. Das Scheinwerferlicht scheint dem hünenhaften 41-Jährigen inzwischen aber doch zu gefallen.

Ansonsten hat Bachmann im zwölf Personen umfassenden "Pegida"-Organisationsteam noch eine Reihe von Mitstreitern, von denen nach Recherchen des "Spiegel" zwei weitere polizeibekannt sind. Demnach sei ein Mitglied der Führungsriege unter dem Stichwort "allgemeine Kriminalität (auch Gewaltdelikte)" in der Dresdner Polizeidatei registriert. Ein dritter Mitorganisator sei als Betrüger auffällig geworden.

Rechtsextreme Hooligans bei Aufmärschen dabei

Bei den Aufmärschen habe die Polizei laut "Spiegel" zudem Mitglieder der als rechtsextrem eingestuften Hooligan-Gruppen "Faust des Ostens" und "Hooligans Elbflorenz" ausgemacht. Demnach hätten mehrere Hundert Demonstranten Bezüge zur Fanszene des Fußballklubs Dynamo Dresden. 250 von ihnen seien sogenannte Problemfans. Auch Verbindungen zur Organisation "Hooligans gegen Salafisten" soll es dem Bericht zufolge geben.

Demgegenüber erklärt Bachmann stets, er sei kein Rassist. "Ich habe einen türkischen Trauzeugen und viele muslimische Freunde", sagte der 41-Jährige und gibt sich betont bürgerlich. Dazu passen die Bilder auf seiner Facebook-Seite von seiner Hochzeit oder Spaziergängen am Strand.

Auf seinem Twitter-Profil sieht das hin und wieder anders aus. Dort ist unter anderem zu lesen: "Gehören standrechtlich erschossen diese Öko-Terroristen! ... allen voran Claudia Fatima Roth!" Für diesen Tweet hat sich Bachmann inzwischen entschuldigt. Gelöscht hat er ihn nicht.

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