Sie sind hier: Home > Politik > Deutschland > Gesellschaft >

Pegida-Widerstand wächst: Terroranschläge in Paris mobilisieren

Zahl der Gegner fast verdoppelt  

Widerstand gegen Pegida wächst immer schneller

13.01.2015, 12:24 Uhr | dpa

Pegida-Widerstand wächst: Terroranschläge in Paris mobilisieren. Anti-Pegida-Demo in Düsseldorf: Pegida hat unter den Deutschen eine massive Gegenbewegung ausgelöst (Quelle: dpa)

Anti-Pegida-Demo in Düsseldorf: Pegida hat unter den Deutschen eine massive Gegenbewegung ausgelöst (Quelle: dpa)

Neue Demonstrationen der Anti-Islam-Bewegung Pegida und Gegenproteste sind weitgehend ruhig verlaufen. Als Reaktion auf die Terroranschläge in Paris demonstrierten in vielen deutschen Städten Zehntausende Menschen für ein friedliches Zusammenleben der Religionen und gegen Pegida.

Bei einer Demonstration der Pegida und Gegenprotesten in Hannover wurden acht Menschen vorläufig festgenommen, teilte die Polizei mit.

Befürworter und Gegner der Pegida-Bewegung, die auf die Straße gehen (Quelle: dpa)Befürworter und Gegner der Pegida-Bewegung, die auf die Straße gehen (Quelle: dpa)

Ausschreitungen in Hannover

Vier Teilnehmer der Pegida-Gruppe Hagida aus Hannover wurden am Montagabend wegen Sachbeschädigung, Widerstandes, versuchter Gefangenenbefreiung und dem Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen abgeführt. Unter den 150 bis 200 Teilnehmern seien auch 60 aus dem gewaltbereiten rechten Spektrum gewesen, teilte die Polizei mit.

In den Reihen der rund 2500 Menschen, die den Aufzug verhindern wollten, seien etwa 300 gewaltbereite Demonstranten linker Gruppierungen gewesen. Während und nach dem Abschluss der Pegida-Demonstration sei es zu massiven Übergriffen einiger Teilnehmer der Gegenproteste gegen die Polizei gekommen.

Dabei seien vier Personen vorläufig festgenommen worden. Bei der zentralen Gegenversammlung demonstrierten rund 17.000 Menschen friedlich. Bundesweit nahmen nach Schätzungen insgesamt etwa 100.000 Menschen an den Kundgebungen teil.

Weiterer Zulauf für Pegida in Dresden

Trotz wachsender Kritik und Spott von Karikaturisten hat das Pegida-Bündnis an seinem Entstehungsort weiter Zulauf. Nach Angaben der Polizei beteiligten sich am Montag in Dresden über 25.000 Menschen am zwölften sogenannten Abendspaziergang, um gegen eine angebliche Überfremdung zu demonstrieren - 7000 mehr als zuletzt und so viele wie noch nie.

Ein ganz anderes Bild bot Leipzig, wo rund 30.000 Menschen gegen eine erste Demonstration eines Pegida-Ablegers auf die Straße gingen. Dem Legida-Aufruf folgten laut Polizei 4800 Islam-Kritiker. Dabei kam es vereinzelt zu Rangeleien.

In München nahmen rund 20.000 Menschen an einer Demonstration unter dem Motto "München ist bunt" teil. In Saarbrücken versammelten sich 9000 Menschen zur Protestdemonstration unter dem Motto "Bunt statt braun".

Vor allem die Zahl der Pegida-Gegner wächst immer schneller an: Vergleicht man die Gesamtzahlen mit denen von vergangener Woche so ergibt sich folgendes Bild: Waren vergangene Woche knapp 18.000 Pegida-Demonstranten und rund 40.000 Gegner der Bewegung auf den Straßen, so waren es in dieser Woche - vorausgesetzt, die Zahlen von Polizei und Veranstaltern stimmen in etwa - 25.000 bis 30.000 Pegida-Anhänger und rund 75.000 ihrer Gegner. Letztere, so könnte man sagen, nehmen an Zahl wesentlich schneller zu.

Kundgebung am Brandenburger Tor geplant

Die Spitzen von Staat und Gesellschaft wollten am heutigen Dienstag ab 18 Uhr gemeinsam am Brandenburger Tor in Berlin mit den Muslimen in Deutschland gegen islamistischen Terror und für ein friedliches Zusammenleben der Religionen demonstrieren.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) warnte nach den Terroranschlägen in Paris vor einer pauschalen Verurteilung der rund vier Millionen Muslime, die in Deutschland leben. Der frühere Bundespräsident Christian Wulff hatte gesagt, der Islam gehöre zu Deutschland. "Dieser Meinung bin ich auch", sagte Merkel.

Die Türkische Gemeinde in Deutschland hofft auf eine Signalwirkung durch die gemeinsame Kundgebung in Berlin. "Ich hoffe, dass da ein Wir-Gefühl entsteht. Wir sind Deutschland", sagte der Bundesvorsitzende Gökay Sofuoglu der "Passauer Neuen Presse".

Liebe Leserinnen und Leser,

Leider können wir Ihnen nicht zu  allen Artikeln einen Kommentarbereich zur Verfügung stellen. Mehr dazu erfahren Sie in der Stellungnahme der Chefredaktion.

Eine Übersicht der aktuellen Leserdebatten finden Sie hier.

Gerne können Sie auch auf Facebook und Twitter zu unseren Artikeln diskutieren.

Ihr Community-Team

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Anzeige
Mäntel-Highlights und schöne Jacken shoppen
bei MADELEINE
myToysbonprix.deOTTOhappy-size.detchibo.deLIDLBabistadouglas.deBAUR;

shopping-portal