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Wolfgang Schäuble hält Pegida für Senioren-Phänomen

Für Populisten leicht ansprechbar  

Schäuble hält Pegida für Senioren-Phänomen

16.01.2015, 18:48 Uhr | dpa, AFP

Wolfgang Schäuble hält Pegida für Senioren-Phänomen. Finanzminister Wolfgang Schäuble hält die Pegida-Bewegung für das Phänomen einer alternden Gesellschaft (Quelle: imago/IPON)

Sieht sich immer wieder Attacken aus Griechenland ausgesetzt: Finanzminister Wolfgang Schäuble. (Quelle: imago/IPON)

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble sieht in der Alterung der deutschen Wohlstandsgesellschaft eine Ursache für das Erstarken der Anti-Islam-Bewegung Pegida. "Eine wachsende Zahl der Älteren ist heute mehr oder weniger frei von materiellen Sorgen, und darum machen sich manche eben andere Sorgen", sagte der CDU-Politiker dem Nachrichtenmagazin "Der Spiegel".

Immer wenn es den Menschen gut gehe, wollten sie festhalten an dem, was ihnen gefalle. "Und sie sind leichter ansprechbar für Populisten, die ihnen versprechen, alles könnte von nun an so bleiben, wie es ist", sagte Schäuble. Neu erscheine ihm, dass "solche Gruppen viel härter für ihre Interessen kämpfen und sich manchmal dabei auch nicht um demokratische Mehrheitsentscheidungen oder Gerichtsurteile scheren".

Täglich Absagen von Touristen

Unterdessen haben die Pegida-Demonstrationen bereits Auswirkungen auf den Tourismus in Dresden. Es gebe "täglich Anfragen und Absagen von Besuchern", sagte Matthias Hundt, Geschäftsführer der Dresden Informations-GmbH. Da der Januar und der Februar klassische Vorbuchungsmonate für das ganze Jahr seien, würden die Auswirkungen der Demonstrationen den Dresden-Tourismus voraussichtlich "verzögert treffen, mitten im Jahr", sagte Hundt.

Auch der Einzelhandel oder das Gaststättengewerbe seien betroffen. Nach Angaben von Hundt werden die Anfragen oder Absagen unter anderem mit der großen Unsicherheit begründet, was die Besucher in Dresden erwartet. In anderen Fällen wollen Menschen mit einem ausländischen Partner diesem derzeit eine Reise nach Dresden nicht zumuten.

Mehrheit der Bundesbürger lehnt Pegida ab

Derweil stößt die islamfeindliche Bewegung bundesweit nur auf geringe Unterstützung. Laut ZDF-"Politbarometer" finden nur 17 Prozent der Befragten die Kundgebungen gut, 74 Prozent lehnen sie ab. Eine mehrheitliche Ablehnung gibt es demnach unter den Anhängern aller im Bundestag vertretenen Parteien.

Anders sieht es bei den Anhängern der AfD aus: Von ihnen äußerten sich 70 Prozent zustimmend zu Pegida.

"Islam gehört zu Deutschland" polarisiert

Geteilte Meinungen gibt es zu dem am Donnerstag im Bundestag von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) zitierten Satz des früheren Bundespräsidenten Christian Wulff: "Der Islam gehört zu Deutschland." In der Befragung der Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen äußerten sich jeweils 48 Prozent dazu zustimmend oder ablehnend. Die übrigen Befragten antworteten mit "weiß nicht".

Besonders groß ist die Zustimmung unter den Anhängern von Grünen (73 Prozent) und SPD (56 Prozent), überwiegend ablehnend äußerten sich die Anhänger von AfD (96 Prozent) und der Linkspartei (58 Prozent). Bei der CDU/CSU waren 49 Prozent dagegen und 46 Prozent für die von Wulff geprägte Aussage.

Große Gegendemo am 26. Januar

Am 26. Januar soll es eine weitere Großkundgebung gegen Pegida in Dresden geben. Dann haben allerdings nicht Politiker das Sagen, sondern Musiker und andere Künstler. Unter dem Slogan "Offen und bunt - Dresden für alle!" werden zahlreiche namhafte Bands erwartet. Die Veranstalter rechnen mit bis zu 40.000 Besuchern.

Das Programm findet just zu dem Zeitpunkt statt, an dem regelmäßig die "Patriotischen Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes" demonstrieren.

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